Noch ist der Etat des Märkischen Kreises für das Haushaltsjahr 2026 nicht vom Kreistag beschlossen, da gibt es bereits kreisweit heftige Diskussionen um die prognostizierte Kreisumlage für das Haushaltsjahr 2027. Dabei ist für viele Städte und Gemeinden die Lage jetzt schon sehr schwierig. So muss Lüdenscheid ein 32-Millionen-Euro Loch im Haushaltssicherungskonzept stopfen.
Für das laufende Jahr hat Kämmerer Sven Haarhaus die Hoffnung noch nicht aufgegeben. "Der Märkische Kreis befindet sich weiterhin im Aufstellungsverfahren. Noch müssen Kreisausschuss und Kreistag abschließend über den Kreishaushalt und die Kreisumlage entscheiden. Insofern besteht die Hoffnung, dass es noch Veränderungen gibt", sagt er.
Entlastung entfällt
Für den Haushalt 2026 werde sich nach den letzten Informationen keine Veränderung gegenüber den bisher bekannten Daten ergeben. Die Städte im Kreis hatten allerdings gehofft, dass der Märkische Kreis die Senkung der Landschaftsumlage durch den Landschaftsverband weitergibt. "Dies fällt nach den aktuell vorgelegten Planungen nun voraussichtlich aus, da der Kreis die Entlastung nicht weitergibt (das wäre etwa eine Million Euro Entlastung für Lüdenscheid gewesen)", stellt Sven Haarhaus fest.
Festzuhalten bleibe allerdings, dass keine Veränderung gegenüber den bisher bekannten Daten bedeute, dass die Stadt Lüdenscheid im Jahr 2026 rund elf Millionen Euro mehr an den Märkischen Kreis überweisen müsse als noch im Jahr 2025 (Steigerung von rund 69 Millionen Euro auf knapp 80 Millionen Euro). Bis 2029 soll die Kreisumlage um weitere elf Millionen Euro steigen.
Bis zum Jahr 2029 weitere Verschlechterungen
Nach den letzten bekannten Informationen plant der Märkische Kreis nun in der Mittelfristplanung bis 2029 weitere Verschlechterungen. "Die größten Posten sind die Kosten der Hilfe zur Pflege und Integrationsmaßnahmen (knapp elf Millionen Euro) und der Entfall des globalen Minderaufwandes (rund 18 Millionen Euro)", listet der Lüdenscheider Kämmerer auf. "Lüdenscheid hat hiervon jeweils einen Anteil von rund 20 Prozent. Es kämen damit jährlich knapp sechs Millionen Euro hinzu. Die Kreisumlage läge dann bei mehr als 96 Millionen Euro. "Alleine der Entfall des globalen Minderaufwandes macht rund 3,5 Millionen Euro jährliche Mehrbelastung für Lüdenscheid aus", stellt Sven Haarhaus fest.
"Die aktuellen Bemühungen, das 32-Millionen-Euro-Loch für das Lüdenscheider Haushaltssicherungskonzept zu stopfen, werden damit deutlich erschwert, und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt."





