Im August sinkt die Arbeitslosigkeit im Märkischen Kreis entgegen dem Landestrend. Laut Arbeitsagentur Iserlohn waren 16.033 Frauen und Männer arbeitslos. Zurzeit suchen noch 239 junge Menschen nach einer Ausbildungsstelle, gleichzeitig sind noch 873 Ausbildungsplätze unbesetzt.
„Wir freuen uns über die positiven Signale, die uns der Arbeitsmarkt im August sendet“, erklärt Sandra Pawlas, Chefin der Iserlohner Arbeitsagentur. In diesem Monat suchten 96 Personen weniger einen neuen Arbeitsplatz; auf der Nachfrageseite haben Unternehmen aus der Region in diesem Monat 769 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Der Bestand hält das hohe Niveau von über 5000 Stellen im Kreis und zeigt: Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist nach wie vor hoch. „Immer häufiger können Unternehmen ihre Stellen nicht mit geeignetem Personal besetzen. Rund zwei Drittel der gemeldeten Stellen richtet sich an Fachkräfte, nur rund ein Drittel an Helfer. Qualifikation ist und bleibt der Schlüssel, um die Nachfrage langfristig und nachhaltig bedienen zu können“, fasst Pawlas zusammen.
Auf Ausbildungsmarkt noch alles möglich
Auf dem Ausbildungsmarkt sei auch nach dem klassischen Ausbildungsstart Anfang August noch alles möglich, berichtet Pawlas. „Wer jetzt noch alles gibt und sich bewirbt, hat gute Chancen, einen Ausbildungsvertrag zu ergattern. Ausbildungen können – je nach Entscheidung des Arbeitgebers, der Kammer und der Berufsschule – auch bis Mitte November gestartet werden“, ergänzt Pawlas und konkretisiert: „Optimale Chancen auf einen Ausbildungsplatz bestehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mehr unbedingt am jeweiligen Wohnort. Wer aktuell einen Ausbildungsplatz sucht, hat definitiv bessere Chancen, wenn der Bewerbungsradius ausgeweitet oder über berufliche Alternativen nachgedacht wird.“
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Märkischen Kreis im August 2023 gesunken. Insgesamt waren 16.033 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 96 Personen oder 0,6 Prozent weniger. Im Vergleich zum August des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1367 Personen bzw. 9,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im August 7,2 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,6 Prozent (+0,6 Prozentpunkte).
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Märkischen Kreis im Berichtsmonat gestiegen. 6623 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 91,2 Prozent (6.041 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 85 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 379 Personen.
Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 769 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, 78 weniger als im Vormonat. Im Bestand befanden sich insgesamt 5107 offene Stellen, 19 weniger als im Vormonat und 699 weniger als im Vorjahresmonat.
Investition in Qualifizierung
„Wir hoffen, dass sich der Arbeitsmarkt auch in den kommenden Monaten weiter robust zeigt, blicken aber vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Situation bei uns im Kreis eher vorsichtig Richtung Herbst“, erklärt Sandra Pawlas und führt fort: „Unternehmen, die sich möglicherweise gerade in einer wirtschaftlichen Notlage befinden, sollten über das Instrument der Kurzarbeit nachdenken und sich rechtzeitig bei uns in der Arbeitsagentur beraten lassen. Durch den Einsatz von Kurzarbeit können auch in zeitweise schwierigen betrieblichen Situationen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehalten werden! Nutzen Sie zusätzlich die Möglichkeit der Qualifizierung während Kurzarbeit, um ihre Mitarbeitenden fit für die anstehenden Herausforderungen und Transformationsprozesse zu machen.“
Darüber hinaus seien die transformativen Prozesse auf dem heimischen Arbeitsmarkt in vollem Gange und forderten neben der weiter bestehenden Problematik der gesperrten A45-Autobahnbrücke und den steigenden Energiekosten viele Unternehmen heraus: Das Arbeitskräftepotential sinkt weiter, viele versierte Fachkräfte verlassen den Arbeitsmarkt in Richtung Rente und Qualifikationsanforderungen steigen. „Wir möchten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern daher genauso wie Unternehmen darin bestärken, in Qualifizierung zu investieren. Kommen Sie jederzeit auf unsere Beraterinnen und Berater zu – wir fördern ganz individuell und bis zu 100 Prozent“, fasst Pawlas zusammen.
Um auf die vielfältigen Angebote aufmerksam zu machen, veranstalten die Agenturen für Arbeit in NRW vom 11. bis 29. September die Aktionswochen „Qualifizierung in der Transformation“.








