"Das ist der Hammer", freut sich Innenminister Herbert Reul beim Rundgang durch das neue "Regionale Trainingszentrum Südwestfalen" der Polizei. Auch Beamte aus dem Märkischen Kreis werden sich dort in Zukunft fortbilden. Am 23. April wurde es mit einem Festakt eröffnet.

Auf dem 17.000 Quadratmeter großen Gelände finden Polizisten "beste Bedingungen, um sich auf die Realität vorzubereiten", freute sich ein Einsatztrainer. Neben Schulungsräumen für theoretische Ausbildung sind zwei Sporträume für Eingriffstechniken und zwei Schießbahnen für scharfe Waffen auf dem Gelände. Zudem gibt es ein Szenarienhaus, in dem mehrere Wohnungen, eine Gaststätte, eine Schule, Zimmer einer Flüchtlingsunterkunft, eine Postfiliale, aber auch ein Polizeigewahrsam nachgebaut ist. In einer befahrbaren Halle sollen künftig Amok- und Terrorszenarien geübt werden.

100 Schulungsteilnehmer pro Tag

Knapp 100 Polizisten können pro Tag in dem modernen Komplex geschult werden. Sie werden von 28 Einsatztrainern aus allen beteiligten Kreisen angeleitet. „Nur wer in realitätsnahen Szenarien trainiert, handelt im Ernstfall auch konsequent und sicher“, so Marc Leporin, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde aus dem Oberbergischen Kreis.

Deutschlandweit einmaliges Konzept

Insgesamt zwölf solcher Regionalen Trainingszentren entstehen in ganz NRW, um Fahrtwege kurz zu halten. „Solche Trainingsanlangen gibt es in Deutschland nur sehr wenig oder vielleicht sogar gar nicht außerhalb von NRW“, betont Innenminister Reul in seiner Eröffnungsrede. Sieben sind schon fertig, die restlichen sollen bis zum Ende der 2020er-Jahre fertig sein. Das Trainingszentrum für Südwestfalen ist in Olpe entstanden und befindet sich nur wenige hundert Meter von der Abfahrt der Autobahn 45 entfernt. Damit ist es zentral für die beteiligten Polizeibehörden erreichbar. Künftig trainieren dort Polizisten aus dem Märkischen Kreis, dem Oberbergischen Kreis, dem Kreis Siegen-Wittgenstein, dem Hochsauerlandkreis und dem Kreis Olpe.

Im Gespräch mit LokalDirekt betont auch Ralf Schwarzkopf, Landrat des Märkischen Kreises, die Wichtigkeit des Traningszentrums. "Hier will man in verschiedensten Umgebungen ganz reale Situationen nachstellen und trainieren", macht er deutlich. "Ich freue mich darüber, dass hier die Kollegen der Polizei so effizient trainieren und ausgebildet werden können."

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) eröffnet in Olpe das Regionale Trainigszentrum Südwestfalen der Polizei. Auch Ralf Schwarzkopf, der als Landrat des Märkischen Kreises zeitgleich Leiter der Kreispolizeibehörde ist, nahm an der Veranstaltung teil.
Foto: Maximowitz

Besonderes Gastgeschenk zur Eröffnung

Rund viereinhalb Jahre hat es vom Start der Ausschreibung bis zur Eröffnung gedauert. Nach drei Monaten im Probebetrieb ist das Ausbildungsgelände am 1. April in den Regelbetrieb gegangen. Am Tag der Eröffnung kommt jedoch noch ein weiteres Einrichtungsstück hinzu: Polizeiseelsorger Norbert Schmitz hat eine bronzene Plakette als Gastgeschenk dabei. Sie bildet den Erzengel Michael ab, der einen Drachen sinnbildlich für das Böse bekämpft. „Bei ihm geht es richtig zur Sache“, stellt Schmitz fest – genau wie bei den Polizisten. Er vergleicht sie mit Michael, in der Traningsanlage bekommen die Polizisten das nötige Wissen, um es mit dem Bösen aufnehmen zu können.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) eröffnet in Olpe das Regionale Trainigszentrum Südwestfalen der Polizei. Polizei-Seelsorger Norbert Schmitz überreicht die Bronzeplakete des Erzengels Michaels, Schutzpatron der Polizei.
Foto: Maximowitz

Im Anschluss an die Veranstaltung gibt es ein lockeres "Come Together", zahlreiche Polizisten nutzen die Chance, ein kurzes Gespräch mit Reul zu führen oder ein gemeinsames Foto zu machen. Als Innenminister ist er der oberste Dienstherr der Polizei in Nordrhein-Westfalen. Seit seinem Amtsantritt hat das Land NRW stark in die Polizei investiert, "2,5 Milliarden Euro alleine in Liegenschaften der Polizei", wie er in seiner Rede eingangs betont. Durch den Ausbau der Trainingszentren setzt das Land seinen Kurs fort, die Polizei sowohl personell als auch strukturell zu stärken. Das neue Regionale Trainingszentrum Südwestfalen bietet dafür die passende Infrastruktur.