Eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen rückt in Schalksmühle wieder in die Ferne. Der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Umwelt- und Klimaschutz hat den Vorschlag der Verwaltung am Montag, 7. September, abgelehnt. Stattdessen soll nun der Märkische Kreis prüfen, ob eine kreisweite Regelung möglich ist.
Lüdenscheid hat kommunale Regelung eingeführt
Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, nach dem Vorbild der Nachbarstadt Lüdenscheid auch in Schalksmühle eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen einzuführen.
In Lüdenscheid gilt eine entsprechende kommunale Regelung seit Dezember 2024. Eine kreisweite Vorschrift gibt es dagegen nicht. Einen entsprechenden Verordnungsentwurf hatte der Kreistag im März abgelehnt. Eine Rolle spielt dabei nach Angaben in der Verwaltungsvorlage auch die Finanzierung: Hätte der Märkische Kreis eine entsprechende Anordnung erlassen, hätte er voraussichtlich auch die Kosten für Kastrationen als freiwillige Leistung übernehmen müssen.
Ausschuss sieht zunächst den Kreis in der Pflicht
Genau dieser Punkt sorgte nun auch in Schalksmühle für Diskussionen. Mehrere Ausschussmitglieder sahen zunächst den Kreis in der Verantwortung und wollten einer eigenen kommunalen Regelung nicht folgen.
Der Ausschuss empfiehlt dem Gemeinderat daher, den Vorschlag der Verwaltung abzulehnen. Stattdessen soll der Märkische Kreis erneut prüfen, ob eine entsprechende Regelung auf Kreisebene umgesetzt werden könne. Die endgültige Entscheidung liegt beim Rat.
Nutzen der Kastrationspflicht umstritten
Neben der Zuständigkeit diskutierten die Ausschussmitglieder auch darüber, wie sinnvoll eine Kastrationspflicht in Schalksmühle überhaupt wäre. Eindeutige Erkenntnisse liefert bislang auch das Beispiel Lüdenscheid nicht: Nach Angaben der Verwaltung lasse sich aus den dortigen Zahlen noch kein klarer Trend ablesen. Auswirkungen einer solchen Regelung seien allerdings ohnehin erst langfristig zu erwarten.
Auch das Tierheim Dornbusch habe bislang keinen Rückgang bei der Zahl unkastrierter und herrenloser Katzen aus Lüdenscheid festgestellt.
Für Schalksmühle selbst ist eine Überpopulation nach Angaben der Verwaltung derzeit nicht dokumentiert. Gleichzeitig steigen die Aufnahmezahlen des Tierheims seit Jahren. Eine flächendeckende Kontrolle der Katzen im Gemeindegebiet sei zudem mit dem vorhandenen Personal nicht möglich.
"Bereit, meine Nachbarn anzuschwärzen"
Jutta Heedfeld (SPD) verwies in der Diskussion deshalb auf die Möglichkeit, Verdachtsfälle den zuständigen Behören zu melden. Sie persönlich hätte damit kein Problem: "Ich wäre dazu bereit, meine Nachbarn anzuschwärzen."
Benjamin Rottmann (UWG) bezweifelte dagegen grundsätzlich, dass in Schalksmühle ein Problem mit einer Überpopulation bestehe. Aus seiner Erfahrung auf einem Bauernhof halte bereits die Verkehrssituation die Population freilebender Katzen in Grenzen. Auch Rottmann sah den Märkischen Kreis in der Verantwortung, eine entsprechende Verordnung zu erlassen.








