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Am Sonntagmorgen hatte Presbyter Uwe Boese in der Ohler Dorfkirche alle Hände voll zu tun: Scharenweise strömten die Gläubigen ins Gotteshaus, um ihre Pfarrerin Anju Laddach nach fast 25 Jahren Seelsorgertätigkeit in Ohle in den wohlverdienten Ruhestand zu verabschieden. Die Bankreihen waren schnell bis auf den letzten Platz besetzt, sodass kurzerhand zusätzliche Stühle aufgestellt werden mussten.

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Gemeinsam mit Superintendent Dr. Christof Grote zog Laddach zu Beginn des Gottesdienstes in die Kirche ein. Ihre letzte Predigt als Pfarrerin in Ohle stellte sie unter das Thema „Alles hat seine Zeit“. Darin blickte sie auf Stationen ihres Berufslebens und ihre Jahre in der Gemeinde zurück.

Sie erinnerte an ihren ersten Talar, den ihr Großvater bezahlt hatte, und erzählte, dass sie das Taufen zunächst in der Badewanne geübt habe. Zur Sprache kamen außerdem die Trauungen ihrer Schwestern, Gottesdienste und Krippenspiele. Auch schwierige Phasen ihrer Amtszeit ließ Laddach nicht aus. Dazu gehörte die Corona-Pandemie, während der unter anderem die Gottesdienste an Heiligabend abgesagt werden mussten.

Nun sei für sie die Zeit gekommen, den Talar abzulegen. Ganz abgeschlossen ist dessen Geschichte für Laddach allerdings noch nicht. „Ich würde ihn gerne noch einmal anziehen, um endlich meine Söhne zu trauen“, sagte sie.

Am Ende ihrer Predigt dankte Laddach namentlich Weggefährten aus ihrer Amtszeit. Zugleich appellierte sie an die Gemeinde, auch nach ihrem Ausscheiden zusammenzuhalten. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die bevorstehenden Veränderungen für die Gemeinde zu bewältigen seien. Die Gottesdienstbesucher verabschiedeten sie nach der Predigt mit langem Applaus.

Pfarrerin Anju Laddach spricht von einer hölzernen Kanzel in einer Kirche vor einer sitzenden Gemeinde.
Noch einmal predigte Anju Laddach von der Kanzel in der Ohler Dorfkirche.
Foto: Sabine Rath/LokalDirekt

Superintendent würdigt Laddachs Arbeit

Anschließend entpflichtete Superintendent Dr. Christof Grote die Pfarrerin von ihrem Amt. In seiner Ansprache bezeichnete er Laddach als „große Konstante“ der Gemeinde. Er dankte zudem ihrer Familie für die Unterstützung während ihrer Amtszeit.

Musikalisch begleiteten Finja Schäfer (Geige), Leon Richow (Mundharmonika), Bastian Schewe (Klavier) und Henning Schewe (Gitarre, Gesang) den Gottesdienst.

Nach der Entpflichtung setzte sich die Verabschiedung im Ohler Gemeindehaus fort. Dort dankten Thomas Bartz, Lore Otte, Antje Rücker, Ester Salborn, Jörg Rittinghaus und Henning Schewe der ehemaligen Pfarrerin für ihre Arbeit in der Gemeinde.

Ohle künftig ohne eigenen Pfarrer

Mit Laddachs Ruhestand fällt zugleich eine personelle Veränderung in eine Phase, in der sich die pfarramtliche Arbeit in der Region neu organisiert. Die Kirchengemeinden Werdohl, Neuenrade, Plettenberg, Eiringhausen und Ohle bilden einen Kooperationsraum und sollen künftig enger zusammenarbeiten. Für diesen stehen insgesamt 3,5 Pfarrstellen zur Verfügung.

Für Ohle hat die Neuordnung konkrete Folgen: Der Gemeinde wird künftig kein eigener Pfarrer mehr fest zugeordnet sein. Die pfarramtlichen Aufgaben sollen stattdessen gemeinsam innerhalb des Kooperationsraums wahrgenommen werden.