Für Unternehmen im Bezirk der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) bleibt die Suche nach passenden Auszubildenden eine große Herausforderung. Das zeigt die aktuelle Ausbildungsumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), an der sich 149 Ausbildungsbetriebe aus dem SIHK-Bezirk beteiligt haben.
Passende Bewerber fehlen
Mehr als jeder vierte Ausbildungsplatz blieb demnach im vergangenen Ausbildungsjahr unbesetzt. Laut SIHK (Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen) läge das in den meisten Fällen nicht an fehlenden Bewerbungen, sondern daran, dass passende Bewerber fehlten: „Die Unternehmen wollen ausbilden. Häufig fehlen jedoch Bewerber mit den notwendigen schulischen Grundlagen und den erforderlichen sozialen Kompetenzen“, sagt Thomas Haensel, SIHK-Geschäftsbereichsleiter „Menschen bilden“. Aus seiner Sicht müsse deshalb der Übergang von der Schule in den Beruf weiter verbessert und die berufliche Bildung gestärkt werden.
Immerhin konnte inzwischen wieder jeder zweite Betrieb alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Im Vorjahr waren es 45 Prozent. In rund drei Viertel der Fälle scheiterte die Besetzung an einer fehlenden Übereinstimmung zwischen den Bewerbungen und den Anforderungen der Unternehmen. Nur etwa jedes vierte Unternehmen erhielt überhaupt keine Bewerbung.
Unternehmen planen zurückhaltend
Auch beim Ausbildungsangebot zeigen sich die Betriebe eher vorsichtig. Knapp die Hälfte will die Zahl der Ausbildungsplätze unverändert lassen. 38 Prozent planen, weniger Plätze anzubieten, während lediglich zwölf Prozent ihr Angebot ausweiten möchten. Als Gründe nennen die Unternehmen vor allem betriebliche Restrukturierungen und unterschiedliche Ausbildungszyklen.
Besonders kritisch bewerten die Betriebe die Voraussetzungen vieler Schulabgänger. 95 Prozent der befragten Unternehmen stellen Defizite fest. Häufig genannt werden Schwierigkeiten bei grundlegenden Rechenfähigkeiten sowie beim mündlichen und schriftlichen Ausdruck. Auch beim Arbeits- und Sozialverhalten sehen viele Betriebe Verbesserungsbedarf. Als problematisch werden unter anderem mentale Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und Disziplin genannt.
Unterstützung für Jugendliche
Gleichzeitig sind mehr als ein Drittel der Unternehmen bereit, auch Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf eine Chance zu geben. Andere setzen auf Nachhilfe, assistierte Ausbildung oder zweijährige Ausbildungsmodelle. Jeder vierte Betrieb sieht sich aufgrund der eigenen personellen oder wirtschaftlichen Situation allerdings nicht in der Lage, zusätzliche Unterstützung anzubieten.
Für mehr als die Hälfte der Unternehmen hat KI inzwischen eine mittlere bis hohe Bedeutung. Eingesetzt wird sie vor allem zur Lern- und Prüfungsvorbereitung sowie im Ausbildungsmarketing. Viele Unternehmen befinden sich nach Angaben der SIHK noch in einer Orientierungsphase.
SIHK fordert bessere Rahmenbedingungen
Aus Sicht der SIHK müssen vor allem die schulischen Basiskompetenzen gestärkt, Berufsschulen weiter modernisiert und bürokratische Hürden bei der Gewinnung internationaler Auszubildender abgebaut werden.
Thomas Haensel ermutigt zugleich junge Menschen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben oder bei ihrer Berufswahl unentschlossen sind, die Möglichkeiten einer dualen Ausbildung zu nutzen. Auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart gebe es noch Einstiegsmöglichkeiten.
Die Beraterinnen der „Passgenauen Besetzung“ der SIHK unterstützen Ausbildungsinteressierte auch im Sommer bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz. Das Matching-Team ist unter 02331 390-301 oder per E-Mail an [email protected] erreichbar.










