Ein Rotfuchs hat einen Polarfuchs erbeutet. Für Karl Hardenacke, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Meinerzhagen, ein Foto, das drastisch die Folgen des Klimawandels verdeutlicht. – Durch die Erderwärmung verschieben sich die Lebensräume für einige Lebewesen. Für andere brechen sie ganz weg. Das zeigt die Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer Oberhausen.
Sie war das Ziel einer Informationstour der Grünen-Fraktion am 30. Juli. Anhand brillanter Aufnahmen, darunter viele preisgekrönte Fotografien, zeigt die Ausstellung die Schönheit der Erde. Eine Etage höher geht es darum, was der Mensch daraus gemacht hat. Die Fotos, Filme und Grafiken dokumentieren die Folgen menschlichen Handels und des teils unverantwortlichen Umgangs mit der Natur. Dazu zählen die Industriealisierung der Landwirtschaft oder die Rodung des Regenwaldes und die Verschmutzung der Ozeane.
Menschliche Verantwortungslosigkeit
„Vieles ist einem klar“, resümiert Hardenacke. Es aber so, wie im Gasometer nochmals vor Augen geführt zu bekommen, sei beeindruckend. Entsetzt waren die Fraktionsmitglieder wie verantwortungs- und rücksichtlos Menschen ihr Ego ausleben. Das zeigte das Bild eines US-Amerikaners inmitten seiner Großwild-Trophäen. Mehr als 200 Tiere von verschiedenen Kontinenten hat er aus Spaß, Sammlerleidenschaft und Geltungssucht erlegt. Grafiken zeigen, wie sich der ökologische Fußabdruck der Menschen seit Beginn der Industriealisierung vergrößert hat.
Gezeigt werden im Gasometer, das für seine monumentalen Ausstellungen bekannt ist, aber auch Beispiele, wie gegengesteuert wird. Zu sehen sind Dachgärten auf den Messehallen in Paris, mit deren Erträgen Gastronomie und Läden im Quartier versorgt werden. Senkrechte Gärten entstehen andernorts durch begrünte Fassaden. Eine Stadt der Zukunft mit emissionsfreien Transportmitteln zu Lande, zu Wasser und in der Luft, die in Asien entsteht. Oder, ganz praktisch und in der Nähe, die Renaturierung der Emscher. Aus der „Kloake des Ruhrgebiets“ ist inzwischen eine Auen- und Flusslandschaft mit Freizeitwert geworden.




Die Fraktionsmitglieder haben in der Ausstellung neue Eindrücke gewonnen. Sie wissen aber auch, dass sie mit ihrer kleinen Fraktion noch dicke Bretter bohren müssen . Meinerzhagen gehört nicht gerade zu den Musterkommunen in Sachen Klimaschutz. Von den Gemeinden, die sich 2019 zum Kommunalen Energieeffizienz- und Ressourceneffizienz-Netzwerk (Kern) zusammengeschlossen haben, gehört Meinerzhagen mit bisher zwei Tonnen CO2-Einsparung zu den Schlusslichtern. Kleinere Kommunen wie Schalksmühle oder Herscheid haben seither das Zehnfache an klimaschädlichem Treibhausgas eingespart, Halver gar das Fünfzigfache.
Dabei sind die Wirkungsmechanismen seit langem gut 2.500 Jahren bekannt. Von dem griechischen Philosophen Heraklit (ca. 550 – 480 v. Chr.) ist überliefert: „Sofern wir in die Natur eingreifen, haben wir strengstens auf die Wiederherstellung ihres Gleichgewichts zu achten.“
Die Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ ist noch bis zum 30. Dez. 2022 im Gasometer Oberhausen zu sehen.
Info: www.gasometer.de