Weltweit gibt es jedes Jahr unzählige besondere Aktionstage und Gedenktage. Einige sind lustig bis skurril, andere haben einen ernsten und sinnvollen Hintergrund und manche wiederum sollen an Themen erinnern, die im Alltag oft untergehen. LokalDirekt möchte mit der Serie "Kalenderblatt kurios" mal zum Schmunzeln anregen, mal Denkanstöße geben.
3. September — Tag des Wolkenkratzers
Wer im Sauerland vor die Haustür tritt und seinen Blick nach oben richtet, dürfte dort Bäume, Kirchtürme, Berge oder vielleicht einen Sendemasten entdecken. Anderswo auf der Welt liefern sich Städte wie New York, Wuhan und Dubai seit mehr als einem Jahrhundert dagegen Wettläufe um immer höhere Gebäude.
Der erste Wolkenkratzer der Welt
Dabei fing alles vergleichsweise klein an. Im Jahre 1884 entwarf der Bauingenieur William Le Baron Jenney das Home Insurance Building. Mit zehn Etagen und einer Höhe von 42 Metern gilt es bis heute als das erste moderne Hochhaus der Welt. Nach seiner Fertigstellung im Jahr 1885 wurde es 1890 noch einmal um weitere zwei Etagen und auf eine Gesamthöhe von 55 Metern erweitert. Abgerissen wurde es im Jahr 1931.
Von 42 auf 828 Meter
Der Weg führt immer weiter nach oben. Das bekannte Empire State Building in New York war mit einer Höhe von 381 Metern — bis zur Antennenspitze sind es sogar 443 Meter — bis zum Jahr 1972 das höchste Gebäude der Welt. Heute liegt selbst das deutlich unter dem Rekord.
Den hält seit 2010 der Burj Khalifa in Dubai: Ganze 828 Meter ragt das Gebäude in die Höhe. Zum Vergleich: Würde man ihn hinlegen, würde er eine Strecke von mehr als acht Fußballfeldern überbrücken.
Wann ist ein Hochhaus eigentlich ein Wolkenkratzer?
Eine weltweit verbindliche Grenze gibt es dafür nicht — selbst Experten weisen darauf hin, dass die Wahrnehmung vom Umfeld abhängt. Ein Gebäude, das in einer kleineren europäischen Großstadt alles überragt, kann zwischen den Hochhäusern in Städten wie Hong Kong oder New York ziemlich unspektakulär wirken.
Geht es noch höher?
Offensichtlich ja — zumindest ist bereits seit dem Jahr 2013 der Jeddah Tower im Bau. Er entsteht an der Westküste von Saudi-Arabien und soll bei seiner Fertigstellung im Jahr 2028 eine Höhe von voraussichtlich 1007 Metern erreichen. Auftraggeber ist die Kingdom Holding, Architekt Adrian Smith, der auch den Burj Khalifa geplant hat. Die Gesamtkosten für den Bau werden auf rund 1,2 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Auf einer Höhe von 652 Metern soll sich sodann die höchste Aussichtsplattform der Welt befinden.
Das höchste Gebäude Deutschlands
Der Commerzbank Tower in Frankfurt am Main ist mit einer Höhe von von 259 Metern (300 Meter mit Antenne) das höchste (bewohnbare) Gebäude in Deutschland. Das höchste bewohnbare Gebäude in Nordrhein-Westfalen steht in Bonn: Mit 162,5 Metern dient der Post Tower der Deutschen Post DHL Group als weltweite Konzernzentrale.
Den Titel des höchsten begehbaren Gebäudes im Märkischen Kreis darf sich der Phänomenta-Turm in Lüdenscheid aneignen: Der markante, helixförmige Stahlturm beherbergt im Innern ein Foucaultsches Pendel und das größte begehbare Kaleidoskop Europas — ist mit seinen 75 Metern allerdings im Vergleich zur Burj Khalifa rein baulich betrachtet eher ein "Winzling".









