Mit Platz 87 und 607,0 Ringen war der Herscheider Sportschütze Max Jockel mit sich selbst zwar nicht ganz zufrieden, doch der Lob über die erste Teilnahme eines Herscheider Freihandschützen mit dem Luftgewehr an der Deutschen Meisterschaft fand kein Ende. Denn jeder, der einmal mit dem Luftgewehr freihand geschossen hat, weiß solch eine Leistung zu bewerten.
„Ich hatte in den ersten Serien Probleme mit dem Anschlag und fand so gar nicht richtig in den Wettkampf. Leider erst zum Ende hin wurde es besser“, resümierte Jockel selbst seine Leistung über die 60 Wettkampfschüsse in München. Man könnte jetzt denken, dass man bei seiner ersten Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft überaus nervös ist, doch daran habe es wohl nicht gelegen, dass es eine Zeit dauerte, bis die Ringzahlen kamen, die sich der Lüdenscheider vorgenommen hatte. „Nervös war ich eigentlich nicht. Hatte auch keinen erhöhten Puls. Hat anfangs einfach nicht gepasst“. 101,9, 98,5, 100,6 und 101,7 Ringe bei den ersten vier Serien gefielen Jockel so gar nicht. Mit 102,2 und 102,1 Ringen fand der Sportschütze dann in seine gewohnte Verfassung. Dennoch: Bei der ersten Qualifikation zur Deutschen Meisterschaften ist die Teilnahme schon ein Erfolg. Da spielt das Ergebnis zunächst eine zweitrangige Rolle, auch wenn man sich selbst sicherlich mehr vorgenommen hat.

Platz 3 für Bogenschütze Krause im internationalen Feld
Neben den Deutschen Meisterschaften der Sportschützen in München fand in Eichenzell ein weiteres sportliches Highlight mit Beteiligung aus dem Herscheider Schützenverein statt. Eichenzell war Austragungsort der ETO, der European Traditional Open für Bogenschützen. Für den Nationalverband TBVD, der Traditionelle Bogensport Verband Deutschland, waren mit Uwe Dibowski und Peter Krause auch zwei Bogenschützen des Herscheider Schützenvereins am Start. Bei der ETO starten nicht nur Bogenschützinnen und -schützen aus Europa, sondern weltweit. Unter den teilnehmenden Ländern war somit auch die Nationalmannschaft aus Malaysia.
Beim traditionellen Bogenschießen wird mit Reflexbögen geschossen. Bekannter sind die Reflexbögen unter dem Namen Reiterbögen. Der Ursprung dieser Bogenart liegt in Asien. Dort ist Reiterbogenschießen Volkssport. „Die Bogenschützen aus Malaysia sind Profis, leben also vom Bogenschießen“, ist Krause begeistert und zeigte das Plakat der ETO aus Malaysia, wo die Nationalmannschaft auf dem Plakat abgebildet war. Der Malaie Mohamad Edrudze Sulaiman gehört zu den weltweit besten Reiterbogenschützen und war in der Klasse mit Krause und Dibowski Favorit auf den Titel.
Geschossen wird nicht auf Scheiben, sondern aus verschiedenen Distanzen auf verschieden große Gummitiere. Je nach Treffer, die Kill oder Körper genannt werden, gibt es Punkte. Insgesamt werden drei Runden mit jeweils 28 Zielen geschossen.
Am ersten Tag schien die Meisterschaft für Krause schon fast abgehakt. Mit 106 Punkten lag der in Neuenrade lebende Krause eigentlich aussichtslos zurück. Hinter Sulaiman, der mit 300 Punkten uneinholbar seine Favoritenstellung untermauerte, lag Dibowski mit 169 Punkten. „Wenn man über 200 Punkte holt, gehört man schon zu den sehr guten Bogenschützen. Da sieht man, welche Klasse die Schützen aus Malaysia haben“, macht Krause deutlich. Am ersten Tag wird eine Hunter-Runde geschossen. Dies heißt es werden zwei Pfeile aus verschiedenen Positionen auf das Ziel geschossen.
Am zweiten Tag stand eine skandinavische Runde an. Hier werden von einer Position aus bis zu drei Pfeile geschossen. Trifft der erste, wird dieser gewertet und hat bessere Punkte als der zweite oder dritte Pfeil.
Mit Platz zwei in der Tageswertung und 370 Punkten, verbesserte sich Krause von Rang sechs auf Rang vier, Dibowski fiel leider mit 344 Punkte auf Rang drei zurück, hinter Sulaiman, der mit 462 Punkten wieder punktbester seiner Klasse war, und dem Deutschen Stefan Berrens zurück.
Am dritten Tag stand zum Abschluss erneut eine Hunter-Runde auf dem Plan. Und diesmal lief es für Krause nahezu perfekt, während Dibowski diesmal Federn lassen musste. Bis drei Ziele vor Ende der Runde führte Krause sogar das Tagesklassement an, ehe Sulaiman, diesmal mit „nur“ 206 Punkten auch den dritten Tagessieg holte und mit 968 Punkten eine eigene Klasse war. Dahinter wurde es spannend. Mit 185 Punkten holte Krause weiter auf Berrens auf und lag mit 664 Punkten nach drei Runden gleichauf. Nun zählten die einzelnen Trefferbilder. Erst in der dritten Punktewertung lag Berrens vor Krause und wurde somit Zweiter. „Mit Platz drei bin ich dennoch super zufrieden“, so Krause, der den Höhepunkt aber erst am nächsten Tag erlebte.
Zum Abschluss der Meisterschaften gab es einen Ausflug mit dem malaysischen Team. Hierbei wurden die Krause und Co. vom malaysischen Verband zu einem Wettkampf in Malaysia eingeladen. „Ich hoffe, dies passt zeitlich. Das werde ich auf jeden Fall miterleben wollen“, so Krause.











