Ende April präsentiert sich der Arbeitsmarkt im Märkischen Kreis weitgehend stabil, wenn auch auf weiterhin erhöhtem Niveau. Nach aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit Iserlohn waren 19.005 Menschen arbeitslos gemeldet – vier weniger als im Vormonat, jedoch 432 mehr als im April des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 8,4 Prozent.
Im Verlauf des Monats zeigt sich damit eine kontinuierliche Entwicklung. „Aktuell sehen wir eine Seitwärtsbewegung auf weiterhin hohem Niveau“, ordnet der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Iserlohn, Sebastian Unkhoff, die Lage ein. Eine für das Frühjahr typische Belebung bleibe aus, zugleich nehme die Dynamik am Arbeitsmarkt spürbar ab.
Geringere Dynamik bei Stellen und Bewegungen
Diese Einschätzung spiegelt sich in den aktuellen Zahlen wider. Im April meldeten Unternehmen 466 neue Stellen – deutlich weniger als im Vormonat und im Vorjahresvergleich. Insgesamt befinden sich derzeit 3370 offene Stellen im Bestand der Arbeitsagentur. Gleichzeitig hielten sich Zu- und Abgänge aus Arbeitslosigkeit nahezu die Waage: 2921 Menschen meldeten sich arbeitslos, 2923 beendeten ihre Arbeitslosigkeit, rund ein Drittel davon durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit.
Unkhoff verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass „weniger Stellenmeldungen und geringere Bewegungen am Arbeitsmarkt dazu führen, dass sich Arbeitslosigkeit eher verfestigt“. Besonders der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit sowie der Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr werde als Warnsignal gewertet.
Unterschiedliche Entwicklungen in den Kommunen
Ein differenzierter Blick auf die Städte und Gemeinden zeigt deutliche Unterschiede innerhalb des Kreises. Während einige Kommunen rückläufige Zahlen verzeichnen, steigt die Arbeitslosigkeit andernorts weiter an.
In Iserlohn waren im April 4891 Menschen arbeitslos gemeldet – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vormonat sowie ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9,9 Prozent.
Auch in Lüdenscheid bleibt die Situation angespannt: 4266 Arbeitslose entsprechen einer Quote von 10,8 Prozent. Trotz eines leichten Rückgangs im Monatsvergleich liegt die Zahl über dem Niveau des Vorjahres.
Demgegenüber stehen Kommunen mit rückläufiger Entwicklung. In Hemer sank die Zahl der Arbeitslosen auf 1386 Personen. Auch in Schalksmühle ging die Arbeitslosigkeit zurück. Auch in Altena und Balve lagen die Werte im Vorjahresvergleich niedriger.
In anderen Städten zeigt sich hingegen ein gegenläufiger Trend: In Menden, Werdohl und Neuenrade ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Besonders deutlich fällt der Anstieg in Werdohl aus, wo die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr um 11,1 Prozent zunahm.
Entwicklung in der Grundsicherung
Parallel dazu zeigt sich in der Grundsicherung eine leicht rückläufige Entwicklung. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften sank im Vorjahresvergleich auf 17.295, auch die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ging zurück.
Gleichzeitig weist das Jobcenter auf gegenläufige Tendenzen hin. „Eine steigende Anzahl von Zugängen von arbeitslosen Personen“ sei zu beobachten, während die Zahl der Bedarfsgemeinschaften weiterhin rückläufig bleibe, erläutert Geschäftsführerin Anna Markmann. Diese Entwicklung sei auch darauf zurückzuführen, dass im ersten Quartal vermehrt Übergänge in Beschäftigung gelungen seien.
Ausblick
Für die kommenden Monate zeichnet sich keine grundlegende Trendwende ab. Vielmehr dürfte sich die derzeitige Entwicklung mit moderaten Schwankungen fortsetzen. "Umso wichtiger ist es, den Arbeitsmarkt in Bewegung zu halten und vorhandene Potenziale – insbesondere durch gezielte Weiterbildung und den Einsatz unserer Förderinstrumente – zu nutzen", sagt Sebastian Unkhoff.






