(PSL) Dr. Carolin Krüger-Bahr wird im Gespräch mit Detlev Kümmel unter anderen die Spannung zwischen Expressivität und Präzision thematisieren, die die Werke Müllers auszeichnet. Der Eintritt zur Ausstellung ist kostenfrei. Für die Führung wir ein Beitrag von drei Euro erhoben.
In der Galerie der Stadt sind zurzeit die Arbeiten des zur sogenannten Verschollenen Generation gehörenden, recht eigenwilligen und in Rheinland-Pfalz ziemlich bekannten Künstlers Johann Georg Müller zu sehen. Mit seinen zahlreichen grafischen Werken und Ölgemälden bewegt er sich als Autodidakt und Einzelgänger in allen seinen Schaffensperioden „auf den Seitenpfaden der Abstraktion“ – und lädt den Betrachter daher zum genauen Hinschauen der abstrahierten Bildmotive ein.
Die Ausstellung „Looking for Modern Art“ entstand auf Anregung von und in Kooperation mit Detlev Kümmel, der sich im Rahmen seiner Galeriearbeit seit einiger Zeit intensiv mit den Werken Müllers auseinandersetzt.
Johann Georg Müller, 1913 in Ludwigshafen geboren und 1986 in Koblenz gestorben, sollte eigentlich Architekt werden, wechselte dann aber zur Kunst. Mit Zeichenkursen an der Freien Akademie Mannheim und autodidaktischen Studien vor Originalen verfolgte er entschlossen diesen Weg. Ab 1937 war er freischaffend tätig. Ein Stipendium führte ihn 1950 nach Koblenz, wo er im dortigen Künstlerhaus Asterstein bis zu seinem Tod lebte.
In seiner Heimatregion und in Städten wie Ludwigshafen, Koblenz, Mainz und Kaiserslautern war Müller nach dem Zweiten Weltkrieg ein vielfach ausgezeichneter Künstler. Müllers Bildkosmos verfügt über einen hohen Wiedererkennungswert. Immer wieder fühlt der Betrachter sich an die Stilmuster der „Großen“ der Klassischen Moderne erinnert: Pablo Picasso, Fernand Léger oder Max Beckmann. Die Frage, welche visuellen Muster, wiederkehrende Bildformeln und -themen dieses umfangreiche malerische und grafische Œuvre charakterisieren, ist Gegenstand dieser Ausstellung. Gleichzeitig wird beim Sichten der Werke deutlich, dass eine kunsthistorische Einordnung eher schwierig ist, da Müller als Einzelgänger und – wie Zeitgenossen formulierten – „seiner Zeit entgegen“ arbeitete.
Gerade diese Spannung zwischen Expressivität und Präzision verleiht den Werken eine besondere Faszination. Dieser ungewöhnlichen Faszination möchte Dr. Carolin Krüger-Bahr, in Begleitung und im Gespräch mit Detlev Kümmel, in einem Rundgang durch die Ausstellung nachgehen.
Die Ausstellung ist bis zum 20. August 2023 in den Wechselausstellungsräumen des Galeriebaus und im großzügigen Areal des Forums zu sehen.









