In den Schwerpunktklassen werden die Kinder in Themengebieten unterrichtet, die ihre Interessen und Neigungen fördern sollen. Abseits der klassischen Hauptfächer werden hier bühnenreife Projekte geschaffen, die Eltern, Freunde und Verwandte am Abend im Pädagogischen Zentrum bestaunen konnten. Moderiert wurde die Veranstaltung von Lehrerin Astrid Hettesheimer.
Schulleiter Johannes Heintges war gewissermaßen Gast in der eigenen Schule, denn nach eigenem Bekunden war er in die Gestaltung des Abends nicht involviert und daher selbst gespannt, was die Kinder präsentieren würden. Später nahm er doch noch das Mikrofon in die Hand, um sich nach dem ungeplanten Brandalarm bei den Anwesenden für die problemlose Räumung der Schule zu bedanken – und auch dafür, dass trotz der merkwürdigen Umstände fast alle Besucher wieder in das PZ zurückgekehrt waren, um das Finale des Schwerpunktabends zu erleben.
Klasse Bläser und Europa-Quiz
Der startete zunächst musikalisch: Die Bläserklassen sind ein wesentlicher Bestandteil der musikalischen Bildung an der GSKi und bleiben im Gegensatz zu den anderen Schwerpunktklassen auch über die 5. bzw. 6. Klasse hinaus erhalten. Die „Bläserklasse 5.3“ hatte in ihrem jungen Bestehen schon Bühnenerfahrung gesammelt und hatte bereits im vergangenen Dezember beim Weihnachtskonzert der Schule mitgewirkt. Diesmal begeisterten sie die Zuhörer mit Melodien wie Elvis Presleys „Love me tender“ oder „Old MacDonald“, bevor ihr Auftritt mit Beethovens „Ode an die Freude“ endete.
Die „Europaklasse“ bot spannende Fakten über europäische Hauptstädte. Besondere Herausforderung: Die vornehmlich statistischen Angaben wurden in englischer Sprache vorgetragen. Den Schülern ging das nicht immer ganz leicht über die Lippen, aber dennoch war das Ergebnis überzeugend. Es wurden interessante Erkenntnisse vorgetragen: So zweifelte bei der Angabe zum höchsten Berg der Schweiz selbst Schulleiter Heintges: „Ob das alles so stimmt?“ Vielleicht war das auch nur geflunkert, denn obwohl vielen Menschen die Dofourspitze nicht geläufig zu sein schien – die Recherche der Europaklasse stimmte hundertprozentig. Bei einem kleinen Quiz wurde schließlich abgefragt, was denn die Zuschauer behalten hatten oder bereits wussten. Als Preis für richtige Antworten gab es Süßigkeiten.
Roboter im Schwarzlicht und speiende Vulkane
Anschließend wurde es pantomimisch: Die Klasse 5.1 agierte unter Schwarzlicht – überwiegend nur dunkel bekleidet und mit weißen, leuchtenden Handschuhen als Kontrast. Oft trugen die Schüler auch überaus bunte Kostüme, die die unterschiedlichen Choreografien gekonnt zu unterstreichen wussten. Besonders gut: die Darbietung zu Kraftwerks „Die Roboter“. Die gesamte Vorführung begeisterte das Publikum, das sich mit einem brandenden Applaus bedankte.
Naturwissenschaftlich wurde es bei dem Projekt der Klasse 5.4: Hier wurden Vulkane gebastelt und vorgeführt. Allein der handwerkliche Part konnte künstlerisch überzeugen. Doch mit der reinen bildlichen Gestaltung gaben sich die Schüler nicht zufrieden: Mit einem Hefe-Gebräu wurde die Wirkung eines Vulkanes vorgeführt. Die Sprengkraft hielt sich aber in Grenzen, obwohl hier auf ausreichende Schutzausrüstung geachtet wurde. Mit der später ausgelösten Brandmeldeanlage hatte diese Präsentation definitiv nichts zu tun.
Krimilalistik mit Brandalarm
Das traf auch auf die nächste Schwerpunktklasse 5.5 zu: Hier handelte es sich nicht um ein musisches Fach – auch wenn ein kleines Theaterstück aufgeführt wurde. Die „Mint“-Schüler hatten ihre Erkenntnisse der modernen Kriminalistik geschickt verpackt, indem sie einen Einbruch in die Villa von William Porter vorspielten. Dass ausgerechnet bei einem gespielten Einbruch ein echter Alarm losging, war natürlich bemerkenswert, änderte aber nichts an der Tatsache, dass dieser das Ergebnis von erneutem Vandalismus war, dem sich die Polizei angenommen hat. Wie die bei schweren Kriminalfällen im Labor arbeitet, führten die Schüler den staunenden Zuschauern nach dem Brandalarm vor.
Lehrerin und „Gast-Löscherin“ Jasmin Bölling war rechtzeitig aus dem Gerätehaus der Kiersper Feuerwehr zurück in der Schule, um mit ihrer Sport-Klasse 5.6 das Finale des Abends zu gestalten – sehr actionreich, zirkusgleich und nah am Publikum. Der Bühnenauftritt, der tänzerisch begann, endete akrobatisch: Mit dem Schwung eines Trampolins „flogen“ die Schüler in verschiedenen Figuren sozusagen über die erste Reihe und landeten teilweise kopfüber auf einer weichen Matte.
Die Beteiligten der Jahrgangsstufe dürften bei den Auftritten viel Selbstvertrauen gewonnen haben, denn die Projekte haben durch die Bank einwandfrei geklappt. Für die Eltern, Freunde und Verwandten haben sich spannende Einblicke in die Schulfächer abseits von Deutsch und Mathe ergeben.
Fotogalerie:







































