Für Dirk Burghaus ein willkommener Anlass, um offiziell einige Missstände aufzuzeigen: „Natürlich ist auch hier die Rahmedetalbrücke und die damit verbundene Sperrung ein Riesenthema. Zumal sich auch viele Mitarbeiter mit den stau- und umleitungsbedingten langen Anfahrtszeiten schwer tun. Spitzenärzte aus dem Ruhrgebiet werden ja schließlich nicht fürs Autofahren bezahlt. Deshalb herrscht bei uns nicht nur Pflegenotstand, sondern auch Ärztenotstand. Aber vor allem der Pflegenotstand ist ein großes Problem. Pflegekräfte gibt es nicht. Die sind einfach nicht vorhanden.“
Laut Nezahat Baradari – selbst eine ausgebildete und praktizierende Ärztin – bestände eine Möglichkeit darin, auf eine Zuwanderung zu setzen, ohne die der Pflegenotstand nicht mehr zu bewältigen sei. Sie wies darauf hin, dass für die „sowieso durch die Brückenproblematik arg gebeutelte Region Fachkräfte oft zu teuer“ seien. Dirk Burghaus monierte in Bezug auf die A45 auch den „Stillstand an Information“, wodurch das „Vertrauen in die Politik nicht gerade gestärkt“ würde. Und: „Man hat den Eindruck, es zieht sich eine Mauer durch den Märkischen Kreis.“

Gehe es um die Finanzierung von Krankenhäusern, so Burghaus, könne man die Infrastruktur bemängeln. „Das System der Krankenhausfinanzierung fußt auf Misstrauen“, meint Burghaus in Bezug auf die Kontrolle der Abrechnungen. Baradari stimmte zu, dass man „gefangen im System“ sei, wies aber auch darauf hin, dass es „leider immer wieder Schwarze Schafe“ gebe. Zudem würden, laut Burghaus, etwa „Kliniken, die keine medizinische Direktversorgung betreiben, definitiv benachteiligt“. Die wenigen Finanzspritzen, die es gegeben habe, seien „eher zu vernachlässigen und lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein“.
„Es fällt oft schwer, weiterhin aus Überzeugung zu handeln, zumal viele Änderungen – auch an Gesetzen – dafür sorgen, dass man nur quartalsweise planen kann“, so Burghaus weiter. Es gehe schließlich um die bestmögliche Versorgung der Patienten, „da wäre eine Planungssicherheit zumindest für eine Legislaturperiode wünschenswert. Denn Krankenhäuser brauchen eine Finanzierungsbasis“, so Burghaus.
„Wenn Fachärzte sich mehr mit der Buchhaltung bzw. der Kostenabrechnung beschäftigen müssen, statt Patienten zu operieren und zu heilen, ist dies eine von mehreren Ressourcenverschwendungen“, schließt Burghaus seine Problemdarstellung ab.
Das erweckt den Eindruck, als sei nicht nur der Patient, sondern vor allem das System krank.









