Bei der Stadt Iserlohn ist Sparen angesagt. Im Haushalt klafft aktuell ein Loch von gut 51 Millionen Euro. Alle Ausgaben müssen auf den Prüfstand. Bis zum Jahr 2030 sollen 77 Jobs im Rathaus wegfallen. Damit übererfüllt die Verwaltung die Vorgabe der Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker, die ihrerseits eine Vorgabe von 60 zu streichenden Stellen gemacht hatten.
Personalabbau hat Konsequenzen
Die Verwaltung ließ in der Sitzungsvorlage für die Ratssitzung allerdings keine Zweifel daran aufkommen, dass Stellenreduzierungen ohne ausreichende Kompensation Folgen haben. Insbesondere in publikumsintensiven Bereichen könne dies bedeuten: längere Wartezeiten, weniger kurzfristige Termine, eingeschränkte persönliche Beratung stärkere Verlagerung auf digitale Antragswege, geringere telefonische Erreichbarkeit, längere Reaktionszeiten bei Beschwerden und Anliegen sowie stärkere Priorisierung dringender oder gesetzlich gebundener Fälle.
Waldstadt weit vorne
Doch gilt das alles auch für die Politik im Rathaus und in den angeschlossenen städtischen Gesellschaften? Die Redaktion wollte es genau wissen: Wieviel Aufwand und Arbeitszeit lösen im Rat der Waldstadt vertretenen Fraktionen mit ihren Anträgen und Anfragen bei den Rathausbeschäftigten aus?
Ein Vergleich für den Zeitraum 1. Juni bis Ende August 2026 mit dem Märkischen Kreis sowie den vier größten kreisangehörigen Städten und Gemeinden Iserlohn, Lüdenscheid, Hemer und Menden zeigt schnell: Die Iserlohner Politikerinnen und Politiker beschäftigen die Verwaltungsmitarbeitenden mit Abstand am meisten im Vergleich zum Kreis und den anderen drei Kommunen. Sie binden damit auch die meiste Arbeitszeit.
Stadt Iserlohn
35 Anfragen stellten die Fraktionen an Bürgermeister und Verwaltung — manche mit mehr als einem Dutzend einzelner zur beantwortenden Fragen — und stellten 30 Anträge.
Am meisten beschäftigte die SPD mit 19 Anfragen und Anträgen die Beschäftigten in der Verwaltung. Platz zwei geht an Bündnis90/Die Grünen mit 17. Der Bronze-Platz gebührt den Linken mit 13. Bei der CDU waren es vier Anfragen und zwei Anträge, bei der AfD sechs Anfragen und ein Antrag, Die Linke kam auf drei beziehungsweise neun, bei den Grünen waren es sechs Anfragen und ein Antrag, Die Iserlohner kamen auf eine Anfrage und drei Anträge.
Zusätzlich gab es jeweils einen gemeinsamen Antrag von CDU, SPD und Linken sowie einen von CDU und SPD. Die beiden Vertreter der FDP-Gruppe tauchen in der Statistik nicht auf.
Stadt Hemer
Anzahl der Anträge von Anfang Juni bis Mitte August: Die Linke stellte einen, die FDP zwei, die UWG zwei, die CDU einen. Anfragen gab es aus der SPD drei, aus der AfD eine, aus der FDP vier. In Summe waren es in diesem Zeitraum demnach 14 Anfragen und Anträge.
Stadt Menden
Seit dem 1. Juni sind in Menden insgesamt 10 Ratsanträge eingegangen — zwei der CDU, einer der SPD , einer von Bündnis 90/Die Grünen, zwei der AfD, zwei von MendenInnovativ, Die Linke stellte einen, ebenso die FDP/FW.
Anfragen erhielt die Verwaltung der Hönnestadt im genannten Zeitraum jeweils eine von der AfD-Fraktion und eine vom Bündnis 90/ Die Grünen.
Stadt Lüdenscheid
Bis zu den Sommerferien stellten in Lüdenscheid die Fraktionen folgende Anträge:
- CDU: 5
- SPD: 1
- AfD: 3
- Bündnis 90/Die Grünen: 1
- Die Linke: 10
- FDP: 1
Zusätzlich gab es 18 gemeinsame Anträge. Drei Anfragen kamen von der CDU, eine von der SPD, zwei von der AfD, Die Linke stellte vier Anfragen.
Märkischer Kreis
„Im angefragten Zeitraum wurden von der Kreispolitik Anträge der Kreistagsfraktionen wie folgt gestellt: FDP-Kreistagsfraktion zur afrikanischen Schweinepest, UWG im Zusammenhang mit dem Kulturbereich. Es gab noch einen gemeinsamen Antrag von CDU und FDP, einen von Bündnis 90/Die Grünen sowie der FDP-Fraktion. Formelle Anfragen an den Landrat wurden im angefragten Zeitraum seitens der Kreistagsfraktionen nicht gestellt“, erklärt die Pressestelle des Märkischen Kreises.








