Im Planungs- und Bauausschuss stellte Bauamtsmitarbeiterin Friederike Schwartpaul am Montag (16. Oktober) die überarbeitete Planung für den Hallenplatz vor. Durch die Verkleinerung der vorgesehenen Grünstreifen werden für die Veranstaltungsfläche unmittelbar an der Halle etwa 200 Quadratmeter hinzugewonnen. Damit kommt man vor allem dem Wunsch des Schützenvereins entgegen, dessen 1. Vorsitzender Volker Halbhuber . Bürgermeister Uwe Schmalenbach versicherte darüber hinaus, dass die Funktion des Platzes als Bereitstellungsraum für die Feuerwehr bei größeren Einsätzen erhalten bleibe.
Die Gemeinde geht aktuell von Planungs- und Baukosten von rund 636.000 Euro aus. Sollte der Antrag aus dem Städtebauförderprogramm 2024 bewilligt werden, gibt es einen Kostenzuschuss von 70 Prozent.
Bauchschmerzen bereitet einigen Politikern und Bürgern die Zahl der Parkplätze. Sie befürchten, dass bei größeren Veranstaltungen in der Halle die benachbarten Straßen im Dorf zugeparkt würden. Entfernt liegende Parkplätze zum Beispiel am Freibad mit einem Shuttle-Verkehr anzubinden, halten sie für unrealistisch.

Im neuen Entwurf sind 70 markierte Parkplätze auf dem nördlichen Teil des Platzes vorgesehen. Gegenstand der Fördermaßnahme wäre die Kennzeichnung der Parkplatzflächen allerdings nicht. Laut Baugenehmigung seien für die Gemeinschaftshalle nur 40 Stellplätze vorgeschrieben.
Uwe Schmalenbach erklärte, dass durch die Markierung mehr Fahrzeuge Platz fänden als momentan. Außerdem könne die Veranstaltungsfläche durch Entfernen der Poller als zusätzlicher Parkplatz genutzt werden.
Platz einfach nur asphaltieren?
Aufgrund von im Nachgang der Ratssitzung im September eingegangenen weiteren Ideen und Bedenken von Bürgern waren einzelnen Politikern Zweifel an der Planung gekommen. Frank Pierskalla (SPD) bemängelte, dass die Platzverhältnisse im Parkplatzbereich zu eng seien. „Busse können da nicht wenden und wie sieht das mit den Rettungswegen aus“, meinte er und stellte in den Raum, die komplette Maßnahme abzublasen. Klaus Prinz (CDU) sieht es ähnlich und fragte: „Was würde es kosten, den ganzen Platz einfach zu asphaltieren?“
Schmalenbach hielt dagegen, dass die Vorplanungen die Ideen aus den Bürgerworkshops aufgriffen. „Die können wir jetzt nicht alle über den Haufen werfen.“ Er betonte, dass ein zentraler Platz mit Aufenthaltsqualität zur Attraktivitätssteigerung Herscheids beitrage. Darüber hinaus werde durch die Umgestaltung die Entwässerung des Platzes verbessert, weil weniger Oberflächenwasser in den Kanal eingeleitet würde.
„Asphalt geht gar nicht“, stellte Alexander Zuchowski (FDP) fest. Das wäre eine fatale Missachtung der Zeichen der Zeit. Dietrich Herfel (Grüne) meinte: „Wir haben eine schöne Halle gebaut. Jetzt sollten wir auch einen schönen Platz davor bauen.“
Bei einer Gegenstimme (Pierskalla) und einer Enthaltung (Prinz) beschloss der Planungs- und Bauausschuss, dass der Förderantrag auf Grundlage der Vorplanung gestellt werden soll. Im Zuge der Detailplanung, die nach Bewilligung voraussichtlich im nächsten Frühjahr starten könnte, werden Einzelheiten wie das Mobiliar sowie die Baum- und Pflanzenarten festgelegt.
Letzte Möglichkeit für Projekt Neuer Markt
Beim Projekt Neuer Markt handelt es sich im Grundsatz um den zweiten Bauabschnitt zur Gestaltung der Ortsmitte. Nachdem die Lüdenscheider Straße und Am Markt vor kurzem erst eine neue Straßendecke erhalten haben, bleiben aus der ursprünglichen Planung von 2016 noch die Neugestaltung der Bürgersteige und des Kirchenvorplatzes. „Es ist die letzte Möglichkeit, dieses Projekt noch umzusetzen“, verwies Friederike Schwartpaul auf das Auslaufen des Förderprogramms. Der Ausschuss gab einstimmig den Auftrag, den Förderantrag zu stellen, obwohl noch keine aktuelle Kostenschätzung vorliegt. Der Förderanteil beträgt auch hier 70 Prozent.










