Zu den geplanten Veränderungen bei der Besetzung der Kämmerer-Stelle in Halver und dem Verzicht auf einen Beigeordneten erreichte uns folgender Leserbrief:

Überregionale Nachrichten

„Ich persönlich halte es für einen schweren Fehler, die Stelle und Rolle des 1. Beigeordneten aufzugeben. Damit hat der Bürgermeister nun eine alleinige Machtposition inne und die Kontinuität oder auch das Korrektiv in der Verwaltungsleitung entfällt. Nach meiner Wahrnehmung sind Beigeordnete häufig Verwaltungsprofis, die eine entsprechende Ausbildung und Expertise erworben haben. Außerdem dauert ihre Amtszeit in der Regel länger als eine Wahlperiode.

An einen Bürgermeister werden keine fachlichen Anforderungen geknüpft. Mit jeder Qualifikation oder gänzlich ohne kann eine Person Bürgermeister werden und damit Chef der gesamten Verwaltung; inkl. disziplinarischer Weisungsberechtigung an sämtliche Fachbereiche.

Warum die Gemeindeordnung NRW so eine Konstellation für kleine Kommunen ermöglicht, erschließt sich mir überhaupt nicht. Jede Bank, und sei sie noch so klein, benötigt mindestens zwei Vorstände, ein jeder mit Qualifikationsnachweis, der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bestätigt werden muss - und das Ganze BEVOR jemand als Vorstand in der Bank die Geschäfte übernehmen darf. 

Dem amtierenden Bürgermeister ist es offenbar gelungen, die politische Mehrheit für eine solche Aufstellung zu erreichen. Mich besorgt diese Machtkonzentration auf eine Person und ich kann nur hoffen, dass meine Sorge unbegründet bleibt. 

Dem designierten Kämmerer wünsche ich zugleich alles Gute in der neuen Funktion und gratuliere ihm zu diesem Karriereschritt.“

René Kopp

Sachkundiger Bürger
Bündnis 90/ Die Grünen

Der Leserbrief nimmt Bezug auf folgenden Artikel:
Julian Thater soll neuer Kämmerer in Halver werden

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