Auf Reisen gingen die Mitglieder des Kreis-Kulturausschusses anlässlich ihrer jüngsten Sitzung. Zuerst besichtigen die Kreispolitikerinnen und -kreispolitiker die Luisenhütte in Balve-Wocklum, dann versammelten sie sich im Restaurant „Zur Höhle“ direkt neben der Balver Höhle. Zu entscheiden gab es dieses Mal nichts – dafür nahmen die Anwesenden drei interessante Vorträge zur Kenntnis.
„WasserEisenLand“ ein Kind des Kreises
Zunächst stellte Bettina Hornamann vom Fachdienst Kultur und Tourismus des Märkischen Kreises und zugleich Geschäftsführerin des Vereins „WasserEisenLand“, Industriekultur in Südwestfalen, den Verbund aus unterschiedlichen Akteuren der Industriekultur vor. Mitglied sind Betreiber von Industriemuseen und technischen Kulturdenkmälern wie Kommunen und Vereine, aber auch Industrie- und Handelskammern, Firmen und Privatpersonen.
"WasserEisenLand ist ein Kind des Märkischen Kreises“, erinnerte Hornemann an die Anfänge im Jahr 1985. Damals hatte sich der Altenaer Unternehmer und Kulturförderer Arnold Rump über einen negativen Artikel in der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' derart geärgert, dass er das Image seiner Heimatregion verbessern wollte.
Gründung 1996
Die Gründung des Vereins „Märkische Straße Technischer Kulturdenkmäler“ 1996, der Übergang zu "WasserEisenLand" 2004, die Öffnung 2013 für Südwestfalen, der Zusammenschluss mit der „Route der Industriekultur“ des Ruhrgebiets sowie die Ausweitung auf das Bergische Land 2025 waren weitere Eckpunkte in der Historie. 15 Jahre lang war Stephan Sensen, Leiter der Museen des Märkischen Kreises, Vorsitzender. Ihm folgte 2023 Dr. Oliver Schmidt, Leiter des Sauerland-Museums in Arnsberg.
Wiege der Industriekultur
Südwestfalen sei die Wiege der Industriekultur, erfuhren die Ausschussmitglieder von Bettina Hornemann. „Die Nutzung der Wasserkraft war damals ein Quantensprung.“ Dass die Industriekultur nicht an der Museumstür endet, belegte die WEL-Geschäftsführerin mit den zahlreichen Veranstaltungen. Das Marketing, die Lobbyarbeit sowie der Kompetenzaufbau und die Netzwerkarbeit seien die Säulen der Arbeit von „WasserEisenLand“. Aktuelle Aufgaben seien die Erstellung eines Zukunftskonzepts sowie der Ausbau der Ehrenamtsarbeit, so Bettina Hornemann.
Verzögerung bei E-Bike-Höhlenroute
Über die Probleme bei der Umsetzung der E-Bike-Höhlenroute berichtete der Fachdienstleiter Kultur- und Tourismus, Detlef Krüger, im Ausschuss. Personalengpässe und -wechsel bei der Bezirksregierung, („Die haben drei Mitarbeitende verschlissen“) und immer neuen Anforderungen sei es zu erheblichen Verzögerungen gekommen. Die etwa 24 Kilometer lange Thementour mit insgesamt acht Standorten, die die Höhlenkultur im Märkischen Sauerland in den Fokus rückt, sollte bereits im vergangenen Jahr eröffnet werden. Gefördert wird die E-Bike-Höhlenroute im Rahmen des Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramms des Landes Nordrhein-Westfalen – Förderrichtlinie Infrastruktur - mit 72.000 Euro.
CDU und SPD gaben den Anstoß
Angestoßen worden war das Projekt durch einen gemeinsamen Antrag der Kreistagsfraktionen von CDU und SPD im Februar 2021 für eine touristische Route „Zwischen Hünenpforte und Hönnetal". Die Radstrecke verbindet insgesamt acht Standorte: Dechenhöhle in Iserlohn, Fahrradtrasse am Stadtbahnhof Iserlohn, Heinrichshöhle in Hemer, Parkplatz Felsenmeer in Hemer, Reckenhöhle in Balve, Sauerlandwaldroute an der "Alten Schmiede" in Balve-Volkringhausen, Luisenhütte Balve und Balver Höhle.
Eröffnung am 15. Juli
Am 15. Juli war die E-Bike-Höhlenroute vom Landrat offiziell eröffnet worden. Die Ausschussmitglieder erfuhren: „Die Gesamtsachausgaben für die E-Bike-Höhlenroute beliefen sich auf rund 90.000 Euro. Die seitens der Bezirksregierung Arnsberg bewilligten zuwendungsfähigen Ausgaben wurden somit nicht überschritten.“ Von Benjamin Korte (CDU) gab es Lob für die Kreisverwaltung für die Umsetzung.









