Es gelte, so Markus Gorecki, eine der Initiatoren der Aktion, ein Zeichen zu setzen für die Demokratie und eine Gesellschaft, „in der jeder seinen Platz hat“. Bürgermeister Olaf Stelse war stolz, „dass es so viele gibt, die hier für eine freie, offene und liberale Gesellschaft einstehen“. Er machte deutlich, dass eine starke Demokratie auch Zweifel an einzelnen Entscheidungen aushalten könne und müsse.
Aber Zweifel würden „von Demokratiefeinden wissentlich missbraucht“. Die Demonstration sei „ein Zeichen des Zusammenhalts und der starken Zivilgesellschaft. Wir stärken gemeinsam unsere Demokratie“, macht Stelse Mut und betonte, wie wichtig die Botschaft sei, die von der Demonstration ausgehe. Er berief sich auf Immanuel Kant, den großen Aufklärer, und mahnte: jeder sollte ein Friedenstifter sein, der das Leben besser und menschengerechter mache.
„Niemals Faschismus mit Anbiederung bekämpfen“
Mitorganisatorin Gundula Schneider erinnerte daran, wie privilegiert „wir hier leben“. Das hohe „Gut der Freiheit“ gelte es zu schützen, die Menschenwürde zu wahren. Sie sei kein Konjunktiv. Politik dürfe „niemals Faschismus mit Anbiederung bekämpfen“. Sie dürfe niemals „auf Kosten der Menschenwürde gehen“, zog sie eine rote Linie. Zum Abschluss der Kundgebung rief sie auf, die vielen Privilegien zu schützen und zu erhalten. Es sei „nicht selbstverständlich, was wir hier haben“. Für das Bündnis dankte sie unter großem Beifall der Stadt, den Hausmeistern der Schule und der Polizei, die die Veranstaltung ermöglicht haben.
Reiner Fröhlich berief sich bei seinem Appell für Vielfalt und Respekt auf die Bibel: „Gott schuf den Menschen, nicht den Deutschen“, wandte er sich gegen Nationalismus und Rassismus. In den Kirchengemeinden gebe es „alle möglichen Leute“ wie Bayern, Rheinländer, Italiener, Syrer. Er sei stolz auf die Verfassung, die im Mai 75 Jahre alt wird, und „stolz auf unser Land“, dass diese Vielfalt ermögliche. Respekt gelte allen, die sich versammelt hätten, aber auch jenen, die anderer Meinung seien. Es gelte diese zu erinnern, „Mensch zu sein“, ihnen aber auch gradlinig zu begegnen und mit Sachkompetenz „grober Dummheit“ entgegenzutreten.
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Als „mutiges Zeichen“, wertete Ulrike Schumacher, „dass wir so viele sind“. Bereits 2018 habe Björn Höcke für Remigration plädiert und angekündigt, dass die Umsetzung deutliche Konsequenzen erfordere. „Das ist faschistisch“, sagt sie. Gegenüber „Extremisten rechts, von links oder sonst woher“ dürfe es keine Toleranz geben. Mit Blick auf die vielen Menschen mit Migrationshintergrund machte sie klar, wie unser Leben aussähe, wenn all diese Menschen in den Betrieben, Geschäften, in Gastronomie oder Pflege nicht mehr da wären.










