Zur öffentlichen Fraktionssitzung von CDU und SPD zu den P&C-Plänen erreichte uns folgende Leserzuschrift:
Ich war einer der 250 Besucher im Kulturhaus und sehr froh, dass ich diesen Infoabend besucht habe. Anfang Juli hatte ich, einen sehr kritischen Leserbrief, zum Projekt des alten P&C Hauses verfasst.
Durch die Informationen, vor allem von Midstad, aber auch den anderen Rednern, bin ich nicht kritiklos der Sache gegenüber, aber ich sehe einen klaren Sinn in den Überlegungen von Verwaltung und Stadtrat.
Unsere Verwaltung ist nahezu über die ganze Stadt verteilt. Es sind Büros für 250 Mitarbeiter extern angemietet. Nun kann die Stadt in weniger als 100 Meter vom Rathaus entfernt für 200 der Mitarbeiter Arbeitsplätze bekommen. Nähe zwischen den Bereichen ist auch für die Verwaltung und uns Bürger von Vorteil.
Denken wir Bürger an eine umfangreiche Behördenrallye, so könnte es sein, zwischen Sauerlandcenter, Rathaus, Schillerstraße, Rathaus und dann eventuell noch dem EGC hin und her laufen zu müssen. Da ist ein Hopping über 50 bis 100 Metern jedes Mal in Minuten erledigt.
Umsonst bekommt auch eine Stadtverwaltung nichts
Der Aspekt das Gebäude kaufen zu wollen, halte ich für sinnvoll. Immer nur zahlen und zahlen, für Mieten, Erhöhungen und Nebenkosten, halte ich für einen Luxus, den wir uns nicht mehr leisten können. Denn jedes Mal wird irgendwem Externen eine Gewinnmarge mitbezahlt. Umsonst bekommt auch eine Stadtverwaltung nichts.
Punkt zwei ist die Mehrzweckhalle. Die ich als Konkurrenz zu großen Räumlichkeiten, wie den Ratssaal, das Kulturhaus, oder die nicht mehr existente Tollywood Spiellandschaft (quasi als Sinnlosbeispiel) angesehen habe. Mit den Ausführungen von Midstad ist mir bewusst geworden, warum diese Halle als Magnet funktioniert. Wenn zum Beispiel Erco, Busch-Jaeger Elektro, Kostal oder andere Unternehmen ein neue Produktpräsentation Fachpublikum oder der breiten Öffentlichkeit vorstellen, passiert etwas in der Stadt, mit positiver Auswirkung für alle. Andere Veranstaltungen, die heute an der Peripherie, wie der Schützenhalle stattfinden, sind plötzlich in der Stadt und beenden die sterile und triste Innenstadtleere.
Vereinssport mit Interesse
Das der Vereinssport Interesse hat, kam am Montag ebenfalls zur Sprache. Midstad verpflichtet sich dazu, die Halle zehn Jahre zu managen. Ebenfalls ein sehr positiver Punkt. Vermutlich wird es fünf Jahren oder länger dauern, bis die Halle richtig läuft und darüber hinaus trägt Midstad das Risiko, dass die laufende Halle in den Folgejahren bestätigt wird. Der Aufbau ist schwierig, aber viel schwieriger ist es die aufgebaute Eventlocation zu bestätigen und auf hohem Niveau zu halten.
Gut, der Einzelhandel und die Gastro sind komplett unerklärt geblieben. Hier sehe ich nach wie vor große Risiken, dass die neuen „potenten Interessenten“ von denen nebulös geredet wurde, die alt eigesessenen Unternehmer schädigen könnten. Gucken wir nach Letmathe, ich meine das R-Café und die wilden Diskussionen im Vorfeld, dort hat es auch funktioniert ein Magnet zu etablieren, ohne alles in der Einkaufsstraße platt zu machen.
Für mich steht fest, dass das Stadtrat-Stadtverwaltung-Midstad-Projekt eine Chance für Lüdenscheid ist. Ob es der ganz große Wurf wird hängt von den Leuten ab, die sich hinter der Aussage „ laufende Verhandlungen – kein Kommentar“ verstecken. Hier müssen wir Bürger wachsam sein und uns kümmern.
