Rund 4,1 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen lebten im vergangenen Jahr in Haushalten, die sich nach eigenen Angaben finanziell keinen einwöchigen Urlaub außerhalb der eigenen vier Wände leisten konnten. Gemessen an der Gesamtbevölkerung von etwa 18 Millionen Menschen in NRW entspricht dies fast einem Viertel der Bevölkerung.
Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) als Statistisches Landesamt auf Basis der Ergebnisse der europäischen Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen mitteilt, entsprach der Anteil im Jahr 2025 rund 23,1 Prozent der Gesamtbevölkerung in Nordrhein-Westfalen. Damit lag NRW über dem deutschlandweiten Wert von 20,9 Prozent.
Alleinerziehende, Alleinlebende und Geringqualifizierte waren besonders betroffen
Besonders Alleinerziehende standen 2025 bei der Finanzierung einer Urlaubsreise vor großen Herausforderungen: Für 46,8 Prozent von ihnen und ihren Kindern war es nicht möglich, eine Woche lang zu verreisen, heißt es in der Statistik.
Auch bei Alleinlebenden zeigte sich ein überdurchschnittlich hoher Wert. Fast ein Drittel (32,3 Prozent) verfügte nach eigenen Angaben nicht über ein ausreichendes Budget für eine Urlaubsreise.
Bei der Bevölkerung ab 16 Jahren hing die Möglichkeit, eine Woche Urlaub außerhalb der eigenen vier Wände zu verbringen, stark vom jeweiligen Bildungsstand ab. Unter den Geringqualifizierten lebten 39,9 Prozent in Haushalten, die sich einen einwöchigen Urlaub finanziell nicht leisten konnten.
Bei Hochqualifizierten war dieser Anteil mit 10,5 Prozent hingegen deutlich niedriger. Menschen mit mittlerem Bildungsniveau lagen mit 21,3 Prozent leicht unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.
Hinweise zur Statistik:
- Die Ergebnisse basieren auf der europäischen Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC), die in Deutschland seit 2020 als Unterstichprobe in den Mikrozensus integriert ist. Die Frage zur finanziellen Fähigkeit, mindestens eine Woche Urlaub im Jahr woanders als zu Hause zu verbringen, wird auf Haushaltsebene gestellt. Auch als Urlaub zählt hierbei der Urlaub bei Freunden oder Verwandten sowie in der eigenen Ferienunterkunft. Als Kinder werden Personen im Alter von unter 18 Jahren definiert sowie Personen im Alter von 18 bis einschließlich 24 Jahren, sofern sie ökonomisch abhängig sind.
- Das Bildungsniveau wird auf Basis der ISCED-Klassifikation (International Standard Classification of Education) 2011 abgebildet. In der Gliederung nach ISCED 2011 wird der höchste erreichte Bildungsstand kombiniert aus den Merkmalen allgemeiner Schulabschluss und beruflicher Bildungsabschluss nachgewiesen. Auf dieser Basis wurden drei Gruppen gebildet: Geringes Bildungsniveau (ISCED 1-2): Keine Berufsausbildung und keine (Fach-)Hochschulreife; mittleres Bildungsniveau (ISCED 3-4): Abschluss einer Berufsausbildung oder (Fach-)Hochschulreife; hohes Bildungsniveau (ISCED 5-8): bestandene Meister- oder Technikerprüfung, Fachschulabschluss oder (Fach-)Hochschulabschluss.







