Voraussichtlich Ende Mai ist Schluss — dann gibt Tanja Wesnigk ihren Blumenladen "Floraloca" im Ortskern auf. LokalDirekt sprach mit der Floristin über die Hintergründe.
Mittagszeit in der Volmegemeinde. Tanja Wesnigk sitzt auf der Couch in ihrem Laden und macht eine ratlose Geste. "Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen", beteuert sie im Gespräch mit LokalDirekt. "Ich habe 40 Jahre als Floristin gearbeitet, wenn man die Ausbildung mit einrechnet. Davon war ich 15 Jahre lang in Schalksmühle selbständig, die letzten sechs Jahre hier am Rathausplatz."
Auf die Frage, woher ihr Entschluss rührt, den Laden zu schließen, antwortet sie offen und resigniert zugleich: "Die Kosten, sei es für Löhne, Miete, Energie oder Versicherungen, sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen — und steigen weiter. Ich weiß schlicht und ergreifend nicht mehr, wo ich es noch hernehmen soll." Hinzu, so Wesnigk weiter, kämen bürokratische Hürden: "Ich musste in den vergangenen zwei Jahren zwei komplett neue, teure Kassensysteme anschaffen, um den steuerlichen Voraussetzungen weiter gerecht zu werden."
"Das Kaufverhalten hat sich geändert"
Und noch ein weiterer Faktor hat sich laut Tanja Wesnigk geändert: "Die Leute sind immer weniger bereit und finanziell in der Lage, Geld auszugeben." Das betreffe beispielsweise auch den Bereich der Trauerfloristik: "Es finden fast nur noch Urnenbeisetzungen statt, dafür werden in der Regel keine großen Kränze benötigt, manchmal sogar nur Blütenblätter." Und Brautsträuße? "Hier geht der aktuelle Trend ganz klar — genau wie bei Adventskränzen — dahin, selbst kreativ zu werden. Die Kunden kaufen dann nur noch Rohlinge und Deko und binden anschließend selbst."
Außerdem, so die Floristin, würden auch umliegende Discounter, Supermärkte und Gartencenter Blumen anbieten: "Der Preisdruck ist enorm, da kann ich schlicht nicht mithalten."
"Das war nicht mein Plan"
Tanja Wesnigk bedauert die Geschäftsaufgabe sichtlich: "Das war nicht mein Plan, ich dachte immer, dass ich den Job bis zur Rente weitermache." Die Entscheidung habe rein wirtschaftliche Gründe, wie sie immer wieder betont. Besonders dankbar sei sie ihren Stammkunden, fügt jedoch hinzu: "Es bringt nichts, zu lange an Dingen festzuhalten."
Der Mietvertrag für das Ladenlokal am Rathausplatz läuft bis Ende Juni, Schluss ist voraussichtlich Ende Mai. Bis dahin werden im Laden noch einige Angebote zu finden sein, verspricht sie: "Viele Artikel sind jetzt schon reduziert. Und auch, wer Interesse an der Einrichtung hat, kann mich gerne ansprechen", betont sie.
Und wie geht es beruflich danach für die Floristin weiter? "Das weiß ich noch gar nicht so genau", antwortet Tanja Wesnigk und lacht: "Vielleicht probiere ich mal was ganz anderes aus. Etwas, das nichts mit Blumen zu tun hat."
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