Es geht voran: Auf Basis eines ersten Untersuchungsberichts sollen nun erste wesentliche Teile des SIT-Netzes unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen wieder hochgefahren werden. Wie die SIT mitteilte, wurde dem Verwaltungsrat am Dienstag, 21. November, ein erster Untersuchungsbericht vorgelegt, der bewerten sollte, welche Methode des Wiederanlaufens sicher möglich ist.
„Kommunen und Kreise schnellstmöglich wieder handlungsfähig machen“
„Unser Ziel ist es, unsere Kommunen und Kreise schnellstmöglich wieder handlungsfähig zu machen, damit sie ihre öffentlichen Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger zügig wieder erbringen können“, so Theo Melcher, Verbandsvorsteher der SIT. „Um die wichtigsten Leistungen wieder bereitstellen zu können, wird der betroffene Teil des Rechenzentrums komplett neu aufgebaut. Darüber hinaus können wir heute einen Zeitplan für die nächsten Schritte vorlegen.“
Der Zeitplan der SIT sieht vor, dass erste wesentliche Dienstleistungen ab Mitte Dezember in einem Notbetrieb zur Verfügung gestellt werden. Diese umfassen das Ausstellen von Ausweisen, Pässen und Führerscheinen, die Anmeldung von Geburten, Todesfällen und Hochzeiten, die Auszahlung von aktuell berechneten Sozialhilfeleistungen und Wohngeld, die KFZ-Zulassung sowie Dienste der Ausländerbehörden. Die Bürgerinnen und Bürger sollen laut SIT über den genauen Zeitpunkt der im Notbetrieb bereitgestellten Dienste rechtzeitig informiert werden – und zwar auch darüber, welche Funktionen im Notbetrieb bereitgestellt werden können.
KFZ-Zulassung in benachbarten Kreisen möglich
Parallel dazu hat die SIT nach eigenen Angaben in enger Abstimmung mit dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung (MHKBD) NRW sowie weiteren Behörden für viele Bereiche Behelfslösungen etabliert, so dass bestimmte Dienstleistungen von den Kreisen und Kommunen wieder erbracht werden können. So sei die Zulassung von KFZ in benachbarten Kreisen möglich. Die Auszahlung von Sozialleistungen sei – auf Basis des Datenstandes von Oktober – ebenfalls gewährleistet. „Wir möchten an dieser Stelle allen Ansprechpartnerinnen und -partnern in den Behörden danken, die mit uns gemeinsam pragmatische Lösungen für diese Ausnahmesituation erarbeitet haben und dies auch weiterhin tun“, so Melcher.
Um den großen Anforderungen eines möglichst raschen Wiederaufbaus gerecht werden zu können, habe die SIT ein Hilfsangebot der regio iT angenommen. Die regio iT wird die Arbeit der SIT in den nächsten Monaten mit Personal, Technik und Know-how unterstützen, heißt es in der Mitteilung.
Nach dem Bericht eines externen Dienstleisters für Cyber-Sicherheit konnte die unverzügliche Reaktion der SIT am 30. Oktober den professionellen Angriff stoppen: Durch das sofortige Abschalten nach der Angriffserkennung sei ein Übergreifen der Schadsoftware auf Bereiche außerhalb des Kernsystems der SIT und damit auch auf die Systeme der Kreise und Kommunen verhindert und das Schadensausmaß effektiv begrenzt worden. Neben dem Wiederaufbau des Kernsystems sollen Systeme, die nicht nachweislich betroffen sind, unter permanenter und lückenloser Überwachung wieder in Betrieb genommen werden. Die Spezialisten konnten laut SIT keine Hinweise darauf feststellen, dass Daten abgeflossen sind.









