Die Iserlohn Roosters gewinnen gegen die Grizzys Wolfsburg im letzten Freitagabend-Heimspiel der Saison mit 2:1 nach Verlängerung. Für den entscheidenden Treffer sorgte in der mit 4.967 Zuschauern ausverkauften Eissporthalle am Seilersee Kyle Wood nach 1:26 Minuten in der Overtime.

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Die Hausherren zeigten eine gute Leistung in einem Spiel zweiter gleichwertiger Mannschaften. Der Roosters-Sieg geht aufgrund der größeren Spielanteile und zahlreicheren Tormöglichkeiten in Ordnung.

Zwei Siege, zwei Niederlagen

Für die Sauerländer war es das vierte und damit letzte Spiel der laufenden Saison gegen Wolfsburg. Zwei Niederlagen bei einem Heimsieg in der Verlängerung stand für die Hausherren vor dem ersten Bully zu Buche. Der Tabellenachte aus der VW-Stadt kam mit der Empfehlung von zuletzt zwei Heimsiegen gegen Augsburg und Frankfurt an den Seilersee. Die Sauerländer wollten ihre Serie von sechs Siegen in den letzten sieben Heimspielen fortsetzen. Roosters-Chefcoach Stefan Nyman konnte bis auf den noch immer verletzten Taro Jentzsch auf das komplette Line-Up zurückgreifen. Zwischen den Pfosten stand Andreas Jenike.

Vor dem Spiel machten die Roosters-Fans ihrem Unmut gegenüber der Vereinsführung Luft.
Foto: Hendrik Klein / LokalDirekt

Führung durch Julian Napravnik

Die Roosters kamen gut ins Spiel, zeigten sich deutlich verbessert nach der 0:6-Schlappe in München. Die Spielpause hatte dem Team offenbar gutgetan. Die Waldstadt-Cracks traten deutlich frischer auf und erarbeiteten sich die ersten guten Torchancen, die allergings vergeben oder von Grizzly-Keeper Dustin Strahlmeier zunichte gemacht wurden. Die Gastgeber waren die bessere Mannschaft, aber Wolfsburg blieb bei seinen Kontern durchaus gefährlich. Der verdiente Lohn für die Mühen war der Führungstreffer durch Julian Napravnik. Er traf in der 15. Spielminute. Weitere Treffer fielen bis zur ersten Drittelpause nicht. Die Führung der Roosters war aufgrund der Spielanteile in Ordnung.

Gute Chancen nicht genutzt

 Im zweiten Spielabschnitt machten die Roosters da weiter, wo sie im ersten aufgehört hatten. Sie hatten beste Tormöglichkeiten durch Christian Thomas, Anthony Camara und den am diesen Tag bestens aufgelegten Julian Napravnik. Eric Cornel hämmerte den Puck an die Latte. Sie ließen aber alle Chancen ungenutzt. Die Hausherren hätten längst höher führen müssen. Zwei Strafzeiten mussten die Sauerländer überstehen. Lua Niehus und Anthony Camara brummten in der Kühlbox. Aber auch die Grizzlys konnten den Vorteil durch einen Spieler mehr auf dem Eis nicht nutzen. Jetzt war Andreas Jenike im Tor der Hausherren öfter gefordert. Die Roosters konnten ihrerseits eine Wolfsburger Strafe nicht in einen Treffer ummünzen. Das Spiel wurde gegen Ende des Drittels körperlicher. Beide Mannschaften machten deutlich, dass sie die Punkte wollten. Noch führten die Roosters.

Ausgleich durch Gemel Smith

Ins letzte Drittel starteten die Gastgeber erneut besser, die Roosters waren das aktivere Team. Geschlagen waren die Grizzlys aber noch lange nicht, die Führung war ja knapp genug. Die Niedersachsen wurden zeitweise im eigenen Drittel festgesetzt. Die größte Chance vergab Anthony Camara bei seinem Alleingang, er scheiterte an Dustin Strahlmeier. Es kam, wie es kommen musste. Quasi aus dem Nichts fiel der Ausgleich für die Gäste. Gemel Smith traf in der 51. Minute zum 1:1. Unverdient war der Ausgleich nicht. Gegen Ende der regulären Spielzeit kamen die Wolfsburger immer besser ins Spiel. Die größten Einschussmöglichkeiten hatten aber Eirik Salsten und Julian Napravnik auf ihren Schlägern. Beide scheiterten am glänzenden Wolfsburger Keeper. Es blieb beim 1:1; es ging in die Verlängerung.

Iserlohn Roosters - Grizzlys Wolfsburg am 17. Januar 2026. Im Bild Colin Ugbeklie (links) im Zweikampf mit Wolfsburgs Matthew White.
Foto: Hendrik Klein / LokalDirekt

Kyle Wood traf in der Overtime

Nach 1:26 in der Overtime traf Roosters-Verteidiger Kyle Wood und sicherte den Sauerländern den wichtigen Zusatzpunkt. Die Tabellennachbarn Frankfurt (in Augsburg) und Dresden (in München) verloren ihre Auswärtsspiele. Die Roosters konnten ihren Vorsprung auf das Schlusslicht Dresden auf 20 Punkte ausbauen. Der Abstand auf die Playoff-Plätze beträgt nur noch acht Punkte. Am Sonntag geht’s zum überragenden Tabellenführer Kölner Haie. Erstes Bully ist um 16.30 Uhr.