Der Fachdienst Kultur und Tourismus des Märkischen Kreises kann in diesem Jahr mit einem Etat in Höhe von 4,73 Millionen Euro planen. Dies beschlossen die Mitglieder des Kulturausschusses in ihrer jüngsten Sitzung im Ständesaal des Altenaer Kreishauses. Es gab nur eine Gegenstimme, drei Abgeordnete enthielten sich.

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Kreistag muss noch zustimmen

Wie die Verwaltung den Kreispolitikerinnen und -politikernbereits in ihrer Sitzungsvorlage erläuterte, rechnet die Kultur mit Erträgen — beispielsweise durch Landeszuschüsse, Eintrittsgelder oder Verkäufe imMuseumsshop — von knapp 450.000 Euro. Dem Haushaltsansatz muss jetzt noch der Kreistag zustimmen.

Strategische Ausrichtung auf die Museen

Es war die erste Sitzung des Kulturausschusses in der neuen Wahlperiode. Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper, Museumsleiter Stephan Sensen, Fachdienstleiter Detlef Krüger und Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski nutzten deshalb die Zusammenkunft unter dem Vorsitz von Philipp Röster (CDU), um die strategische Ausrichtung der Kulturarbeit des Märkischen Kreises zu erläutern.

Drei Museumsstandorte werden bespielt

„Alle drei Museumsstandorte — die Burg Altena, die Luisenhütte in Balve-Wocklum sowie das Deutsche Drahtmuseum — werden bespielt“, so Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper. „Alle Veranstaltungen und Projekte haben einen Bezug zu den Museen.“ Die ebenfalls im Fachdienst angesiedelte Tourismusförderung sei dagegen „ein zartes Pflänzchen“. Auch hier gehe es darum Besucher zu generieren. Dienstel-Kümper erinnerte noch einmal an die im vergangenen Jahr erfolgte Auflösung des „Freizeit- und Tourismusverbandes Märkischer Kreis e.V.“, dessen Aufgaben nun komplett im in Altena ansässigen Fachdienst angesiedelt seien.

Freiwillige Aufgabe — kleines Team

Wie eigentlich zu Beginn jeder Haushaltsdebatte wies die Kreisverwaltung darauf hin, dass die Kulturarbeit des Kreises zwar eine „rein freiwillige Aufgabe“ sei — mit Ausnahme des Kreisarchivs und der Landeskundlichen Bibliothek. Der Anteil der Kultur am rund 870 Millionen-Gesamtetat des aber gerade einmal 0,49 Prozent betrage. Geleistet werde die Arbeit, so Fachdienstleiter Detlef Krüger, von einer verhältnismäßig kleinen Mannschaft.„Wir sind personell auf Kante genäht“, so Krüger, der von Museumsleiter Stephan Sensen in dieser Aussage unterstützt wurde: „Wenn da nur einer wegen Krankheit ausfällt, haben wir ein Problem.“

Rückblick auf 2025

Wie vielfältig die Kulturarbeit des Märkischen Kreises trotz des knappen Budgets jedes Jahr ist, verdeutlichte der Rückblick von Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper auf das vergangene Veranstaltungsjahr. Ob „Luise heizt ein“, die „Weihnachtlichen Führungen“ sowie die Greifvogelschauen, die„Burgbeleuchtung“, die Saison-Eröffnung an der Luisenhütte, die beiden Konzerte des Märkischen Jugendsinfonieorchesters, die Ferienaktion an der Luisenhütte, die Workshops auf der Burg, im Drahtmuseum oder für Nachwuchsmusiker, die Ausstellungen, die „Puppentheatertage“, die Fahrten mit dem Kulturbus und vieles mehr fanden regen Zuspruch bei den Teilnehmern und Besuchern.

Die Ausschussmitglieder beschlossen einen Etat in Höhe von gut 4,73 Millionen Euro für die Kulturarbeit im laufenden Haushaltsjahr.
Foto: Hendrik Klein

Aktivitäten mit Wrexham eingeschlafen

Gute Nachrichten gab es auch von den Partnerschafts-Aktivitäten. Der Kreis pflegt bekanntlich Verbindungen mit den Kreisen Ratibor in Polen, Elbe-Elsterin Brandenburg, Wrexham in Wales und neuerdings Waterford in Irland. Die Aktivitäten mit Wrexham — die Verbindung hatte der Kreis bei der Neuordnung 1975 vom damaligen Kreis Iserlohn übernommen — sei allerdings weitestgehend eingeschlafen.

Nächste Sitzung auf der Burg

Einer guten Tradition folgend wollen die Mitglieder des Kreiskulturausschusses ihre Sitzungen künftig abwechselnd in den kreiseigenen Museen abhalten. Das nächst Treffen soll am 23. Juni im Festsaal der Burg Altena stattfinden.