Wie kann die Industrie im Märkischen Kreis künftig zuverlässig und zu wettbewerbsfähigen Preisen mit Energie versorgt werden? Ein neues regionales Energieversorgungskonzept soll Antworten liefern. Bei der Vorstellung in Iserlohn wurde zugleich ein Lenkungskreis gegründet, der die Umsetzung vorantreiben soll.

Überregionale Nachrichten

Die Sicherung einer wettbewerbsfähigen und verlässlichen Energieversorgung gehört zu den zentralen Herausforderungen für die Industrie im Märkischen Kreis. Um den Wirtschaftsstandort langfristig zu stärken, haben der Märkische Kreis, die Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis (GWS MK) und die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) ein regionales Energieversorgungskonzept erarbeiten lassen.

Vorgestellt wurden die Ergebnisse bei einer Veranstaltung des Unternehmens Mendritzki + Wilke in Iserlohn. An der Veranstaltung nahm auch NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur teil.

Industrie steht unter wachsendem Druck

Der Märkische Kreis zählt zu den industriell geprägten Regionen Nordrhein-Westfalens. Steigende Anforderungen an klimaneutrale Produktionsverfahren und schwankende Energiemärkte stellen die Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Insbesondere für energieintensive Betriebe sind eine verlässliche Versorgung und wettbewerbsfähige Energiepreise entscheidende Standortfaktoren.

Ein Kurzfilm verdeutlichte die Situation anhand der Unternehmen Fr. u. H. Lüling aus Altena, Otto Fuchs aus Meinerzhagen und Mendritzki + Wilke.

„Wir müssen jetzt gemeinsam die Weichen stellen, um die Wertschöpfung und die Arbeitsplätze in unserer Region langfristig zu halten“, erklärte Landrat Ralf Schwarzkopf. Jörg Lohölter, geschäftsführender Gesellschafter von Mendritzki + Wilke, schilderte die aktuelle Situation aus Sicht der regionalen Wirtschaft.

Konzept zeigt Handlungsfelder auf

Das Beratungsunternehmen KPMG hat im Auftrag der regionalen Partner die Energieversorgung und den künftigen Bedarf der Industrie untersucht. Robert Schwarz von KPMG stellte die Ergebnisse vor.

Das Konzept beschreibt mögliche Entwicklungspfade und Handlungsfelder, um die Unternehmen im Märkischen Kreis künftig mit klimafreundlicher Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen versorgen zu können. Dabei geht es insbesondere darum, die industrielle Transformation mit den wirtschaftlichen Anforderungen der Betriebe in Einklang zu bringen.

Im Anschluss diskutierten Unternehmensvertreter die Ergebnisse mit den beteiligten Experten.

Wirtschaftsministerin Neubaur diskutiert mit Unternehmen

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur betonte bei der Veranstaltung die Bedeutung industriestarker Regionen wie des Märkischen Kreises für den wirtschaftlichen Wandel. Sie hob hervor, dass Land und Region bei der Sicherung der industriellen Zukunft zusammenarbeiten müssten.

In einer von Landrat Ralf Schwarzkopf moderierten Podiumsdiskussion sprach die Ministerin mit SIHK-Präsident Ralf Stoffels, Jörg Lohölter und Jonas Loschelder von Otto Fuchs über die Umsetzung des Konzeptes und die dafür notwendigen politischen Rahmenbedingungen.

Podiumsdiskussion mit (von links) SIHK-Präsident Ralf Stoffels, NRW-Ministerin Mona Neubaur, Landrat Ralf Schwarzkopf, Jonas Loschelder (Otto Fuchs) und Jörg Lohölter (Mendritzki + Wilke).
Foto: Alexander Bange/Märkischer Kreis

Lenkungskreis soll Umsetzung vorantreiben

Mit der Präsentation des Energieversorgungskonzeptes wurde zugleich der neue „Lenkungskreis Energie“ offiziell auf den Weg gebracht. Er soll dafür sorgen, dass die erarbeiteten Handlungsempfehlungen nicht auf dem Papier bleiben, sondern in konkrete Maßnahmen überführt werden.

Dazu sollen Wirtschaft, Politik, Energieversorger und Netzbetreiber gemeinsam an Lösungen arbeiten.

„Wir gehen hier als geschlossene Einheit aus Wirtschaft, Politik, Energieversorger und Netzbetreiber voran“, erklärte SIHK-Hauptgeschäftsführer Ralf Geruschkat zum Abschluss der Veranstaltung.

Damit beginnt nach der Analysephase die eigentliche Umsetzungsarbeit. Welche Maßnahmen zuerst angegangen werden und in welchem Zeitrahmen Ergebnisse zu erwarten sind, geht aus den vorliegenden Informationen noch nicht hervor.

Push-Mitteilungen für Iserlohn – in der LokalDirekt-App

WhatsApp-Kanal folgen