Im Rahmen des Förderprogramms "Klimaanpassung Kommunen" lässt die Stadt Kierspe den oberen Schulhof der Gesamtschule überarbeiten. Im Bauausschuss am Dienstag, 5. Mai, stellte Landschaftsarchitekt Robin Morbach die aktuelle Planung vor.
Der neugestaltete Schulhof soll sich vor allem durch mehr Grün sowie durch die Ausführung in sogenannten Klimasteinen auszeichnen. Insgesamt 5580 Quadratmeter werden neu geplant. Eine Ausweitung dieses Plangebietes war bei mehreren Ausschussmitgliedern Teil der Diskussion.
Morbach präsentierte ein nach seiner Aussage „sehr natürlich“ wirkendes Rasenfugenpflaster sowie die „entwurfsprägenden Betonachsen“ direkt vor dem Haupteingang. Um diesen Bereich wird eine Mauer in Halbkreisform angelegt. Innerhalb des Halbkreises ist zudem ein „Außenklassenzimmer für Unterricht im Freien“ vorgesehen.
Regenwasserzurückhaltung für die Natur
Außerhalb des Halbkreises soll vor allem Natur dominieren: angeschüttete Hügel, viele Bäume, Gras und Hecken sollen die bisherigen Bäume ergänzen. Regenwasser, das von der Natur nicht aufgenommen werden kann, sammelt sich in dem halbrunden Innenhof. Durch die wasserdurchlässigen Steine versickert es in zwei insgesamt 75.000 Liter fassende Zisternen unter dem Schulhof, aus denen es zum Beispiel als Gießwasser entnommen werden kann.
Der obere Teil wird mittels Zaun und Toren abgetrennt und lässt sich in den Abendstunden verschließen, um Vandalismus einzugrenzen, erklärte Morbach. Im unteren, dauerhaft öffentlichen Teil wird neben dem bestehenden Spielfeld auch die Calisthenics-Anlage versetzt werden. Auch ein Niedrigseilgarten aus Robinienholz ist geplant, um ein abwechslungsreiches Spielangebote zu schaffen. Im Gegensatz zum ersten Entwurf eines anderes Architekturbüros ist das Spielfeld nun rechtwinklig — das vermeide Streit, zeigte sich der Architekt überzeugt.
Lob von den Kommunalpolitikern
Die Planung bekam von den Mitgliedern des Ausschusses durchweg Lob. Dennoch musste sich Morbach einigen Fragen stellen. So wollte SPD-Ratsherr Ralf Ullrich wissen, wie der Landschaftsarchitekt auf die Zahl von insgesamt 26 Fahrradständern gekommen sei. Diese seien keine Vorgabe aus einer Richtlinie, so Morbach: "Das war das, was die Fläche hergibt. Es war der Wunsch, möglichst viele Stellplätze zu schaffen."
Die Bedenken von UWG-Ratsmitglied Rüdiger Däumer, der sich über die Langlebigkeit des Pflasters und die damit verbundene Wasserdurchlässigkeit Sorgen machte, konnte Morbach entkräften: Die Steine könnten sich nicht zusetzen, verantwortlich für den Wasserdurchlass sind vor allem die Fugen. Diese würden durch den Regen jedoch natürlich gespült.
"Kein Geld da"
Die Wünsche der Ausschussmitglieder, etwa Sitzgelegenheiten mit Steckdosen oder eine Ausweitung des Plangebietes in Richtung Norden beziehungsweise Nord-Osten, die sich mehrere Politiker wünschten, trafen nicht nur auf Gegenliebe. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Armin Jung machte deutlich: "Wir haben gerade von unserer Kämmerin gehört, dass kein Geld da ist. Da muss man wirklich gucken, ob was übrig bleibt. Aus unserem Haushalt wird das vermutlich nicht möglich sein." Dass er selbst kurz vorher noch Werbung für die Sitze mit Steckdosen gemacht hatte, sprach er in diesem Kontext nicht mehr an.







