Drei Windkraftanlagen sollen auf dem Kälberberg an der Stadtgrenze zwischen Kierspe und Lüdenscheid entstehen - zwei davon liegen auf Lüdenscheider Stadtgebiet, eine auf Kiersper. Mark-E Abteilungsleiter Sebastian Meurer und der zuständige Projektleiter Wilm Rogge haben dem Rat der Stadt Kierspe in seiner letzten Sitzung am Dienstagabend, 24. März, die entsprechenden Planungen vorgestellt.

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Insgesamt 229 Meter hoch sollen die drei Anlagen des deutschen Herstellers Enercon werden. Die Anlage auf Kiersper Stadtgebiet entsteht rund einen Kilometer westlich des Homertturmes, die beiden anderen Anlagen auf Lüdenscheider Gebiet noch ein Stück weiter im Westen. Jede hat eine Nennleistung von 12,78 Megawatt Stromproduktion.

Ab Juli, so erklärt Sebastian Meurer, beginnen die Arbeiten vor Ort, nachdem die Anlage im Mai bestellt werden soll. Im Frühjahr 2027 sollen das Fundament und der Turm errichtet werden. Die Inbetriebnahme ist für Januar 2028 geplant. Parallel zu den Arbeiten vor Ort laufen im Hintergrund kaufmännische Prozesse ab. Der Betrieb der Windkraftanlagen soll laut Mark-E-Plan durch eine eigene Kommanditgesellschaft erfolgen - an dieser können sich auch die Städte Kierspe und Lüdenscheid beteiligen.

Beteiligung für Kommunen und Bewohner

Insgesamt soll das Gesellschaftskapital rund fünf Millionen Euro betragen. 50 Prozent davon trägt die Mark-E mit eigenem Kapital bei, 30 Prozent werden für die beiden Kommunen reserviert. Die restlichen 20 Prozent sind für eine Bürgerbeteiligung vorgesehen, erklärt Meurer. "Ziel ist es, möglichst viele Bürger einzubinden", macht er gegenüber der Ratsmitglieder deutlich. Aus deren Reihen kommt gerade für die geplanten Nachrangdarlehen die Frage zu den geplanten Renditen für mögliche lokale Anbieter. "Marktüblich sind etwas zwischen 5 und 6 Prozent", machte Clemens Wieland, Fraktionsvorsitzender der UWG, deutlich.

Zusätzlich zu den Investitionen rechnet Mark-E mit rund 80.000 Euro pro Jahr an Umsatzbeteiligung für die Stadt sowie eine positive Entwicklung der vor Ort abgeführten Gewerbesteuer.

Umfangreiche Abschaltmaßnahmen geplant

Diese Einnahmen für die Kommunen sollen laut der Präsentation trotz zahlreicher Einschränkungen vor Ort möglich sein. Die Anlagen am Kälberberg haben aufgrund der Lage vermutlich wenig Probleme, die maximal zulässigen Schallpegel einzuhalten, jedoch eine automatische Abschaltung aufgrund von Schattenwurf und zum Schutz von verschiedenen Tieren.

Zum Schutz des Wespenbussards wird die Anlage zwischen Mitte Juli und Ende August bei zu geringen Windgeschwindigkeiten automatisch abgeschaltet, in den ersten zwei Jahren kommt ein umfangreicher Fledermausschutz hinzu. Dieser wird auf Basis eines Monitorings in dem Anfangszeitraum in Folge angepasst. Auch bei mehr als 30 Schattenminuten am Tag wird das Windrad abgeschaltet, um Anlieger zu schonen.

Der Hersteller gibt eine Garantie über 25 Jahre Betriebszeit, "unsere Erfahrungen sind jedoch, dass es auch 30 Jahre sind", macht Rogge deutlich. Für den Rückbau werden im Laufe der Betriebsjahre Rückstellungen gebildet, so dass dieser sicher finanziert ist, wie die Mark-E-Vertreter deutlich machen.