Barrieren abbauen, Ängste nehmen, Vorbehalte zerstreuen – unter diesem Motto stand die Informationsveranstaltung der Seniorenvertretung Plettenberg, die am Mittwochabend, 21. Januar, im Ratssaal in Zusammenarbeit mit dem Hausarztzentrum Plettenberg stattfand.

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Patrik Berchter, Prokurist und Regionalleiter der Prange Gesundheit Südwestfalen, folgte der Einladung der Seniorenvertretung Plettenberg gerne und brachte mit seinem fundierten und gut ausgearbeiteten Vortrag die Vorgänge im HAZ den anwesenden, interessierten Bürgern auf verständliche Weise näher.

Berchter startete mit einigen statistischen Daten. So zähle das Hausarztzentrum mittlerweile drei Standorte, Plettenberg (Hauptstandort), Grevenbrück und seit dem 1. September 2025 auch Attendorn. 25 Ärzte und 70 medizinische Fachangestellte stellen den Pool an Mitarbeitern dar. Das HAZ verfügt in Plettenberg über eine Fläche von ca. 2000 qm mit acht Fachrichtungen. Diese umfassen die Bereiche Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Kardiologie, Neurologie, Gynäkologie (neu, ab 1. März), Urologie, Chirurgie und Pädiatrie.

Außerhalb dieser medizinischen Bereiche sind zudem das Institut für Arbeitsmedizin sowie der Zweig KraftWerk angesiedelt. Letzterer ist ein auf Selbstzahlerbasis arbeitendes Unternehmen und bietet Leistungen in den Bereichen Regeneration, präventive Maßnahmen, Schmerztherapie, ästhetische Behandlungen sowie Kältekammeranwendungen an.

Berchter berichtete, dass das HAZ auf der Suche nach weiteren Fachärzten in noch nicht zum Portfolio gehörenden medizinischen Bereichen sei.

Zu den definierten Zielen des HAZ zählen:

  • hochwertige, wohnortnahe ganzheitliche Versorgung
  • klare Abläufe, kurze Wege und möglichst wenig Wartezeit
  • Respekt, Datenschutz und Selbständigkeit der Patienten

Die Abläufe seien alle klar definiert und durch die Vergabe von Nummern sei auch der Datenschutz hinsichtlich des Fehlens wie beim früheren Aufrufen des Namens gewährleistet. Auf den Monitoren in den Wartebereichen, die sich im ersten Stock befinden, sei leicht zu erkennen, wann man an der Reihe sei und welches Behandlungszimmer man aufsuchen muss. Im Anschluss an die Behandlung verlässt man das HAZ nicht auf gleichem Wege, sondern durch ein weiteres Treppenhaus. Dies gewährleistet einen effizienten Personenbewegungsfluss als „Rundlauf“.

Das hohe Aufkommen an Patienten, die zu Beginn eines Quartals ihre Gesundheitskarte einlesen lassen müssen, sei zurzeit leider noch nicht zu ändern. Doch auch hier sei das HAZ auf Lösungssuche, so Patrick Berchter.

HAZ ist per App oder Telefon erreichbar

Über die mittlerweile gut angenommene und beliebte App Doctolib ist das HAZ 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche erreichbar. Hier lassen sich Termine bei Bedarf unter Auswahl des gewünschten Arztes online buchen, verschieben oder absagen, Nachrichten an den behandelnden Arzt schreiben, Rezepte und Überweisungen anfordern sowie eine Akutsprechstunde auswählen. Der Patient erhält innerhalb eines halben Tages per E-Mail einen Erledigungsvermerk. Doch auch telefonisch sei das HAZ durch ein Callcenter zu den üblichen Öffnungszeiten zu erreichen.

Etliche interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen in den Ratssaal, um mehr über das HAZ zu erfahren.
Foto: Sabine Rath/LokalDirekt

Zur effizienteren Gestaltung des Behandlungstermins und des Arztgesprächs hat das HAZ eine protokollarische KI eingeführt. Nach vorheriger Rücksprache und mit ausdrücklicher Einwilligung des Patienten wird das Arzt-Patienten-Gespräch durch eine KI protokolliert und ausgewertet. Dabei werden ausschließlich medizinisch relevante Inhalte erfasst. Das daraus resultierende Protokoll wird im Anschluss an die Behandlung vom behandelnden Arzt geprüft, gegebenenfalls bearbeitet, freigegeben und anschließend in die Patientenakte übernommen.

Große Anerkennung erhielt das HAZ für die Bereitstellung einer „Patientenlotsin“ in Person von Dörte Hentschel-Kaul, ehemalige Vorsitzende der Seniorenvertretung. Sie steht Patientinnen und Patienten im Empfangsbereich unterstützend zur Seite, erleichtert ihnen die Orientierung im HAZ und erläutert die organisatorischen Abläufe.

Zum Abschluss der Informationsveranstaltung stand Patrick Berchter den Anwesenden für Fragen zur Verfügung und zeigte sich offen für deren Anliegen. Detlef Ashoff sprach als Vertreter der Seniorenvertretung im Anschluss Berchter seinen ausdrücklichen Dank für die äußerst eindrucksvolle Vorstellung des HAZ aus. Der Vertreter des HAZ wurde mit verdientem Applaus verabschiedet.