Beim SC Plettenberg ist die Enttäuschung über die Stadt groß. Auf der Jahreshauptversammlung kritisieren Vorstand und Mitglieder fehlende Fortschritte bei der Sanierung des Stadtstadions Elsewiese und der Umrüstung des Flutlichts. Bürgermeister Ralf Beßler verweist auf offene Fragen bei der Finanzierung – und bringt einen gemeinsamen Fußballverein für ganz Plettenberg ins Gespräch.

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Bürgermeister Ralf Beßler musste sich am Donnerstag bei der Jahreshauptversammlung des Sport-Clubs (SC) Plettenberg im Sportheim Elsewiese deutliche Kritik anhören. Vorstand und Mitglieder werfen der Stadt vor, bei der geplanten Sanierung des Stadtstadions und der Umrüstung der Flutlichtanlage auf LED nicht voranzukommen. Beßler machte wenig Hoffnung auf einen schnellen Baubeginn: Vor 2027 könne die Sanierung der Elsewiese auf keinen Fall starten.

Dabei hatte es im April zunächst gute Nachrichten gegeben. Die Stadt erhält für die Sanierung des Stadtstadions finanzielle Unterstützung aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“. Rund 535.000 Euro soll die Förderung betragen.

„Seitdem sind wir initiativ geworden. Wir haben der Stadtverwaltung Vorschläge gemacht, wie bei der Sanierung Kosten gesenkt werden können“, berichtete der 1. Vorsitzende Andreas Barnewitz. Eine Reaktion der Stadt auf diese Vorschläge stehe jedoch bis heute aus. „Wir sind enttäuscht. Es fehlt die Transparenz“, kritisierte Barnewitz.

Das Stadtstadion Elsewiese ist sanierungsbedürftig.
Foto: Schlütter

Stadt muss rund 185.000 Euro selbst aufbringen

Beßler verwies auf das laufende Förderverfahren. Die verbindliche Bestätigung des Fördergebers liege der Stadt erst seit Juli vor. Zudem habe die Verwaltung den Förderantrag wegen neuer Anforderungen des Bundes nachbessern müssen. Am 15. September sei ein Gespräch zwischen Stadt und Fördergeber geplant. Erst danach könne die Stadt Genaueres sagen.

Offen bleibt zudem die Finanzierung des städtischen Eigenanteils von rund 185.000 Euro. Dieses Geld müsste im Haushalt eingeplant werden. Angesichts der schwierigen Finanzlage der Stadt sei das problematisch, erklärte Beßler. Die Entscheidung darüber müsse letztlich der Stadtrat treffen.

Ausdrücklich nahm der Bürgermeister die zuständigen Mitarbeiter der Verwaltung gegen die Kritik in Schutz. „Im Rathaus leisten alle tolle Arbeit“, betonte er.

Kritik auch an alter Flutlichtanlage

Für Unmut beim SC Plettenberg sorgt zudem die weiterhin ausstehende Umrüstung der Flutlichtanlage auf LED. Diese sei seit langer Zeit beschlossen, ohne dass die Arbeiten begonnen hätten. Mit Beginn der dunklen Jahreszeit verbrauche die alte Anlage deshalb weiterhin deutlich mehr Strom.

Siegfried Davideit, Vorsitzender des Stadtsportverbands, erinnerte daran, dass die Umrüstung der Sportplätze auf LED-Beleuchtung bereits 2021 erstmals im Rat beantragt worden sei. „Bis heute hat sich nichts getan. Ich habe den Eindruck, dass die Stadtverwaltung das verhindert, anstatt das Thema endlich umzusetzen“, kritisierte Davideit.

Beßler kündigte an, zu klären, woran die Umsetzung bislang scheitere.

Bürgermeister fordert mehr Eigeninitiative der Vereine

Der Bürgermeister warb zugleich für mehr Eigeninitiative der Sportvereine. Diese müsse gefördert werden. „Das stärkt auch das Vereinsleben“, erklärte Beßler. Vereine sollten eigene Ideen entwickeln, um Einnahmen zu erzielen und beispielsweise Sportanlagen aus eigener Kraft instandzuhalten.

Darüber hinaus kündigte Beßler einen weitreichenden Vorschlag für den Plettenberger Fußball an. Voraussichtlich im November wolle er allen Fußballvereinen der Stadt ein Konzept vorstellen, das nur noch einen Fußballverein in der Vier-Täler-Stadt vorsieht. „Die Kräfte müssen gebündelt werden. Das verbessert die Möglichkeiten, Sponsoren zu gewinnen, und würde dafür sorgen, dass Plettenberg Fußball in einer höheren Klasse spielt“, erklärte der Bürgermeister.

Ernst Heitmann seit 75 Jahren im Verein

Neben der Diskussion über die Sportstätten standen bei der Jahreshauptversammlung Ehrungen langjähriger Mitglieder auf dem Programm. Andreas Barnewitz zeichnete Ernst Heitmann für 75-jährige Vereinszugehörigkeit aus. Heitmann gehört dem heutigen SC Plettenberg, vormals SpVg. Plettenberg, seit 75 Jahren an und unterstützt als Mitglied des Ältestenrats weiterhin den geschäftsführenden Vorstand.

Hans-Joachim Holterhoff erhielt eine Ehrenurkunde für 60-jährige Mitgliedschaft.

Urgesteine: Die Jubilare Ernst Heitmann (rechts) und Hans-Joachim Holterhoff wurden geehrt.
Foto: Schlütter

Weitere Jubilare konnten nicht an der Jahreshauptversammlung teilnehmen: Jörn Handelmann gehört dem Verein seit 50 Jahren an, Karsten Becker und Dieter Wiesner seit 40 Jahren sowie Helmut Ziegler seit 25 Jahren.

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