Den Vortrag anlässlich der Eröffnung hat Hajo Jahn, Vorsitzender der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, zum Thema „Fahrenheit 451 – die Spur des Feuers. Eine Geschichte der Bücherverbrennung von der Antike bis zur Gegenwart.“
Im sogenannten Deutschen Reich wurden in den Jahren 1933 und 1934 bei schätzungsweise 150 Aktionen Bücher unliebsamer Autoren vernichtet. In den Wochen vor der endgültigen Vernichtung wurden Universitätsbibliotheken, kirchliche Büchereien, Buchhandlungen und private Leihbüchereien durchsucht, deren Inhalt nicht der NS-Ideologie entsprachen. Die spektakulärste Aktion fand am 10. Mai auf dem Berliner Opernplatz statt.
Auch wenn die Aktionen in Lüdenscheid nicht so spektakulär waren, wurden auch hier im Januar 1934 die Volksbücherei an der Corneliusstraße sowie die Bibliothek der Gewerkschaften, die kirchliche Leihbücherei und die kommunistische Leihbücherei von Gustav Petrat an der Grabenstraße gesäubert, wie es im Nazi-Jargon hieß.
An diese Aktion vor 90 Jahren möchten die Ge-Denk-Zellen mit der Ausstellung erinnern. Es sei dem Verein ein Anliegen, „welches im Hinblick auf die politische Entwicklung in Europa, aber auch in Deutschland und auf die aktuell stattfindenden Proteste wichtiger denn je erscheint““, heißt es im Einladungsschreiben.
Im Begleitprogramm zur Ausstellung spricht am Montag, 29. Januar, Peter Bürger, aktiv bei Pax Christi. Er lädt zu einem bebilderten Vortrag zum Thema „Sauerländer Widerstand gegen den Nationalsozialismus – Lebensverteidiger gegen NS-Kampfideologie“ ein.
Am 3. Februar findet eine Fahrt nach Solingen statt. Auf dem Programm steht ein Besuch der Sonderausstellung „Im Strudel der Zeit“. In der Ausstellung spiegeln Kunstwerke aus der Sammlung von Gerhard Schneider die Herausforderungen, Veränderungen und Wendepunkte wider, die Deutschland im Laufe der letzten Jahrhunderts erlebt hat.
Die Ausstellung dauert bis zum 9. Februar. Sie kann während der Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden. Mittwochs werden ab 16.45 Uhr kostenlose Führungen angeboten.










