Es wurde viel debattiert in den vergangenen Wochen rund um das Feuerwehrgerätehaus an der Spormecke. Am Sonntag, 22. Februar, hatten interessierte Besucher die Gelegenheit, selbst einen Blick hinter die Kulissen der Planungen zu werfen.

Seitens der Verwaltung verspätet vorgelegte Pläne und nicht zuletzt die Kostensteigerung von zunächst geschätzten sechs auf nunmehr rund neun Millionen Euro sorgten in den vergangenen Sitzungen immer wieder für Unruhe und Diskussionen zwischen Rat und Verwaltung. Mittlerweile hat der Rat einstimmig für das Bauvorhaben gestimmt. "Ich rate tunlichst von weiteren Sparmaßnahmen ab", hatte in er Sitzung des Bau- und Planungsausschusses Bürgermeister Christian Breddermann appelliert, "es ist wirklich dringend notwendig, dass dort zügig etwas passiert."

"Die Feuerwehr muss auch in Krisensituationen handlungsfähig bleiben"

"Es ist nicht so, dass wir nicht bereits Abstriche gemacht hätten", erklärt Sachgebietsleiter Sven Bär im Gespräch mit LokalDirekt. "Aber allein der Raum, in dem der jetzige Meldekopf untergebracht ist, ist viel zu klein, das muss und wird sich im neuen Gebäude ändern. Wir konnten bei der Planung nicht alles umsetzen, aber die nun vorgesehenen Elemente werden definitiv von der Feuerwehr benötigt." Schon allein, um handlungsfähig zu bleiben, wie Bär weiter erklärt: "In Krisenzeiten, wie zum Beispiel bei Naturkatastrophen, großflächigen Stromausfällen oder im Kriegsfall muss die Feuerwehr handlungsfähig bleiben. Und dazu gehört am Ende auch ein funktionsfähiges Feuerwehrgerätehaus."

Auch Steffen Niecke, stellvertretender Einheitsführer der Löschgruppe Hülscheid, bestätigt, dass an einigen Stellen gekürzt wurde — so zum Beispiel bei der Klimatisierung des Schulungsraums, des Meldekopfes und des Funkraums, die Arbeitsgrube in der Fahrzeughalle entfällt ebenso wie ein Waschplatz und Toiletten in der Fahrzeughalle mit einem gemeinsamen Vorraum. Außerdem werden die Einsatzkräfte der Löschgruppe manche Arbeiten in Eigenleistung vollbringen, unter anderem die Einrichtung der Büros und des Bereitschaftsraums.

Führungen und Gespräche

Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, Einblick in die Planungen zu bekommen und gleichzeitig das Feuerwehrgerätehaus an der Spormecke zu besichtigen. Die Einsatzkräfte standen nicht nur zu Gesprächen bereit, sondern boten auch Führungen durch die Räumlichkeiten an. Dabei wird schnell klar: das Platzangebot in den Umkleiden und in der Fahrzeughalle ist begrenzt, der Sanierungsbedarf nicht von der Hand zu weisen.

Blick in die Herrenumkleide des Gerätehauses an der Spormecke
Foto: Herold

Im Schulungsraum in der ersten Etage standen Mitarbeiter der Verwaltung, die zuständige Architektin Nataša Bramey-Dudaš, Einsatzkräfte des Löschzuges und Bürgermeister Christian Breddermann für Gespräche bereit. Zur Veranschaulichung dienten die ausgehängten Baupläne.

Im Schulungsraum waren die Baupläne ausgestellt
Foto: Herold

"Wir wollen die Leute mitnehmen und mit ihnen ins Gespräch kommen, um offene Fragen zu klären. Deshalb bieten wir heute bewusst keinen Vortrag, sondern Einzelgespräche an", erklärt Bürgermeister Christian Breddermann. "Sowohl den Kräften des Löschzuges als auch uns als Verwaltung war es wichtig, die Baupläne noch einmal im Detail vorzustellen. Und klarzumachen, dass hier keine Prestigebau entstehen soll, sondern ein funktionales und notwendiges Feuerwehrgerätehaus."