Der Umzug ist geschafft: Seit Mittwoch, 2. September, lernen die Kinder der Grundschule Holthausen in ihrem neuen Schulgebäude. Rund zehn Millionen Euro sind inzwischen für das Gesamtprojekt eingeplant. Mit der Inbetriebnahme ist zugleich der erste große Baustein beim Umbau der Plettenberger Schullandschaft geschafft.
„Richtig gut!“ – so fällt die erste Reaktion von Schülern und Lehrern auf ihre neue Schule aus. „Unsere Wünsche wurden berücksichtigt“, freut sich die stellvertretende Schulleiterin Stefanie Bock.
Zum Start überreichten Bürgermeister Ralf Beßler, Dirk Busch von der technischen Gebäudewirtschaft der Stadt Plettenberg und Architekt Michael Koch symbolisch den Schlüssel an Schulleiterin Miriam Springob, ihre Stellvertreterin Stefanie Bock sowie OGS-Leiterin Nadine Wagner und deren Stellvertreterin Selma Güner.
Miriam Springob befindet sich derzeit in Elternzeit und wird Anfang 2027 in den Dienst zurückkehren. Zur Schlüsselübergabe kam sie dennoch in die neue Schule. „Meine Stellvertreterin, das Kollegium sowie das OGS-Team um Nadine Wagner und Selma Güner haben die ganze Arbeit geleistet und das super gemacht“, lobte sie.
In das Lob bezog die Schulleiterin ausdrücklich Hausmeister Marcus Neuhaus ein. Er betreut seit genau 20 Jahren die Grundschule Holthausen und die benachbarte Kindertagesstätte.
46 Erstklässler starten am Donnerstag
Am Donnerstag folgt der nächste besondere Tag für die Grundschule: 46 Mädchen und Jungen werden eingeschult und beginnen ihre Schulzeit im Neubau.
Die Schule ist für acht Klassen ausgelegt. Damit kann sie vollständig zweizügig mit rund 200 Kindern betrieben werden.
Nicht nur das Gebäude ist neu. Mit dem Neubau ändert sich auch die Art, wie die Räume zum Lernen genutzt werden. Das umgesetzte Clustersystem löst die klassische Flurschule mit einem großen Klassenraum als Mittelpunkt ab. Stattdessen stehen mehrere zusammenhängende Räume für unterschiedliche Lernformen zur Verfügung. Selbst der Flur ist ausdrücklich als Lernraum vorgesehen.
Das Konzept bedeutet damit eine Umstellung für Lehrer und Schüler: Unterricht und Lernen konzentrieren sich nicht mehr ausschließlich auf ein Klassenzimmer, sondern verteilen sich je nach Bedarf auf verschiedene Bereiche.
Neubau war zunächst nicht geplant
Mit der neuen Grundschule Holthausen beginnt zugleich ein weiterer Abschnitt bei der Neuordnung der Plettenberger Schullandschaft. Ein Neubau an diesem Standort war ursprünglich allerdings nicht der Ausgangspunkt der Planungen.
Nachdem 2020 in der ehemaligen Vier-Täler-Schule eine erhebliche Asbestbelastung festgestellt worden war, prüfte die Stadt verschiedene Möglichkeiten für Sanierung, Abriss und Neubau. Parallel entwickelten sich die Planungen zur Neuordnung der gesamten Plettenberger Grundschullandschaft weiter.
Im November 2022 fiel schließlich im Stadtrat die Entscheidung für einen Neubau auf den Fundamenten der ehemaligen Vier-Täler-Schule. Geplant wurde eine zweizügige Grundschule für rund 200 Kinder. Im Oktober 2023 erfolgte der Spatenstich.
Eigentlich sollte die Schlussabnahme bereits im Juni 2025 erfolgen. Verzögerungen während der Bauphase warfen den Zeitplan jedoch zurück. Zum Schuljahr 2026/27 nimmt der Neubau nun seinen Betrieb auf.
Rund zehn Millionen Euro eingeplant
Im Laufe der Planungs- und Bauzeit sind auch die veranschlagten Gesamtkosten gestiegen. Beim Baubeschluss im November 2022 wurden einschließlich des Abbruchs noch rund 7,5 Millionen Euro kalkuliert.
Beim Spatenstich im Oktober 2023 bezifferte die Stadt die bis dahin angefallenen Kosten für Planung, Umzüge und Abriss mit rund 1,2 Millionen Euro. Weitere 6,7 Millionen Euro waren zu diesem Zeitpunkt für den eigentlichen Neubau vorgesehen.
Inzwischen sind für das Gesamtprojekt rund zehn Millionen Euro im städtischen Haushalt eingeplant. Eine endgültige Schlussabrechnung liegt noch nicht vor. Der eigentliche Neubau bewegte sich nach Angaben des Architekten Anfang 2026 weiterhin im kalkulierten Kosten- und Angebotsrahmen.









