Freie Fahrt im gesamten Tunnel: Das kann noch dauern. Straßen.NRW rechnet zurzeit mit der Inbetriebnahme und dem endgültigen Abschluss aller Arbeiten im April 2028. Allerdings wird auch auf Risiken hingewiesen, die im Zeitplan nicht berücksichtigt sind.
Das geht aus einem Schreiben des Landesbetriebs an die Stadt Lüdenscheid hervor. In der Ratssitzung am Montag (23. Februar) gab Bürgermeister Sebastian Wagemeyer einen Zeitplan bekannt. Dabei zitierte er aus einem Schreiben von Straßen.NRW.
Danach konnte die Asbestsanierung erfolgreich beendet werden. Eine Freimessung Ende Oktober hat die Schadstofffreiheit im Arbeitsbereich bestätigt.
Momentan erfolgt der Rückbau des Oberbaus und der Gehwege. Der Abschluss ist planmäßig bis März 2026 vorgesehen.
Im direkten Anschluss konzentrieren sich, so Straßen.NRW, die Arbeiten auf die Instandsetzung und den baulichen Brandschutz der Nordröhre. Zunächst wird über einen Zeitraum von vier Monaten die Betondeckung an der Tunneldecke im Spritzmörtel-Verfahren wiederhergestellt.
Ein wesentlicher Schwerpunkt der baulichen Sanierung liegt in der flächigen Aufbringung von Brandschutzmörtel sowie der anschließenden Oberflächenbeschichtung. Diese Arbeiten sind ab Sommer 2026 bis zum Frühjahr 2027 geplant. "Die Kombination dieser Maßnahmen dient der Sicherstellung der bautechnischen Widerstandsfähigkeit im Brandfall sowie dem langfristigen Schutz der Bausubstanz", heißt es im Schreiben von Straßen.NRW.
Nach Abschluss der Tiefbau- und Entwässerungsarbeiten schließt der Neubau des Fahrbahnoberbaus sowie die Instandsetzung der Stützwände und Geländer diese Phase bis Sommer 2027 ab.
Danach beginnt im Sommer 2027 die Installation der betriebstechnischen Ausstattung. Sie umfasst die gesamte Beleuchtung, Kabeltrassen, Funk- und Verkehrstechnik sowie die Montage von Brandschutztüren und der Steuerungstechnik.
Ab Herbst 2027 finden Funktionstests und Personalschulungen statt. Mit der planmäßigen Sachverständigenabnahme und dem anschließenden Rückbau der Verkehrsführung im April 2028 wird das Projekt offiziell beendet.
Straßen.NRW weist allerdings auch darauf hin, dass es sich um einen vorläufigen Zeitplan handelt. Risikofaktoren wie Witterungs- und externe Einflüsse – etwa Ausfalltage durch schlechtes Wetter oder Streiks und potenzielle Ressourcenengpässe bei technischen Komponenten seien nicht berücksichtigt. Aufgrund der engen Verzahnung der Gewerke würden Verzögerungen in der Sanierungsphase direkte Auswirkungen auf den Gesamtzeitplan haben.
Dudas: Erster Schritt in Richtung Transparenz
Der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas begrüßt die veröffentlichten Informationen zur Sanierung des Rathaustunnels. Das Verkehrsministerium habe erstmals seit Monaten neue Details vorgelegt.
Neu sei, dass erstmals nachvollziehbar dargestellt wird, welche Arbeitsschritte vorgesehen sind. "Diese Informationen haben bislang gefehlt", erklärt Dudas. "Das ist ein erster Schritt in Richtung der vom Minister zugesagten Transparenz."
Kritisch sieht Dudas die Planung der Personalschulungen erst zum Abschluss der Sanierungsarbeiten. "Das ist nicht nachvollziehbar. Schulungen müssen frühzeitig erfolgen, um zusätzliche Verzögerungen zu vermeiden. Hier besteht dringender Handlungsbedarf."










