Die Handballer der SGSH Dragons zeigen im Auswärtsspiel beim HLZ Friesenheim-Hochdorf II am Samstagabend, 7. März, erneut zwei völlig konträre Gesichter und müssen sich am Ende einer wilden Aufholjagd mit 26:29 (9:16) geschlagen geben.
Gastgeber mit besserem Start
Im Kellerduell der 3. Liga Südwest zwischen dem HLZ Friesenheim-Hochdorf II und den SGSH Dragons erwischten die Gastgeber den deutlich besseren Start und setzten sich in der ersten Halbzeit früh klar ab.
Zu Beginn entwickelte sich eine intensive Partie mit viel Körperlichkeit in den Abwehrreihen; beide Torhüter standen sofort im Mittelpunkt: Dragons-Keeper Luca Jannack parierte gleich mehrfach, auf der Gegenseite zeigte auch HLZ-Schlussmann Roko Peribonio früh seine Klasse. Das 1:0 für die SGSH durch Max Jaeger nach Abpraller sollte vorerst die einzige Führung bleiben (4.).
Das gastgebende Team übernahm schnell das Kommando und drehte die Partie binnen weniger Minuten, nutzte seine Chancen konsequent und setzte sich über 3:1 (7.) und 4:2 (8.) erstmals ab. Dass die Sauerland-Sieben den Rückstand auf Melsungen II nach deren Niederlage in Münster weiter verkürzen konnte, schien eher zu hemmen denn zu beflügeln.
Während die Dragons in der Defensive oft einen Schritt zu spät kamen und zu große Räume ließen, fanden die Hausherren immer wieder Lösungen — sei es aus dem Rückraum oder über schnelles Umschaltspiel.
Starker Peribonio
Ein entscheidender Faktor gegen die Sauerländer stand zwischen den HLZ-Pfosten: Peribonio steigerte sich kontinuierlich und wurde von der SGSH-Offensive förmlich warmgeworfen. Beinahe alle Versuche über freie Außenpositionen vereitelte der HLZ-Torhüter, zudem traf er einmal selbst ins verwaiste Dragons-Tor. So wuchs der Rückstand nach und nach an, auch ein frühes Timeout der Dragons (16.) brachte zunächst keine Wende.
Die Sauerländer wirkten verunsichert, leisteten sich einfache Ballverluste und ließen im Angriff weiterhin zahlreiche Chancen liegen. Die Konsequenz: Die SGSH lief zeitweise einem Acht-Tore-Rückstand hinterher (6:14, 25.). Ein eigentlich offensivfaules Hochdorf überzeugte mit Spielwitz gegen unvermögend-desaströse Dragons.
Hypothek ohne Matchglück im entscheidenden Moment zu groß
Nach dem Seitenwechsel, es ging mit einem ernüchternden 9:16 aus SGSH-Sicht in die Kabinen, kamen die Dragons deutlich verbessert auf die Platte zurück — angesichts der gezeigten Leistung im ersten Abschnitt beileibe kein großes Kunststück.
Igor Panisic eröffnete den zweiten Durchgang mit dem 10:16, wenig später verkürzten Chrissi Börner und Brian Gipperich auf 13:19 (35.). Die Sauerländer agierten nun zielstrebiger im Angriff und fanden auch defensiv deutlich besseren Zugriff. Zwar hielt Hochdorf den Abstand zunächst konstant, die SGSH blieb nun aber mit mehr Glaube und Willen dran. Vor allem im Tempospiel und über den Rückraum arbeitete sich das Team Schritt für Schritt heran. Panisic, Julian Athanassoglou und Max Jaeger sorgten Mitte der zweiten Hälfte zunächst für Ergebniskosmetik und als Max Jaeger in der 43. Minute zum 19:22 traf, hatte die SGSH bereits mehr Tore erzielt alsin der gesamten ersten Halbzeit.
Das Momentum wanderte nun merklich in Richtung der Dragons, der Rückstand schmolz weiter zusammen. Nach weiteren Treffern von Max Jaeger und Athanassoglou war das Kellerduell plötzlich wieder wieder offen.
Jaeger übernahm zunehmend Verantwortung und hielt die Dragons mit seinen Treffern im Spiel; sein fünfter Treffer bedeutete den 24:25-Anschluss (53.). Auch defensiv präsentierten sich die Dragons im zweiten Spielabschnitt deutlich aggressiver und zwangen die Gastgeber ihrerseits zu Fehlern. In einer wilden Schlussphase bot sich den Gästen zweieinhalb Minuten vor Schluss sogar die Chance auf den Ausgleich, doch HLZ-Keeper Wenning, der den kurz zuvor verletzt ausgeschiedenen Peribonio sehr gut vertrat, parierte in einer entscheidenden Szene stark.
Hochdorf eiskalt
Noch aber war nicht Schluss in Ludwigshafen, in der hektischen Crunchtime bekam die SGSH sogar noch einmal eine große Gelegenheit. Bei doppelter Überzahl vergaben die Dragons jedoch einen Siebenmeter: Der Ball landete an der Latte, den Abpraller entschärfte Wenning. Hochdorf nutzte die Gelegenheit im Gegenzug eiskalt und machte mit dem 29:26 endgültig den Deckel auf die Partie.
Die Hypothek des ersten Abschnitts erwies sch als zu groß, das Einsetzen von Moral und Wille als zu spät und auch das Matchglück war den Sauerländern gegen Hochdorf an diesem Abend in den entscheidenden Momenten nicht hold. Während die Gastgeber durch den Sieg einen großen Sprung in Richtung Klassenerhalt tun, reihen sich im Sauerland angesichts der abermals zwei an den Tag gelegten Extreme weiter Frage- an Ausrufezeichen.
Match Facts
HLZ Friesenheim-Hochdorf II 29:26 SGSH Dragons
SGSH Dragons: Gipperich (3), Panisic (3), Gernus, Pacek, Plate, Buschhaus (1), N. Jannack, L. Jannack, Athanassoglou (3), Börner (3), Klinkby-Knudsen (2), P. Jaeger (3), Voss, M. Jaeger (8/1).
Schiedsrichter: Stefan Walter, Christian Staszak.
Siebenmeter: HLZ 5/5 - SGSH 1/4 (verworfen: Athanassoglou, P. Jaeger, M. Jaeger/je 1)
Zeitstrafen: HLZ 5 - SGSH 1










