Am 1. Mai zeigen die DGB-Gewerkschaften Flagge. „Das ist unser politischer Kampftag“, sagt Kevin Dewald, 2. Bevollmächtigter der IG Metall im Märkischen Kreis. Die traditionelle Maiveranstaltung auf dem Lüdenscheider Rathausplatz ist Kundgebung und Familienfest zugleich.

 

Wie in den Vorjahren startet die Veranstaltung mit einem Demonstrationszug durch die Stadt. Die Teilnehmer treffen sich um 11 Uhr am Kreishaus an der Heedfelder Straße. Die Kundgebung beginnt um 11.45 Uhr auf dem Rathausplatz. Zum Bühnenprogramm gehören Grußworte des neue DGB-Kreisvorsitzenden Manuel Bunge-Altenberg und Bürgermeister Sebastian Wagemeyer.

Hauptredner ist Fabian Ferber, 1. Bevollmächtigter der IG Metall im Märkischen Kreis. Er wird sich unter anderem der Themen drohender Sozialabbau, Beschneidung von Arbeitnehmerrechten und Rente widmen.

„Es wird auch um die finanzielle Lage der Städte und Gemeinden gehen“, kündigte Bernd Benscheidt (Verdi) an. Sie müsse in Ordnung gebracht werden. Eine „Reichensteuer“ können dazu beitragen und dürfe kein Tabu sein. „Das wäre auch ein Beitrag zur Stärkung der Demokratie vor Ort.“

Zum Programm des Familienfestes gehören wieder Imbiss- und Getränkestände sowie ein Info-Markt, an dem sich Gewerkschaften und Vereine beteiligen. Dazu kommt Musik der Band „Ampersand“. Kinder können sich auf dem Bungee-Trampolin, auf der Hüpfburg und der Rollenrutsche austoben. Dazu kommen der Kettcar-Parcours der Verkehrswacht und ein Schminkstand.  

„Erst unsere Gesundheit, dann eure Profite – Hände weg vom Acht-Stunden-Tag!“, heißt es im Aufruf der DGB-Gewerkschaften zum 1. Mai. Der Angriff auf den Acht-Stunden-Tag ist ein Angriff auf die Gesundheit von Arbeitnehmern. Unter dem Schlagwort „Flexibilisierung“ drohten längere Arbeitstage, mehr Druck und weniger Planbarkeit. Der Acht-Stunden-Tag sei eine zentrale Errungenschaft der Arbeiterbewegung – und nicht verhandelbar.

Weiter heißt es im Aufruf, der Sozialstaat sei kein Kostenfaktor, der beliebig gekürzt werden könne – er sei die Grundlage für Zusammenhalt und Stabilität. Wer heute behaupte, er sei „zu teuer“, lenke von den eigentlichen Problemen ab: einer ungerechten Vermögensverteilung und einer unzureichenden Finanzierung.