Anke Zacharias betreut Katzen, wenn ihre Besitzer verreist sind und eine zuverlässige Betreuung benötigen. Dass sie es mit Zuverlässigkeit ernst meint, zeigt sich daran, dass die Schalksmühlerin während der vereinbarten Zeit im Zuhause ihrer Kunden wohnt und den Vierbeinern damit rund um die Uhr zur Seite steht.
„Vertrauen ist das A und O"
Es ist ungewöhnlich und sehr intim, einer fremden Person die eigenen vier Wände zu überlassen. Deshalb ist der 62-Jährigen ein Punkt besonders wichtig: „Wenn der Besitzer kein gutes Bauchgefühl dabei hat, mich als Fremde in sein Zuhause zu lassen, soll er bitte absagen. Vertrauen ist das A und O", erklärt Anke Zacharias. Um eine Vertrauensbasis aufzubauen, führt sie mit den Kunden Vorgespräche — entweder persönlich oder per Videoanruf. Darüber hinaus ist vertraglich alles geregelt, und ein polizeiliches Führungszeugnis sowie weitere persönliche Informationen sind online einsehbar.
Gleichzeitig ziehe aber auch sie klare persönliche Grenzen. „Auch ich sage im Zweifel ab — zum Beispiel, wenn ich kein gutes Gefühl habe oder mich mit dem Auftrag überfordert fühlen würde. Es muss für beide Seiten passen. Nur dann geht es auch den Samtpfoten gut."
Dankbare Katzenbesitzer
Generell spricht sie von einer sehr herzlichen Beziehung zu ihren Kunden: „Ich war vorher im Journalismus und in der Werbung tätig, und jetzt kann ich sagen, dass Katzenbesitzer wirklich die dankbarsten Kunden sind, die ich kenne. Ich habe schon so oft Willkommenspakete oder Mitbringsel aus dem Urlaub geschenkt bekommen“, freut sich Zacharias, die im Januar 2025 das erste Mal auf fremde Katzen aufgepasst hat. „Die Besitzer sind einfach so dankbar, dass sie jemanden gefunden haben, der sich vollständig um ihre Tiere kümmert. Ein Ehepaar, bei dem ich zu Besuch war, konnte nun endlich zusammen ihren Urlaub verbringen. Bevor sie eine Betreuung für ihre Katze hatten, mussten sie immer getrennt voneinander verreisen."
Ausnahmen bestätigen die Regel
Die Beziehung zu ihren Kunden sei meist herzlich, erzählt Anke Zacharias. Nur in seltenen Fällen komme es vor, dass sie ihre Auftraggeber nicht persönlich trifft und es bei einem Vorgespräch bleibt. „Einmal gab es einen Fall, bei dem ich den Kunden überhaupt nicht begegnet bin. Der Schlüssel war vor der Tür versteckt, und am Ende der Woche sollte ich ihn wieder genau dort zurücklegen. Solche Situationen sind jedoch die Ausnahme."
Die Frührentnerin erzählt, dass ihre Kunden meist eher wohlhabend sind — immerhin erhält sie für einen Tag Katzensitting 55 Euro: „Die Kunden geben das Geld gerne aus, damit ihre kleinen Familienmitglieder das Komplettpaket von mir bekommen." Zacharias denkt, dass eine Katzensitterin, die nur zum Füttern vorbeikommt, eine Notlösung sein kann, für das Tier aber nicht die optimale Lösung ist. „Wenn die Katze weiß, dass immer jemand da ist, dann ist sie einfach tiefenentspannt."
Vom Sauerland bis nach Griechenland
Eine Ortsgrenze zieht die Katzenliebhaberin, die selbst ihr Leben lang Katzen hatte, nicht. Viele Kunden besucht sie in der Region, beispielsweise in Menden, Lüdenscheid oder Plettenberg. Anke Zacharias selbst lebt in Schalksmühle.
Für ihre Aufträge fährt sie jedoch auch deutlich weiter. Ihre bisher weiteste Fahrt führte sie bis zum Bodensee. Sie war außerdem schon in Ostfriesland und im Allgäu unterwegs. „Ich habe sogar schon Anfragen bekommen, ob ich in die Schweiz kommen könne. Einmal wurde ich sogar von deutschen Kunden angefragt, die in Griechenland leben. Auch solche Termine würde ich — wenn alles passt — annehmen“, sagt die Schalksmühlerin im Gespräch mit LokalDirekt am Montag, 23. Februar.
„Man muss alleinstehend sein"
Anke Zacharias berichtet von einer weiteren Katzensitterin, die sie kennt und die inzwischen kein eigenes Zuhause mehr habe. Auch sie selbst verbringt nur noch wenig Zeit in ihrer Wohnung, möchte sich aber momentan nicht ganz von ihr trennen. Ihr Traum ist es, schon bald am Meer zu leben. Diese Flexibilität ist nur möglich, weil die 62-Jährige alleinstehend ist. „Diesen Job kann nicht jeder machen. Er funktioniert nur, wenn man unabhängig ist. Mit einem Partner, Kindern oder eigenen Tieren zu Hause ist das so einfach nicht möglich."
Drei Tage ankommen und einleben
Wenn Anke Zacharias in einem neuen Haushalt ankommt, verbringt sie die ersten drei Tage vollständig bei den Vierbeinern. „Die Katzen sind sehr menschenbezogen und merken sofort, dass jemand da ist — auch wenn es nicht ihre Besitzer sind. Ich selbst muss mich in dieser Zeit ja auch erst einmal im neuen Zuhause einleben", sagt sie. „Nach diesen drei Tagen lebe ich dann wieder ganz normal mein Leben, fast so, als wäre ich in einem Ferienhaus. Im Moment suche ich noch ein schönes Hobby, das ich überall ausüben kann", erklärt sie schmunzelnd.
Bis März 2027 ausgebucht
Dass es eine große Nachfrage nach Zacharias Arbeit gibt, zeigt sich bei einem Blick in ihren Buchungskalender: Bis März nächsten Jahres ist die 62-Jährige bereits komplett ausgebucht. Wer sie darüber hinaus buchen möchte, um eine liebevolle Katzenbetreuung zu erhalten, oder mehr über ihre Arbeit erfahren will, findet alle wichtigen Informationen online auf ihrer Webseite.