Nicht als Wahlveranstaltung nutzen
Die Veranstaltung war gut und richtig und vor allem informativ. Aber die Politik sollte solche Abende nicht als Wahlveranstaltung nutzen, oder die Fraktionen in frenetische Klatschtiraden verfallen, nur weil einer der Ihren etwas sagte. Ebenfalls fand ich die Ansprache vom Bürgermeister befremdlich und ehrlich gesagt sehr ungeschickt formuliert.
Wesentlich befremdlicher war die einheitliche Abwehrhaltung aller Politiker in der kurzen Fragerunde. Wie auf Kommando wurde in eine Abwehrhaltung und Verteidigungshaltung umgeschaltet, so dass die Fragen nicht vom Kern, sondern lediglich ansatzweise und mit viel Fantasie beantwortet wurden. Ich habe es geschafft eine Frage zu stellen.
Die teils aggressive Grundhaltung und bissigen und sachlich falschen Fragen, sowie die Zwischenrufe, hatte keiner der Akteure auf der Bühne verdient und waren vollkommen fehl am Platz. Das hat die interessierten Bürgern viel kostbare Zeit gekostet für wirklich interessante Fragen.
Es ist doch vollkommen legitim, dass ein Wirtschaftsunternehmen wie Midstad, zum Geldverdienen so etwas macht. Es ist ebenfalls nicht schwer zu verstehen, was schlüsselfertig bedeutet. Warum wird dann die Frage nach der Bonität von Midstad und vor allem in dieser Aggressivität dort gestellt?
Dass Midstad mit der Immobilie als Ruine wirtschaftlich nichts anfangen kann, ist logisch. Dass die die Probleme, solche „Kästen“ zu vermarkten, analysiert haben und uns poplige Lüdenscheider daran teilhaben lassen, ist nicht selbstverständlich. Erst das Risiko zu tragen und die Immobilie, wenn alles läuft, abzugeben, ist nicht selbstverständlich. Dann beginnt für ein Unternehmen, wie Midstad das Geldverdienen. Lüdenscheid war so knapp davor, dass sich der Geschäftsführer von Midstad, der Metropolen, wie Düsseldorf, Berlin oder Paris innerstätisch planerisch berät umdreht und wütend die Veranstaltung verlässt. Hier haben wir Bürger uns zu benehmen!
Ersten tollen Schritt gemacht
Ich will auf folgendes hinaus. Verwaltung und Stadtrat haben einen tollen ersten Schritt gemacht. Die Bürger sind zahlreich erschienen und waren in der großen Mehrzahl interessiert und haben anständig die Kommunikation gesucht.
Verbauen wir Bürger uns nicht diese neue Form der Interaktion mit der Verwaltung, durch einige wenige Querulanten. Und Stadt und Verwaltung bitte ich offener und vor allem aktiver auf uns Bürger zuzugehen. Öfter solche Veranstaltungen anzubieten. Weniger Wahlkampf, mehr Information. Kommen Sie bitte aktiv durch Presse, Social Media und Begegnungen auf uns Bürger zu und präsentieren Sie die positive Entwicklung Ihrer Arbeit. Es gibt diese, das haben wir alle sehen können. Hängen Sie Schilder der anno dazumal als Innenstadtentwicklung ausgelobten 71 Punkte an den Objekten auf und wesen aktiv auf den Stand zu dieser Gesamtkonzeption für Lüdenscheid hin – zum Beispiel eine Übersichtskarte auf der Homepage der Stadt. Die Punkte leuchten rot, gelb und grün. Gelb für, hier tut sich was, auch wenn wir noch nicht sagen was, aber es tut sich was. Grün für, es gibt eine Lösung. So hätten wir Bürger schon vor 3,5 Jahren erfahren können, dass die Immobilie Ecke Wilhelmstraße und Sternplatz „bearbeitet“ wird. Politik und Verwaltung sind für uns Bürger da und deshalb sehe ich Informationen von Ihrer Seite als Bringschuld!
Und beleben müssen wir Bürger die Innenstadt, also machen wir uns auf den Weg.
Ein vor 13 Jahren zugezogener Bürger
Heiko Kaczmarek
Für den Inhalt des Leserbriefs ist der Verfasser verantwortlich.









