Elf Tage in Folge meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) im Juni 2026 Hitzewarnungen für Nordrhein-Westfalen, an acht Tagen sogar die höchste Warnstufe. Die Folgen zeigen sich jetzt in den Sterbefallzahlen: Das Statistische Landesamt Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) registrierte in der zweiten Hitzewoche so viele Todesfälle wie fast nie zuvor seit dem Jahr 2000.

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Fast 6350 Tote in einer Woche

Vom 22. bis zum 28. Juni 2026 starben in NRW insgesamt 6335 Menschen. Das ist der zweithöchste Wert einer einzelnen Woche seit dem Jahr 2000.

Doch nicht nur im Vergleich zu bisherigen Sommermonaten, in denen das Niveau der Sterbefälle typsicherweise niedriger liegt, war die Zahl der Todesfälle in der 26. Kalenderwoche dieses Jahres außergewöhnlich hoch: „Selbst in den Wintermonaten während Grippe- und Covid-19-Wellen wurden derartig hohe Sterbefallzahlen historisch nur vereinzelt erreicht“, so das Statistische Landesamt.

Der wöchentliche Höchstwert in diesem Jahrhundert wurde in der 51. Kalenderwoche des Jahres 2022 mit 6349 Gestorbenen gemessen. Der aktuelle Wert unterschreitet diesen lediglich um 14 Fälle.

Einzelne Tage mit bislang unerreichten Werten

Noch deutlicher fällt der Blick auf einzelne Tage aus. Am 28. Juni 2026 starben in NRW 1494 Menschen, am Tag zuvor waren es 1371. Das sind die höchsten Tageswerte, die IT.NRW seit dem 1. Januar 2000 gemessen hat.

Auslöser der Entwicklung war laut Statistischem Landesamt eine ungewöhnlich lange Hitzephase: Vom 18. bis 28. Juni 2026 gab der DWD durchgehend Hitzewarnungen für die Kreise und kreisfreien Städte in NRW heraus. An acht dieser Tage warnte der Wetterdienst vor „extremer Wärmebelastung”, der höchsten Alarmstufe – fünf davon fielen in die besonders sterbereiche zweite Hitzewoche. Damit gab es allein im Juni 2026 doppelt so viele Tage mit dieser höchsten Warnstufe wie bislang in einem gesamten Kalenderjahr seit Einführung des amtlichen Hitzewarnsystems 2005.

Anzahl der Tage im Jahr mit Hitzewarnung für mindestens einen Kreis oder eine kreisfreie Stadt in NRW.
Foto: Grafik | IT.NRW

Sterbefallkalender zeigt Zusammenhänge auf

IT.NRW hat für den Zeitraum 2015 bis 2025 einen sogenannten Sterbefallkalender veröffentlicht. Er zeigt tagesgenau, wie viele Menschen in welcher Altersgruppe gestorben sind, und verknüpft diese Daten mit Angaben des DWD und des Robert Koch-Instituts. Die begleitende Analyse „Sterbegeschehen in Nordrhein-Westfalen” untersucht damit, welchen Einfluss neben Hitzewellen im Sommer auch Infektionswellen im Winter sowie das Alter der Gestorbenen auf die Sterblichkeit haben.