Tok, tok, tok. Immer wieder saust der Schwanzhammer nieder. Matthias Neuhaus, schiebt den hellrot glühenden Vierkant unter dem Hammerkopf vor und zurück. Das Stück Stahl nimmt Formen an, gleicht zunehmend einem Pfosten mit Knauf an einem Ende. Es könnte aber auch die Grundform eines Schwerts sein.
Wie früher geschmiedet wurde zeigen Neuhaus, gelernter Freiformschmied, und seine Kollegen vom Förderverein für den Ahehammer bei einer Schmiede-Einlage. Sie hegen und pflegen den Ahehammer und erhalten das Industriedenkmal so als außerschulischen Lernort – ehrenamtlich. Die Energie lieferte ein Hammerteich hinter dem Gebäude. Die Welle für die beiden Hämmer wurde mit Wasserkraft angetrieben. Die Holzkohle kam aus den heimischen Wäldern.

Zum „Vatertag“ eröffneten sie die Saison am Ahehammer. Radler, Wanderer und andere Interessierte nutzen gerne die Gelegenheit, sich umzusehen oder sich bei Waffeln, Grillwurst und kühlen Getränken zu stärken.
Manfred Buchta befeuerte die Esse, um den Stahl zu erhitzen. Dr. Michael Eckhard erklärte, wie in den Osemund-Öfen früher Eisen gewonnen und dann in den vielen Schmieden der Region weiter verarbeitet wurde. Ein „Kotten“ im Ortsnamen deutet auf die früheren Aktivitäten hin. Bevor Ende des 17. Jahrhunderts das Ruhrgebiet mit seinen Kohlevorkommen schnell zur Industrieregion aufstieg, war das „Süderland“ die führende Region, was Eisenschmelze und-verarbeitung anging, so Eckard.
INFO
- Der Ahe-Hammer steht seit 1984 unter Denkmalschutz.
- Er befindet sich auf einem 5300 m² großen Areal.
- Erhalten sind zwei Hämmer und zwei Wasserräder mit Wasserläufen, die dem Antrieb der Hämmer und einer Kolbenpumpe für die Winderzeugung an den zwei erhaltenen Schmiedefeuerstellen dienen.
- Seit den 1950er Jahren ist das Hammerwerk der Öffentlichkeit bei Schmiedevorführungen zugänglich.
- So werden seit Abschluss aufwändiger Renovierungsarbeiten im Mai 2022 regelmäßig offene Führungen angeboten.
- Zudem soll der Ahe-Hammer künftig auch als außerschulischer Lernort für Lerneinheiten zu Technik, Wasserkraft, Eisen und Stahl und Geschichte zur Verfügung stehen.
- Seit 2013 ist die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur die Eigentümerin des Technikdenkmals. Unterstützung erfährt sie bei Pflege, Erhalt sowie Veranstaltungen und Führungen durch den Förderverein Osemunddenkmal Ahe-Hammer Herscheid/Werdohl e.V.
Quelle: ahehammer.de










