Die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie geht in die heiße Runde. Seit dem 1. November ist die Friedenspflicht zu Ende. Bundesweit ruft die IG Metall zu Warnstreiks auf. So auch im Märkischen Kreis. Am heutigen Dienstag, 3. November, setzen die märkischen Metaller die Arbeitsniederlegungen fort.

Beschäftigte von Betrieben mit Sitz in Lüdenscheid, Meinerzhagen, Plettenberg, Herscheid, Werdohl und Altena kommen heute zu einer zentralen Warnstreikkundgebung in Lüdenscheid zusammen. Ab 12 Uhr zieht ein Demonstrationszug ab Lüdenscheid Bahnhof zum Rathausplatz los. Auf dem Rathausplatz findet anschließend von 12:15 Uhr bis etwa 13:30 Uhr eine Kundgebung statt. 

Fabian Ferber, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, bekräftigt die Notwendigkeit der Arbeitskampfmaßnahmen: „Die Arbeitgeberverbände wissen seit dem Spätsommer von unserer Forderung nach fünf Prozent mehr Entgelt. Zur ersten Verhandlungsrunde wurde seitens der Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Auch beim letztmaligen Zusammentreffen der Tarifparteien wurde nicht annähernd das vorgelegt, was unsere Mitglieder verlangen. Im kommenden Jahr soll es keine Erhöhung der Entgelte geben. Erst im Juli 2028 soll eine Erhöhung des Monats-Brutto geben. Eine versprochene Einmalzahlung sollen die Beschäftigten im Jahr 2027 nur erhalten, wenn die Unternehmen bestimmte Gewinnmargen erreichen. Das geht gar nicht. Die Inflationsrate lag im September bei 3,3 Prozent."

Alleine ein Blick auf die Preistafeln an den Tankstellen reiche, um die Notwendigkeit einer Entgelterhöhung zu begründen. Das Leben sei in den letzten Jahren teurer geworden. Fabian Ferber stellt fest: „Wer jeden Tag fleißig zur Arbeit geht, soll sich auch in Zukunft ein normales Leben leisten können. Die Unternehmen profitieren von einer Entgelterhöhung. Während Schwankungen und Risiken die Entwicklung der Weltwirtschaft begleiten, können wir etwas für die Nachfrage im Inland tun, damit auch wieder gekauft wird.“

Ferber verweist zudem auf die aktuellen Erhebungen zur wirtschaftlichen Entwicklung: „Die Wirtschaft wächst wieder. Sie wächst stärker, als Regierung und Institute vorhergesagt haben. Das erleben wir auch in zahlreichen Betrieben unserer Region. Einige haben auch in den letzten Jahren Geld verdient. Hier müssen die Beschäftigten angemessen beteiligt werden.“ Natürlich gebe es Unternehmen, die sich insbesondere in der Autobranche einem hohen Veränderungsdruck auseinandergesetzt sehen. „Hier helfen wir bereits heute mit tarifpolitischen Maßnahmen, die zur Situation passen. Insofern habe ich kein Verständnis für die Ablehnung einer angemessenen Entgelterhöhung. Das ganze Schlechtreden der Situation in Deutschland machen wir nicht mit“, so Ferber.

 Was die IG Metall besonders zur Ordnung ruft: Seit Monaten stellen Verbände und Unternehmen tarifpolitische Errungenschaften für die Beschäftigten in Frage. „Die Arbeitgeber wollen in dieser Tarifrunde, dass zusätzliche Sonderzahlungen künftig ausfallen können, wenn bestimmte Zahlen nicht erreicht werden. Dazu könnte auch das Weihnachtsgeld gehören Namhafte Arbeitgeber fordern die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Der BDA als Dachverband der Arbeitgeberverbände fordert weniger Mitbestimmung für Betriebsräte und damit Demokratieabbau. Die Entgeltfortzahlung wird in Frage gestellt. Nach einer Erhebung der Industrie- und Handelskammern planen Unternehmen weitere Verlagerungen ins Ausland. Der Sozialstaat wird zur Ramschware diskutiert“, kritisiert der 1. IGM-Bevollmächtigte.

„Diese Entwicklung machen wir nicht mehr mit. Über Generationen haben sich Beschäftigte die Rechte erkämpft, die heute hohe soziale Standards garantieren. Auch dafür gehen wir in dieser Woche auf die Straße. Sollten die Arbeitgeberverbände nicht nennenswert entgegenkommen, werden wir unsere Eskalation weiter verschärfen“, schließt Ferber ab.

 

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