Die Baumfällungen im Waldgebiet rund um den Winkhof haben bei Anwohnern und Spaziergängern Fragen aufgeworfen. Doch hinter den Fällungen steckt ein langfristiger Plan: Aus dem bisherigen Nadelwald soll Schritt für Schritt ein artenreicher Mischwald werden.
Baumfällungen im Waldgebiet rund um den Winkhof sorgen bei Anwohnern und Waldspaziergängern für Unruhe. „Ich habe eine Zeit lang täglich Anrufe bekommen, ob die Fällungen dort mit rechten Dingen zugehen“, erzählt Revierförster Yannick Prümers. Er kann die besorgten Waldfreunde allerdings beruhigen.
Für das geplante Industriegebiet Leifertsberge müssen rund zwölf Hektar Wald weichen. Die Untere Naturschutzbehörde fordert deshalb eine entsprechende Kompensation. Dazu gehört unter anderem, dass das Waldgebiet rund um den Winkhof von einem überwiegenden Nadelwald in einen artenreichen Mischwald umgebaut wird.
Die ersten Arbeiten dafür sind inzwischen abgeschlossen. Insgesamt wurden rund 300 Bäume gefällt, hauptsächlich Douglasien, aber auch Fichten und Lärchen. Das Holz wird nun weiterverarbeitet und damit, wie in einem Wirtschaftswald üblich, genutzt.
Die erste Durchforstung umfasste eine Fläche von drei Hektar. Dabei wurde darauf geachtet, keine großen Freiflächen entstehen zu lassen. Stattdessen wurden gezielt einzelne Bäume entnommen. Dazu gehörten zum einen ältere Bäume, bei denen kaum noch weiteres Wachstum zu erwarten war. Zum anderen wurden sogenannte Zukunftsbäume von kleineren Bäumen befreit, die ihnen Platz und Licht nahmen. „Auf diese Weise können wir das sehr wertvolle Nutzholz fördern, damit es in den nächsten zehn Jahren besser wachsen kann“, erklärt Prümers.
Im kommenden Winter sollen dann 3000 bis 4000 junge Bäume in die entstandenen Freiflächen gepflanzt werden. Den größten Anteil werden Rotbuchen ausmachen. Hinzu kommen weitere Baumarten wie Trauben- und Stieleichen, Elsbeeren, Speierlinge und Vogelkirschen. Für die Waldränder sind außerdem Wildobstarten vorgesehen.
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Dabei setzt der Förster nicht ausschließlich auf Neuanpflanzungen. „Wir nutzen auch die Naturverjüngung, also Pflanzen, die der Wald selbst ausgesät hat. So erhalten wir unterschiedliche Wuchshöhen und sorgen dafür, dass der Waldboden möglichst durchgehend bedeckt bleibt“, erklärt Prümers.
Die Jungpflanzen sollen beim Einsetzen bereits 80 bis 120 Zentimeter groß sein. „Damit sind sie für Hasen uninteressant und können auch einen möglichen Verbiss durch Rehwild aushalten. Somit müssen wir nirgends Zäune ziehen“, sagt der Revierförster.
Die Durchforstung und der Umbau des Waldes werden in fünf und zehn Jahren erneut durchgeführt. „Der Kerngedanke dabei ist, dass wir keinen Kahlschlag produzieren, sondern jedes Jahr eine andere Teilfläche bearbeiten“, erläutert Prümers.
Damit die Forstfahrzeuge bei künftigen Arbeiten alle Bereiche erreichen können, bleibt alle 40 Meter eine Schneise im Wald bestehen. Diese Schneisen wachsen mit der Zeit zwar wieder zu, werden aber spätestens in fünf Jahren erneut benötigt. Für eine der nächsten größeren Durchforstungen kann sich Prümers außerdem vorstellen, Rückepferde einzusetzen.
Das langfristige Ziel ist klar: Innerhalb von zehn Jahren sollen die Nadelbäume rund um den Winkhof größtenteils verschwunden sein. Schritt für Schritt soll so ein artenreicher Laubmischwald entstehen, der aus unterschiedlichen Baumarten und Altersstufen besteht.








