Gevelsberg/Ennepetal/Breckerfeld. Wie steht es um die Zukunft der frühkindlichen Bildung in Nordrhein-Westfalen? Diese Frage hat zahlreiche Fachkräfte, Trägervertretungen und Eltern am Montag, 6. Juli, beim Kita-Gipfel in der VHS Gevelsberg beschäftigt.

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Deutliche Worte aus der Praxis

Eingeladen hatte die SPD-Landtagsabgeordnete Ina Blumenthal, die gemeinsam mit ihrer Fraktionskollegin Christin Siebel den direkten Austausch mit der Praxis suchte.

Die Resonanz auf die Veranstaltung war groß — und die Botschaften klar. Viele der Anwesenden machten deutlich, dass die aktuellen Rahmenbedingungen in den Kindertageseinrichtungen den pädagogischen Anspruch oft erschweren. Vor allem fehle es an Zeit für die eigentliche Arbeit mit den Kindern.

„Die offenen Gespräche und die vielen konkreten Anregungen sind für meine politische Arbeit außerordentlich wertvoll“, betonte Blumenthal. Die Rückmeldungen zeigten deutlich, „wo die Herausforderungen liegen und welche Veränderungen notwendig sind“.

Die SPD-Landtagsabgeordneten Christin Siebel (l.) und Ina Blumenthal (r.) im Gespräch mit Erzieherinnen und Erziehern, Trägervertretungen und Eltern.
Foto: privat

Mehr Personal, weniger Bürokratie

In der Diskussion kristallisierten sich zentrale Forderungen heraus: ein besserer Personalschlüssel, eine verlässliche Finanzierung der Einrichtungen sowie der Abbau bürokratischer Hürden. Auch kleinere Gruppen und eine stärkere Berücksichtigung sogenannter mittelbarer Arbeitszeiten — etwa für Fortbildungen, Dokumentation oder Krankheitsvertretungen — wurden als wichtige Voraussetzungen genannt.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der finanziellen Ausstattung der Kitas. Die Teilnehmenden sprachen sich für eine grundlegende Reform aus, iInsbesondere für eine verlässliche Sockelfinanzierung, die als wichtiger Baustein für mehr Planungssicherheit und Qualität hervorgehoben wurde. Auch die Reduzierung der Trägeranteile, eine stärkere Kita-Sozialarbeit sowie mehr Vertrauen in die pädagogischen Fachkräfte statt immer neuer bürokratischer Vorgaben wurden intensiv diskutiert.

Kritik an geplanter KiBiz-Reform

Der Kita-Gipfel fand vor dem Hintergrund der aktuell im Landtag diskutierten Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) statt. Die von der schwarz-grünen Landesregierung eingebrachten Pläne stoßen bei der SPD auf Kritik: Blumenthal machte deutlich, dass der Gesetzentwurf „an vielen entscheidenden Stellen zu kurz“ greife. Die Rückmeldungen aus der Praxis hätten diese Einschätzung bestätigt. „Erzieherinnen und Erzieher wollen sich auf das konzentrieren können, wofür sie ihren Beruf gewählt haben — die Arbeit mit den Kindern“, sagte sie. Dafür brauche es „verlässliche Rahmenbedingungen statt zusätzlicher Belastungen“.

Dialog soll fortgesetzt werden

Einigkeit herrschte darüber, dass der Austausch zwischen Politik und Praxis weitergeführt werden müsse. Blumenthal kündigte an, die Gespräche mit Fachkräften, Trägern und Eltern fortzusetzen: „Nur wenn Politik im engen Dialog mit der Praxis bleibt, können wir Lösungen entwickeln, die den Herausforderungen in unseren Kitas wirklich gerecht werden.“