Der rote Rucksack steht griffbereit am Rand des Mehrzweckraums im Plettenberger Krankenhaus. Daneben liegen Gymnastikmatten, Therabänder und Wasserflaschen. Wenige Minuten später beginnt das Training der Koronarsportgruppe des Plettenberger Sportclubs. Für die Teilnehmer geht es dabei nicht nur um Bewegung. Es geht um Sicherheit.

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„Mit dem eigenen Notfallrucksack haben wir jetzt Defibrillator, Pulsaxiometer, wichtige Medikamente und weitere Erste-Hilfe-Utensilien bei unseren Übungsstunden unmittelbar greifbar“, sagt Vorsitzender und Übungsleiter Udo Lindig. Bislang habe die Gruppe auf Material des Krankenhauses zurückgegriffen. Dafür sei sie dankbar gewesen. Nun verfüge die Abteilung über eine eigene komplette Notfallausstattung für den Übungsbetrieb im Krankenhaus.

Möglich wurde die Anschaffung durch die Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis. 500 Euro aus der Sparlotterie flossen in den Kauf des Rucksacks. Marktbereichsleiter Michael Dabow übergab die Ausstattung jetzt offiziell an die Herzsportgruppe.

Besonders wichtig ist der enthaltene Automatisierte Externe Defibrillator, kurz AED. Das Gerät erkennt lebensgefährliches Kammerflimmern selbstständig und führt Ersthelfer per Sprachanweisung durch die Reanimation. Im Notfall zählt jede Minute. Ein schneller Einsatz kann die Überlebenschancen deutlich erhöhen.

Für die Koronarsportgruppe gehört diese Vorsorge zum festen Konzept. Während jeder Übungsstunde ist medizinische Betreuung in unmittelbarer Nähe. Die Teilnehmer trainieren unter Anleitung speziell ausgebildeter Übungsleiter.

Zwei Frauen und ein Mann in formeller Kleidung betrachten den Inhalt eines geöffneten roten Notfallrucksacks mit medizinischer Ausrüstung.
Der Notfallrucksack enthält neben dem Defibrillator weitere Erste-Hilfe-Materialien.
Foto: Schlütter

Sport nach der Diagnose

Die Geschichte der Herzsportgruppe reicht in Plettenberg Jahrzehnte zurück. Erste Ideen entstanden bereits 1978. 1985 fand schließlich die erste Übungsstunde in der alten Sporthalle Böddinghausen statt.

Heute bietet die Gruppe vier Trainingsangebote für unterschiedliche Belastungsstufen an. Montags trainieren zwei Gruppen in Böddinghausen, donnerstags folgen zwei weitere Gruppen im Krankenhaus. Ziel ist es, Menschen mit Herzerkrankungen wieder Belastbarkeit und Vertrauen in den eigenen Körper zu geben.

Die Übungen wirken auf den ersten Blick unspektakulär. Lockeres Gehen, Dehnen, leichte Ausdauerarbeit. Doch für viele Teilnehmer bedeutet jede absolvierte Einheit ein Stück Alltag zurück.

Die Übungsleiter Udo Lindig, Klaus Hägerbäumer, Peter Heinrich und Eva Hartleib achten darauf, dass Belastung und Sicherheit im Gleichgewicht bleiben. Der neue Notfallrucksack steht dabei sichtbar am Rand des Raums. Hoffentlich wird er niemals gebraucht. Allein seine Anwesenheit gibt vielen Teilnehmern jedoch ein beruhigendes Gefühl.