Schloss Neuenhof gehört zu den kunsthistorisch und stadtgeschichtlich herausragenden Baudenkmälern Lüdenscheids. Da es bewirtschaftet wird, steckt es voller Leben. Vom 4. bis 6. Juni wird das Gelände im Elspetal zum Festplatz. Dann wollen Gabriel von dem Bussche und seine Familie mit der Lüdenscheider Bevölkerung das 700-jährige Jubiläum des barocken Wasserschlosses feiern.

 

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„Alleine kann ich die Feiern rund um ein solches Jubiläum nicht stemmen“, gesteht der Schlossherr im Pressegespräch. Sang- und klanglos wollte er aber das Jubiläumsjahr nicht vorbeiziehen lassen. Wozu hat man Freunde? Mit Dominik Hass-Sommer, Philipp Brinkmann und Christoph Wagener (Eichelhardts Weinkontor) fand Gabriel von dem Bussche drei tatkräftige Männer, die zudem über große Netzwerke verfügen. Das Quartett stampfte innerhalb von acht Wochen ein Programm aus dem Boden. Der Eintritt ist an allen Tagen frei.

Familientag am 4. Juni

Der 4. Juni (Fronleichnam) wird zum Familientag. Die offizielle Eröffnung übernehmen Gabriel von dem Bussche und MK-Landrat Ralf Schwarzkopf. Von 11 bis 18 Uhr soll im Innenhof des Schlosses buntes Treiben herrschen. Dominik Hass-Sommer hat dazu die Weihnachtsmarkt-Holzhütten organisiert. Hier werden zahlreiche Händler ihren Waren anbieten. Dazu kommen Mitmach- und Bastelangebote. „Das ist der Tag, an dem Familien gemütlich flanieren können“, sagt Dominik Hass-Sommer. Dazu kommt Musik. Wer am Familientag für den guten Ton sorgen wird, ist zurzeit noch offen. Außerdem werden Hofführungen angeboten. Der Geschichts- und Heimatverein bietet Führungen für Geschichtsinteressierte an.

Feuer, Flamme, Flanieren

Am 5. Juni  lautet das Motto von 17 bis 22 Uhr „Feuer, Flamme, Flanieren“. Die Altstadtbühne wird ein unterhaltsames Stück präsentieren. Erkan Besirlioglu und seine Gitarre – sie halten zusammen wie Pech und Schwefel. Der Vollblutmusiker wird das Publikum im Innenhof des Schlosses mit Stücken aus seinem Programm „Erkan live“ unterhalten. Höhepunkt des Abends soll eine Feuershow der Truppe „Clown & Company“ werden.

Klang und Korken

Am 6. Juni heißt es ab 14 Uhr „Klang und Korken“. Dann wird Schloss Neuenhof zum Mekka der Weinliebhaber. Eichelhardts Weinkontor und zahlreiche befreundete Winzer stellen sich und ihre Betriebe vor und laden zur Verkostung ein. Auch Freunde von Wildspezialitäten kommen auf ihre Kosten. Tanzgruppen und Singer-Songwriter sorgen für Unterhaltung. Der dritte Tag endet mit einer DJ-Party. Mit von der Partie ist DJ Interplay, der mit einem feinen Gespür für groovige House-Musik und elektronische Sounds ausgestattet ist. Dazu kommen im Laufe des Abends weitere DJs. „Das ganze läuft unter dem Deckmantel der Bergstadtbrüder“, kündigte Dominik Hass-Sommer an.

Im Vorhof des Schlosses werden auf einer kleinen Schlemmermeile regionale Spezialitäten angeboten. Schloss Neuenhof selbst ist mit Wildgerichten dabei.

„Einiges ist noch offen. Aber es fügt sich“, stellt Philipp Brinkmann fest. „Wir haben bei vielen Ansprechpartnern ein offenes Ohr gefunden.“

Über Schloss Neuenhof: Ein erster urkundlicher Hinweis auf Neuenhof stammt aus dem Jahre 1326. Die Gründerfamilie von Neuhoff legte die Grundsteine der heutigen Anlage.
Die älteste am Schloss zu findende Jahreszahl weist auf das Jahr 1643. Sie erinnert an den Churbrandenburgischen Rat Steffen von Neuhoff, der Neuenhof nach Kriegsbeschädigung zu einem zweigeschossigen Wohnhaus ausbauen ließ.

1693 wurden durch einen schlimmen Brand weite Teile des Hauses bis auf die Außenmauern und die Kellergewölbe zerstört. Johann Leopold von Neuhoff nutzte den Neuaufbau zu einer Erweiterung. An die Ostseite des Herrenhauses lässt er flankierend zwei Türme setzen.
Die Wetterfahnen dokumentieren den Abschluss der Arbeiten 1695. Im Jahr 1769 wurde mit einem wappengekrönten Tor und einer schmiedeeisernen Zaunanlage der Innenhof kunsthandwerklich abgeschlossen. Zwischen 1783 und 1808 wurden die Wirtschaftsgebäude – südliche und nördliche Vorburg - fertiggestellt. Damit hatte die Gesamtanlage ihre bis heute gültige barocke Gestalt gewonnen.

Im Jahr 1769 wurde mit einem wappengekrönten Tor und einer schmiedeeisernen Zaunanlage der Innenhof kunsthandwerklich abgeschlossen.
Foto: Wolfgang Teipel / LokalDirekt

1820 stirbt die Familie Bottlenberg-Kessell aus. Neuenhof geht durch testamentarische Verfügung über auf Julius Clamor Friedrich Wilhelm Carl Freiherr (1840 in den preußischen Grafenstand erhoben) von dem Bussche-Ippenburg und führt zu den Namenszusatz genannt von Kessell.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat Neuenhof den Tiefpunkt seines Erhaltungszustandes erreicht. Umfangreiche Instandsetzungsarbeiten waren und sind weiterhin nötig, um diese seit Anbeginn in Familienbesitz befindliche denkmalgeschützte Barockanlage zu erhalten.

In den letzten Jahrzehnten wurde das Schloss weiter, in teils sehr aufwendigen Sanierungsarbeiten, in guten Zustand gebracht. Ein Höhepunkt waren die Sanierungen der beiden Türme im Jahr 2014. Zurzeit werden die Dächer saniert. Die Arbeiten werden in wenigen Wochen abgeschlossen sein. Quelle: www.schloss-neuenhof.de