Die Rechte von Kindern im Alltag sichtbarer machen und jungen Menschen die Möglichkeit geben, diese selbstbewusst kennenzulernen: Dafür setzen sich die Fraktionen DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen im Lüdenscheider Jugendhilfeausschuss ein. Mit einem gemeinsamen Antrag wollen sie erreichen, dass sich die Stadt Lüdenscheid beim Deutschen Kinderhilfswerk (DKHW) um einen kostenfreien Kinderrechtepfad bewirbt.

Anlass ist der Weltkindertag, der in diesem Jahr unter dem Motto „Starke Kinder, starke Zukunft!“ stand. UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk hatten dazu erneut dazu aufgerufen, die Rechte von Kindern und Jugendlichen stärker zu schützen und ihre Teilhabe zu fördern. Die beiden Fraktionen möchten dieses Anliegen mit einem konkreten Projekt vor Ort verbinden. Ihr Antrag soll auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 3. November um 17 Uhr gesetzt werden.

Zehn Stationen vermitteln Kinderrechte

Der vom Deutschen Kinderhilfswerk angebotene Kinderrechtepfad umfasst zehn interaktive Stationen. Anhand von Schildern, Aufgaben und Anregungen zur Selbstreflexion sollen grundlegende Rechte aus der UN-Kinderrechtskonvention auf spielerische und leicht verständliche Weise vermittelt werden. Der Lernpfad wäre öffentlich zugänglich und könnte von Familien ebenso genutzt werden wie von Kindertagesstätten, Schulen und Vereinen.

Das Deutsche Kinderhilfswerk stellt jährlich eine begrenzte Zahl solcher Pfade samt Stationsschildern kostenlos zur Verfügung. Für die Stadt Lüdenscheid würden damit Kosten für die Errichtung der Pfosten und Fundamente entstehen. Diese Arbeiten könnten in Abstimmung mit dem Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) organisiert werden.

Stadtpark, Stadtgarten oder Wehberg als mögliche Standorte

Wo der Kinderrechtepfad entstehen könnte, soll die Verwaltung gemeinsam mit dem Stadtjugendring Lüdenscheid und dem städtischen Fachdienst Kinder- und Jugendförderung prüfen. Als mögliche Standorte nennt der Antrag den Stadtpark an der Parkstraße, den Stadtgarten am Kulturhaus sowie den Bereich rund um den Spielplatz Wehberg.

Kinder sollen eine eigene Station gestalten

Ein besonderer Schwerpunkt des Vorhabens liegt auf der Beteiligung junger Menschen. Neben den zehn vorgegebenen Stationen soll eine elfte hinzukommen, die Lüdenscheider Kinder und Jugendliche selbst entwickeln. Denkbar wäre dies im Rahmen eines Beteiligungsworkshops oder eines Ferienprojekts. Thema und Gestaltung des zusätzlichen Schildes sollen die jungen Menschen eigenständig erarbeiten.

In die Planung und Umsetzung sollen der Stadtjugendring, die offenen Kinder- und Jugendtreffs sowie der Deutsche Kinderschutzbund, Ortsverband Lüdenscheid, aktiv eingebunden werden. Auch Schulen und Kindertageseinrichtungen könnten dazu beitragen, interessierte Kinder und Jugendliche zu erreichen.

Erneute Bewerbung vorgesehen

Sollte Lüdenscheid beim nächsten Interessenbekundungsverfahren des Deutschen Kinderhilfswerks nicht berücksichtigt werden, sieht der Antrag weitere Bewerbungen in den Folgejahren vor – solange das Förderangebot besteht.