Ob in Brenscheid künftig Freiflächen-Photovoltaikanlagen entstehen, bleibt zunächst offen. Der Rat der Gemeinde hat am Montag, 13. Juli, beschlossen, die Entscheidung zu vertagen. Zuvor soll im September eine Bürgerversammlung stattfinden, bei der Bürger, Politik und Verwaltung das Vorhaben erneut diskutieren.
Auslöser der Debatte sind Pläne für zwei Freiflächen-Photovoltaikanlagen im Bereich Brenscheid. Während die Betreiber in den Anlagen einen Beitrag zur Energiewende sehen, lehnen zahlreiche Anwohner das Vorhaben ab. Entsprechend groß war das Interesse an der Ratssitzung, zu der zahlreiche Bürger gekommen waren.
SPD setzt Bürgerversammlung durch
Den Antrag, vor einer Entscheidung zunächst eine Bürgerversammlung durchzuführen, stellte die SPD-Fraktion. "Das Thema ist im Vorfeld nicht vernünftig kommuniziert worden, Bürgerbeteiligung hat nicht stattgefunden. Deshalb sollten wir uns vor Ort noch einmal gemeinsam mit den Bürgern damit beschäftigen", begründete Fraktionsvorsitzender Resul Gökdag den Vorstoß. Der Rat folgte diesem Antrag mehrheitlich.
CDU sieht nur geringen Nutzen
Auch die CDU sprach sich dafür aus, die Entscheidung zunächst zurückzustellen. Fraktionsvorsitzender Jens-Philipp Olschewski verwies darauf, dass sich der Rat bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt habe. Aus Sicht der Christdemokraten stehe der vergleichsweise geringe finanzielle Nutzen für die Gemeinde in keinem angemessenen Verhältnis zu den Eingriffen in Natur und Landschaft. Nach Angaben der Verwaltung würde die Gemeinde durch die Anlagen mit Gewerbesteuereinnahmen von rund 25.000 Euro jährlich rechnen können.
Visualisierung zeigt geplante Anlagen
Vor der Beratung stellte Sebastian Meurer von der Mark-E die aktuellen Planungen vor. Mithilfe einer Visualisierung zeigte er, wie die Anlagen aus Sicht der Anwohner wahrgenommen würden. Nach Angaben des Vorhabenträgers hat der Betreiber eine der beiden geplanten Flächen bereits verkleinert und weiter vom Ort abgerückt. Statt ursprünglich rund 14 Hektar soll sie künftig nur noch etwas mehr als neun Hektar umfassen.
Unterschiedliche Bewertungen im Rat
Die Einschätzungen im Rat fielen unterschiedlich aus. Während der fraktionslose Ratsherr Matthias Lohmann nach der Präsentation zu dem Schluss kam, dass sich die optischen Auswirkungen auf die Anwohner in Grenzen hielten, äußerten CDU, UWG sowie zahlreiche Bürger weiterhin erhebliche Bedenken. Die UWG verwies darauf, dass die Gemeinde zwischen Klimaschutz, Landwirtschaft, Naturschutz und den Interessen der Anwohner sorgfältig abwägen müsse.
Bürger machen ihrem Unmut Luft
Auch mehrere Bürger nutzten die Gelegenheit, ihre Kritik zu äußern. Sie befürchten unter anderem Eingriffe in das Landschaftsbild sowie Auswirkungen auf Natur und Umwelt. Symbolisch spannte Nicole Bracht während der Sitzung einen roten Regenschirm auf und appellierte an Rat und Verwaltung, die Interessen der Brenscheider nicht außer Acht zu lassen.
Mit der Entscheidung des Rates ist das Verfahren ausgesetzt. Im September soll eine Bürgerversammlung stattfinden. Erst danach wollen sich die politischen Gremien erneut mit den Planungen befassen.








