Im Rahmen der Bildungs- und Integrationskonferenz des Märkischen Kreises erhielt die Rothensteinschule den ersten Platz für ein Kreativprojekt von zugewanderten Schülern. Sie haben ein Spiel und einen zugehörigen Podcast entwickelt, der sich um die Lieblingswörter der Schüler dreht.
"Einige tun sich sehr schwer und einige stürmen da förmlich durch", erklärt Jürgen Willing. Seit Gründung der Rothensteinschule unterrichtet er Deutsch als Zweitsprache. Die Kurse umfassen bis zu elf Stunden in der Woche und sollen die Schüler fit machen, den Schulalltag in Deutsch absolvieren zu können. "Dafür fällt dann auch mal eine Stunde Biologie oder so aus – denn was nützt es, wenn das Kind im Biounterricht sitzt, aber nichts versteht?", fragt Willing.
Um die Kinder altersentsprechend – ein Großteil von ihnen besucht die fünfte Klasse – an die deutsche Sprache heranzuführen, haben sich die Schüler ein Spiel ausgedacht: Es geht um ihre Lieblingswörter im Deutschen. Die Mitspieler müssen diese anhand von Tipps erraten. Je nach Lernfortschritt (und dementsprechend Schwierigkeit des Spiels) werden entweder nur die Buchstaben, die für das Wort benötigt werden, oder auch mehr auf das Spielfeld gelegt. Sie müssen dann zum richtigen Wort kombiniert werden.
Preisverleihung in Lüdenscheid
Dieses Spiel wurde am Dienstag, 21. April, mit dem ersten Platz belohnt. Alexandra Hübenthal und Julia Viktory, pädagogische Mitarbeiterinnen im Fachdienst Bildung und Integration beim Märkischen Kreis, lobten die starken Leistungen der Kinder und Jugendlichen: „Die eingereichten Beiträge zeigen auch in diesem Jahr, mit wie viel Kreativität und Engagement sich Schülerinnen und Schüler mit der Bedeutung des Miteinanders auseinandergesetzt haben. Besonders interessant ist die Vielfalt der Perspektiven, die in den Beiträgen sichtbar wird.“ Sie fügten hinzu: „Gerade der Wettbewerb mit dem Fokus auf Zuwanderungsgeschichte macht deutlich, wie bereichernd unterschiedliche Erfahrungen und Blickwinkel für das gemeinsame Lernen sein können.“
Dabei ist das Lernen der Wörter nur "ein bisschen schwierig", befindet Rufina. Die Fünftklässlerin kam vor etwa vier Jahren aus der Ukraine nach Deutschland und spricht mittlerweile so gut Deutsch, dass sie aus dem Kurs "Deutsch als Fremdsprache" ausscheidet und am normalen Unterricht teilnehmen kann. Ihr Lieblingswort ist Weihnachten, "weil da so viele Freunde sind", erklärt sie.
Neue Schüler starten in wenigen Tagen
Auch wenn Rufina aus dem Kurs ausgeschieden ist: Mit dem Spiel, das sie und ihre Freunde entwickelt haben, können in Zukunft viele andere Schüler die deutsche Sprache lernen. Zwei weitere Schüler, so erklärt Willing, werden am kommenden Montag in den Kurs "Deutsch als Zweitsprache" starten. Sie sind erst vor kurzem nach Meinerzhagen gekommen.







