„Halli hallo, wir tanzen durch den Sommer“: Die Kinder vom Tanzhaus Capitol gaben am Samstagnachmittag alles, um die Altstadt zu einem zauberhaften Ort zu machen. Bei brütender Hitze hüpften und tanzten sie. Dafür gab es jede Menge Applaus.

Bei hochsommerlichen Temperaturen leistete der Nachwuchs seinen Beitrag zu einem besonderen Fest, bei dem zum Projekt-Finale „Mensch Altstadt!“ gefeiert wurde, was in den vergangenen Jahren im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts Altstadt (IHKA) und anderen Städtebaufördermaßnahmen für die Alt- und Innenstadt bewegt und gestaltet worden ist.

Gute Laune als roter Faden

Roter Faden war die gute Laune, die auch Thomas Wurth mit seiner Marching Band „Bäng Bäng“ an den sieben Veranstaltungsorten verbreitete. Am Alter Markt vor der Erlöserkirche herrschte Zirkusatmosphäre, als die Zirkuskompanie Balades Perdues bestehend aus Millie Turnado und Sebastianos Juggler ihre Artistik-Performance präsentierte. Millie Turnado als kopfloser Riese in einem Kostüm, aus dem nur ein Kleiderbügel herausragte, beeindruckte mit Witz und Körperbeherrschung ebenso wie Sebastianos Juggler.

Mehrere Kinder und Jugendliche fahren auf einem Pumptrack, während ein Erwachsener im Hintergrund mit dem Finger deutet. Im Hintergrund ist ein modernes Gebäude und Bäume zu sehen.
Der neue Pumptrack ist ein Anziehungspunkt für Kinder und Jungendliche.
Foto: Wolfgang Teipel / LokalDirekt

Lüdenscheider Kinder und Jugendliche beherrschen ihre Körper und ihre Fahrmaschinen. Das wurde spätestens bei der offiziellen Eröffnung des Pumptracks im Stadtgarten deutlich. Mit Scootern, BMX-Rädern und Skateboards preschten sie über den Parcours, der schon vor der offiziellen Eröffnung intensiv genutzt wurde. Auch beim Sportangebot der Kinder- und Jugendförderung herrschte am Samstag reges Treiben. Weitere Aktionen wie ein Theater-Workshop im Kulturhaus, am VHS-Standort Alte Post, in den Museen, auf dem Graf-Engelbert-Platz und in der Musikschule rundeten das bunte Programm ab.

„Wir wollten die Altstadt nicht nur verwalten, sondern neu denken“, sagte Sebastian Wagemeyer am Samstag. Der Pumptrack mit angrenzendem Kleinspielfeld und einer Chill-Area im Zentrum von Kultur- und Bildungseinrichtungen wie Musikschule, Museum, Kulturhaus und Volkshochschule mache die Alt- und Oberstadt zu einem attraktiven Ort für alle Generationen.

Der Umbau der Alt- und Oberstadt wurde in den vergangenen zehn Jahren mit rund 23 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln Schritt für Schritt umgesetzt. In den Pumptrack und das Kleinspielfeld flossen Mittel aus dem Investitionspaket zur Förderung von Sportstätten. 

Auch Markus Müller, ehemals Leiter des Fachdienstes Klima- und Umweltschutz sowie Grünflächenplanung, blickte am Samstag zufrieden auf die fertiggestellte Anlage im Stadtgarten. Unter seiner Leitung wurde das Projekt umgesetzt. Kein einfaches Unterfangen, wie Bürgermeister Sebastian Wagemeyer am Samstag einräumte. „Wir brauchten mehrere Anläufe.“ Er selbst brauchte übrigens nur einen Anlauf, um einen Basketball treffsicher im Korb auf dem Kleinspielfeld zu versenken.

Anlage wird mit Respekt behandelt

Das dürfte ihn ebenso zufriedengestellt haben, wie die Beobachtungen, die er im Vorfeld der Pumptrack-Eröffnung gemacht hatte. „Ich habe gesehen, dass Ihr die Anlage mit Respekt behandelt und Euch mit Respekt begegnet“, sagte er in Richtung der Kinder und Jugendlichen.

Jetzt stehe die Stadt vor weiteren Herausforderungen bei der Umgestaltung der City. Hier werde sie selbst Verantwortung übernehmen und die Zukunft der Innenstadt nicht den Interessen von Immobilienhändlern überlassen, kündigte Sebastian Wagemeyer an.