Die Iserlohn Roosters gewinnen nach großem Kampf vor 4.592 Zuschauern in der Eissporthalle am Seilersee gegen den deutschen Meister Eisbären Berlin mit 4:3. Für die Sauerländer, die ohne vier erkrankte oder verletzte Stammspieler antreten mussten, war es der sechste Sieg im siebten Heimspiel. Der Erfolg stand aber lange auf der Kippe.

Iserlohn Roosters – Eisbären Berlin 4:3 (2:0, 0:3, 2:0)

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Zweimal waren beide Teams in der Saison aufeinandergetroffen. Beide Partien gingen an Berlin. Beim ersten Auftritt am Seilersee waren die Eisbären mit 4:3 erfolgreich, auf eigenem Eis gewannen sie mit 5:3. Die Sauerländer hatten die letzten acht Spiele gegen die Berliner verloren. Die Hauptstädter kamen mit der Empfehlung eines 3:2-Erfolgs in München an den Seilersee. Das Team von Roosters-Coach Stefan Nyman war mit vier Siegen aus sechs Partien seit Weihnachten absolut im Soll, im Jahr 2026 waren die Gastgeber in bisher drei Spielen nie punktlos vom Eis gegangen.

Vier Stammkräfte fehlten

Verzichten musste Stefan Nyman auf die erkrankten Julian Napravnik, Maximilian Eisenmenger und Macoy Erkamps sowie auf den verletzten Taro Jentzsch. Dafür waren Manuel Alberg und Noel Saffran wieder ins Team gerutscht. Im Tor stand Andreas Jenike. Bei Berlin feierte Ty Ronning nach wochenlanger Verletzungspause sein Comeback.

Neumann und Camara treffen

Von der ersten Minute an setzte der Meister die Sauerländer unter Druck. Andreas Jenike war sofort gefordert. In der Folge kamen die Hausherren etwas besser ins Spiel, ohne sich die großen Tormöglichkeiten zu erarbeiten. Umso überraschender kam die Führung der Roosters. Daniel Neumann traf in der 10. Spielminute zum 1:0. Nur wenige Augenblicke später hatte Tyler Boland bei seinem Alleingang sogar das 2:0 auf dem Schläger, verpasste es aber knapp. Dass er ein Guter ist, bewies Andreas Jenike anschließend. Er hielt glänzend, als er wegen eines schnellen Vorstoßes von Jonas Müller ohne Verteidigungslinie unter Beschuss stand. Auf der anderen Seite erhöhte Anthony Camara in der 17. Minute auf 2:0 für die Hausherren. So ging es in die erste Pause.

Doppelschlag der Eisbären

Das zweite Drittel begann mit einer Unterzahl der Roosters. Aber mehr als ein Lattenschuss sprang für die Gäste dabei nicht heraus. Im Gegenzug musste Eisbären-Keeper Jonas Stettmer sein ganzes Können aufbieten, um das dritte Tor der Hausherren zu verhindern. Auch die Gastgeber ließen ihr erstes Überzahlspiel ungenutzt. Besser machte es dann Gäste-Stürmer Liam Kirk. Er traf in der 28. Spielminute zum verdienten 1:2-Anschluss der Hauptstädter. Sofort erhöhten die Eisbären nochmal mit Erfolg ihre Angriffe. Nur eineinhalb Minuten später erzielte Blaine Byron den 2:2-Ausgleich für die Eisbären. Jetzt war der Meister die klar bessere Mannschaft. Die Folge war das dritte Tor der Eisbären in der 39. Minute. Erneut war Liam Kirk der Torschütze. Berlin hatte das Spiel gedreht.

Die Iserlohn Roosters bejubeln das Tor von Anthony Camara.
Foto: Sebastian Sendlak / LokalDirekt

Zwei Tore durch Colin Ugbekile

Die ersten Tormöglichkeiten im Schlussdrittel gingen erneut an Berlin. In der Folge neutralisierten sich beide Mannschaften weitestgehend. Die Angriffe der Hausherren waren selten und wenig druckvoll. Überraschend deshalb der Ausgleich für die Roosters. Colin Ugbekile traf in der 51. Spielminute zum 3:3. Der Treffer wurde von den Schiedsrichtern erst nach Videobeweis gegeben. Die Sauerländer konnten die Begegnung jetzt wieder offener gestalten. Eine weitere Überzahl ließen sie aber ungenutzt. In den Schlussminuten hatten die Iserlohner sogar die besseren Chancen. Eine davon nutzte Verteidiger Colin Ugbekile in der 59. Spielminute zu seinem zweiten Treffer an diesem Abend – das 4:3 für die Roosters. Die Gäste nahmen noch ihren Keeper zu Gunsten eines sechsten Spielers vom Eis - ohne Erfolg. Die Roosters gewannen glücklich, aber wegen des großen Einsatzes verdient.

Die Sauerländer vergrößern damit den Abstand auf den Tabellenletzten Dresdner Eislöwen auf 19 Punkte. Das nächste Spiel der Roosters ist am Sonntag um 16:30 Uhr beim EHC Red Bull München.