Im zweiten Anlauf klappte es: Oliver Krischer hatte Mitte August den Termin kurzfristig absagen müssen. Nun traf er pünktlich auf dem Mitarbeiterparkplatz der Firma Alberts in Grünenthal ein. Von dort ging es zu Fuß auf den Radweg, der größtenteils im Bereich der alten Bahntrasse verläuft. Straßen-NRW-Regionalleiter Thomas Rensing und Ludger Siebert, Leiter der Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen NRW, sowie Bernd Wittemund vom Bauamt der Gemeinde Herscheid, gaben Informationen zu den Hintergründen des Bürgerradwegs, der nach seiner kompletten Fertigstellung Herscheid mit seinem größten Ortsteil Hüinghausen verbinden wird.
Der zweite Bauabschnitt ist etwa 1,5 Kilometer lang und reicht vom Müggenbruch bis Birkenhof. Er schafft die Radwegverbindung vom Zentrum Herscheid nach Grünenthal und Friedlin und damit zum größten Gewerbegebiet der Gemeinde. Gefördert wird der Radweg im Rahmen des Modellprojekts Bürgerradwege des Landes. Dabei werden Radwegebauprojekte gemeinschaftlich vom Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen, von den beteiligten Kommunen und Kreisen sowie mit Unterstützung der Bürgerschaft realisiert.
Infrastruktur für Pedelecs ausbauen
„Ich möchte ein Bild bekommen, wie Radwege in ländlichen Regionen und mit anspruchsvollen topografischen Bedingungen verwirklicht werden“, begründete Oliver Krischer den Ortstermin in Herscheid. Dank der sprunghaft gestiegenen Nutzung von Pedelecs bildeten die Steigungen im Sauerland keine Hindernisse mehr. „Daher sollten wir jetzt die Infrastruktur entsprechend ausbauen.“
Im Jahr 2018 habe man mit der Planung des 2. Bauabschnitts begonnen, berichtete Bernd Wittemund. Zeitaufwändig seien die Trassenfindung und der Grundstückserwerb gewesen. Fünf Jahre für einen Radwegabschnitt seien viel zu lang, befand Dietrich Alberts, Seniorchef des gleichnamigen Unternehmens. Dem stimmte Krischer zu: „Wir haben das Problem, dass der Radwegebau rechtlich genauso wie der Straßenbau behandelt wird. Das ist eine Überregulierung. Wir müssen raus aus den festen Schablonen, um Projekte schneller umzusetzen.“ Allerdings seien es oft auch schwierige Verhandlungen mit Privateigentümern, die Projekte in die Länge zögen.
Lückenschluss in Richtung Lüdenscheid
Der Radwegabschnitt bis Birkenhof soll Anfang Oktober offiziell freigegeben werden, kündigte Bürgermeister Uwe Schmalenbach an. Gleichzeitig werde mit den Planungen für den dritten Bauabschnitt begonnen, der bis Hüinghausen reicht. Schmalenbach gab dem Verkehrsminister auch mit auf den Weg, Straßen NRW die Mittel für den Radweg-Lückenschluss von Herscheid in Richtung Lüdenscheid zur Verfügung zu stellen. „Es fehlen nur noch zwei Kilometer.“
Von Herscheid fuhr Krischer weiter nach Finnentrop, wo er mit der Hangsicherung im Zuge der L539 eine weitere Baumaßnahme des Landesbetriebs Straßen NRW besuchte.










