Agentur-Chef Unkhoff berichtet im Iserlohner Sozialausschuss.

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„Der Arbeitsmarkt in Iserlohn und im gesamten Märkischen Kreis steckt gerade in einer spannenden, herausfordernden Phase. Es gibt vor allem in der Industrie große Unsicherheiten“, erklärte Sebastian Unkhoff, seit März Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Iserlohn und in dieser Funktion Nachfolger von Sandra Pawlas, bei seinem ersten Besuch im Sozialausschuss der Stadt Iserlohn. Der Fachkräftemangel, die Transformation und die Teilhabe seien vor allem bei den heimischen Automobil-Zulieferern wichtige Themen. „Uns geht die Arbeit nicht aus“, sagte Unkhoff den Kommunalpolitikern vor dem Hintergrund der aktuell rund 20.000 Arbeitssuchenden.

Weiterbildung Thema der Zukunft

Die Weiterbildung sei das Thema der Zukunft, so der Agentur-Chef. Ein weiteres sei die Prävention, sich gegen einen möglichen Arbeitsplatzverlust zu wappnen. Große Sorgen bereite ihm der Ausbildungsmarkt mit dem Rückgang der Ausbildungsplätze. Unkhoff: „In Iserlohn und Hemer kommen aktuell 729 Ausbildungsplatzsuchende auf 724 Stellen.“ Für die Agentur bedeute dies, noch stärker an den Schulen präsent zu sein.

Jugendberufsagentur

Der Agentur-Chef setzt auf die künftige Jugendberufsagentur. Das Jugendamt, die Agentur für Arbeit sowie das Jobcenter wollen dafür am 23. November eine Kooperationsvereinbarung unterschreiben. „Wir können die Arbeitsmarktprobleme nur gemeinsam lösen“, so Unkhoff. Die Agentur müsse selbst stärker in die Digitalisierung investieren. 40 Prozent der Mitarbeiter gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Nicht nur deshalb müsse man selber sparen. „Der Personalabbau kommt. An der Beratung und den Weiterbildungsangeboten wird aber nicht gespart“, versprach Unkhoff den Ausschussmitgliedern.

Einblick in Arbeit des ZAKI-S

Einen Einblick in ihre Arbeit gab auch Christina Koschinski vom Zentrum für Autismus-Kompetenz Iserlohn-Schwerte (ZAKI-S) der Diakonie Mark-Ruhr den Sozialausschussmitgliedern. Das Zentrum begleitet Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen, deren Angehörige und Bezugspersonen. „Themenschwerpunkte sind dabei die Wahrnehmung, Kommunikation und das Sozialverhalten der Betroffenen“, erklärte Christina Koschinski.

Kinder immer auffälliger

Zielgruppe für die Schulungen seien die Fachkräfte in Kitas und Schulen, das Zentrum begleite Erzieher und Lehrer und biete Fortbildungen an. „Die Kinder werden immer auffälliger“, verrät Koschinski. Deshalb sei eine Selbsthilfegruppe gegründet worden und am 14. Oktober 2027 sei ein Fachtag mit rund 140 Teilnehmern geplant. Massive Kritik äußerte sie daran, dass Betroffene manchmal viele Jahre auf eine medizinische Diagnose warten müssten. „Aktuell stehen rund 100 Personen auf der Warteliste für einen Therapieplatz.“ Zur Überbrückung der Zeit zwischen Diagnose und Therapie werden Elterntrainings angeboten.

Gegen Pool-Lösung

Eine klare Absage erteilte Christina Koschinski auf Nachfragte aus dem Ausschuss den sogenannten „Pool-Lösungen“ für die Betreuung integrativer Jungen und Mädchen in den Schulen und damit die Abkehr von einer Eins-zu-Eins-Betreuung: „Ich bin dagegen, das ist fernab von jeder Realität.“

Digitaler „Iserlohn-Pass“ kommt

Einstimmig zur Kenntnis nahmen die Kommunalpolitiker den Sozialbericht 2023 und votierten ebenso einhellig für die Einführung des digitalen „Iserlohn-Passes“ ab Oktober. Auf Vorschlag der Fraktion Die Linke soll jetzt geprüft werden, ob das Job-Center dieses Angebot auch für ihre Kunden übernehmen kann.

Die Sozialausschuss-Mitglieder votierten einstimmig für die Einführung des digitalen „Iserlohn-Passes“.
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